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Alles in ERGO

Tschüss, Herr Kaiser!

© Foto: Benjamin Haas - Fotolia.com

Wer kennt ihn nicht, den Herrn (Günter) Kaiser von der Hamburg-Mannheimer? Seit dem 5. September 1972 hat der immer freundlich und kompetent auftretende Mann einen guten Rat für seine Kunden in petto. Doch damit ist nun Schluss: Herr Kaiser geht zwangsweise in Rente! Die Düsseldorfer ERGO-Versicherungsgruppe gibt die Marke Hamburg-Mannheimer auf!

Doch damit nicht genug. Auch die Traditionsmarken Victoria und KarstadtQuelle werden eingestampft. „Zwar ist unser breites Angebot an Versicherung, Vorsorge und Serviceleistungen aus einer Hand schon seit langem über alle Vertriebswege verfügbar. Wegen der vielen verschiedenen Marken ist das für den Kunden bislang aber schwer zu erkennen. Deshalb bündeln wir wesentliche Teile unseres Geschäfts unter der Marke ERGO und machen deutlich, dass dieses Rundum-Angebot aus einer Hand kommt. Dass wir diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt gehen, liegt an der Beschädigung der Handelsmarken Quelle und Karstadt. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die Marke KarstadtQuelle Versicherungen aufzugeben“, heißt es offiziell aus dem Hause ERGO. Somit werden künftig Lebens- und Sachversicherungen unter der Marke ERGO in Deutschland vermittelt werden, während KarstadtQuelle umgewandelt wird in „ERGO Direkt Versicherungen“. Auch in der Außendarstellung wird dies bemerkbar sein: Die Trikots von Greuther Fürth werden zukünftig den Schriftzug „ERGO Direkt Versicherungen“ tragen, und auch die Werbeplätze bei Sportschau und Wetter werden beibehalten. Doch nicht alles wurde zu ERGO. So entschied sich der Konzern, an seinen Spezialisten-Marken D.A.S., DKV und ERV festzuhalten. Diese sind jeweils mit eigenen Kooperationspartnern unterwegs, von denen einige in denselben Geschäftsfeldern aktiv sind wie ERGO.

Bezüglich der eventuellen strukturellen Probleme aufgrund der Zusammenführung winkt ERGO ab. Seit Gründung wurde die Strategie mehrerer Marken im Außenauftritt bei gleichzeitiger Integration der Backoffice-Funktionen konsequent verfolgt. Das habe dazu geführt, dass die Organisationsstrukturen bereits seit Jahren sehr weitgehend integriert sind. Organisatorisch würden sich kaum Auswirkungen ergeben, und auch der IT-Aufwand werde sich laut Unternehmensangaben in Grenzen halten. Auch für die Makler- und Bankenvertriebe soll es zu keinen Veränderungen kommen, da diese ohnehin schon bei ERGO gebündelt waren. Dies gilt auch für die Agenturvertriebe der D.A.S. und DKV. Die Agenturen von Hamburg-Mannheimer und Victoria sollen im Außenauftritt erkennbar auf ERGO umgestellt werden. Die Innenidentifikation als Abgrenzungsmerkmal der Vertriebswege untereinander bleibt erhalten – ebenso ihre Ansprechpartner im Unternehmen. Alle Details zur Umsetzung werden derzeit im Projekt erarbeitet.

Und so bleibt abschließend die Frage, wie lange es wohl dauern wird, das Markenimage der ERGO aufzubauen. Geld ist hierfür da. „Wir rechnen in den ersten Jahren mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Zu bedenken ist, dass es durch die Notwendigkeit, die Marke KarstadtQuelle Versicherungen aufzugeben, ohnehin zu einem Markenaufbau hätte kommen müssen. Außerdem können wir jetzt unsere Marketing-Kräfte und -Budgets, die mit den Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria bisher gesplittet waren, bündeln beziehungsweise fokussieren“, heißt es da aus Düsseldorf bezüglich des künftigen Markenauftritts.

(Marc Oehme)


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