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Lebensversicherungsfonds

US, Britische oder Deutsche?

1. Konzeption
Lebensversicherungsfonds investieren in gebrauchte Lebensversicherungs-Policen. Es gibt hier zwei Ansätze, die unterschiedliche Rendite- und steuerliche Auswirkungen haben. Bei den Kapitallebensversicherungsfonds kauft der Fonds Kapitallebens- versicherungspolicen i.R. als Portfolio über bekannte...

Provider z.B. Cash life, BC Net usw. Der Rendite-Effekt für den Fonds ergibt sich daraus, dass die Preise der Policen unter dem inneren Wert (ver-zinster Beitrag) liegen aber über dem Rückkaufswert der Versicherungsgesellschaften. Der Fonds zahlt die Prämien bis zur Fälligkeit und erwirtschafte so die maximale Rendite bei Endfälligkeit. Der Fonds erhält die Versicherungsprämie bei Fälligkeit der Police - in der Regel Ableben des Versicherten. Die gekauften Policen eines Portfolios haben unterschiedliche Fälligkeiten, so dass der Fonds während der Laufzeit sukzessive ausschütten kann. Der Anleger ist bei den deutschen Kapitallebensversicherungsfonds gewerblich an den Verlusten und Gewinnen der Gesellschaft beteiligt.

Um das Risiko breit zu streuen, wird das Fonds-Kapital meist auf weit über 100 Policen verteilt. Dadurch wird in ein Portfolio investiert, welches aktiv gemanged werden kann, um die Rendite zu optimieren. Wichtiger Parameter für deutsche LV´s sind die Garantieverzinsung (z.B. 3,35 Prozent). und die durchschnittliche Restlaufzeit (z.B. maximal 14 Jahre). Zudem sollte die Versicherungssumme einen Mindestbetrag z.B. 10.000 Euro nicht unter- und einen Maximalbetrag z.B. von zwei Millionen Euro nicht überschreiten. Auch die Versicherungsgesellschaften werden in einem guten Portfolio sorgfältig ausgewählt. Welche Rendite erzielten sie beim Management der Kapitalanlagen? Wurden die Prognosen für die Ablaufleistung auch eingehalten oder nicht?

Die Konzeption der Policenfonds kann deutlich transparenter als bei anderen geschlossenen Fonds gestaltet werden, die in Schiffe oder Immobilien investieren. Der Steueraspekt spielt nur eine untergeordnete Rolle, was für Investoren zählt, sind die Sicherheit des eingezahlten Kapitals seine Wertentwicklung und die Rendite. Während bei den Kapitallebensversicherungen die Korrelation zum Kapitalmarkt recht hoch ist, haben die Risikolebensversicherungen den Vorteil, dass sie praktisch unabhängig von dem Kapitalmarkt ihre Rendite erzielen.

Bewertungsrelevant sind die Qualität des LV-Portfolios, die darin implizierten Renditepo-tenziale und die Laufzeit. Da die meisten Eminenten mit entsprechenden Providern zusammenarbeiten beeinflusst auch deren Professionalität die Performance und sind somit ebenfalls bewertungsrelevant.



2. US, britische, deutsche Lebensversicherungsfonds

Zu unterscheiden sind Fonds mit US - , britischen und deutschen Lebensversicherungs-policen. Während US-Policen in der Regel eine feste Ablaufleistung haben und die Rendite weitestgehend durch die mögliche Lebenserwartung der versicherten Person bestimmt wird, kommt es bei britischen und deutschen Policen auf die erwirtschafteten Rendite in der Police an. Hierbei haben britische Policen historisch betrachtet einen deutlichen Vorteil gegenüber ihren deutschen Mitbewerbern, da ihr Anteil an Sach- und Substanzbeteiligungen deutlich höher ist, als die in Deutschland reglementierten Maximalgrenzen. Dies drückte sich in der Vergangenheit in deutlich höheren Performanceergebnissen bei den Britten aus, die allerdings bedingt durch die starken Aktienkursrückgänge der letzten Jahre kräftig in Mitleidenschaft gezogen wurden.

In Deutschland kontrolliert die Aufsichtsbehörden (BaFin) in erster Linie die Einhaltung der im VAG ( Versicherungsaufsichtsgesetz) festgelegten Anlagevorschriften. So dürfen z.B. maximal 1/3 in Aktien investiert werden, der Iststand liegt derzeit bei ca. 10%. In Großbritan-nien ist die Financial Services Authority (FSA)für die finanzielle Stabilität der Gesellschaften zuständig. Sie überprüft die Produkte und die entsprechenden Verkaufsunterlagen. Unab-hängige, von der FSA benannte Aktuare haben in den Gesellschaften wichtige Aufsichts- und Sicherheitsfunktionen, indem sie die Anlage- und Reservepolitik kontrollieren. Das briti-sche Aufsichtssystem wurde von der EU bereits im Jahr 1992 als Vorbild für eine europäische Versicherungsaufsicht empfohlen.

Da in Großbritannien sind derzeit immer noch zwischen 50 und 65 % in Aktien investiert. Eine Aufstockung auf 100 Prozent ist möglich und bringt Rendite-Punkte. Dafür ist die jährliche Schwankungsbreite wesentlich höher, sie beträgt oftmals 20 Prozent und mehr. Anders als deutsche Versicherer bilden britische Unternehmen keine stillen Reserven. Stei-gen die Märkte wieder, partizipieren die Kunden direkt am Wachstum, während deutsche Lebensversicherer erst einmal ihre Rückstellungstöpfe auffüllen.

Britische Versicherer legen den garantierten Jahreszins jährlich neu fest und zahlen bei Vertragsende einen Schlussbonus gemäß den tatsächlich erzielten Überschüssen. Einmal zugesagte Jahreszinsen können nicht rückgängig gemacht werden. Hier liegt ein Vorteil ge-genüber der deutschen fondsgebundenen Lebensversicherung, denn eine einmal erreichte Performance kann nicht wieder verloren werden.

Steuerlich sind die britischen Fonds wie auch die deutschen Produkte als gewerblich und mit Verlustzuweisungen konzipiert. Hier herrscht Klarheit, wohingegen für Fonds, die in US-Policen investieren, Unsicherheit besteht. Initiatoren klassifizierten sie als rein vermögensverwaltende Personengesellschaften, wodurch keine Gewerbesteuer anfällt und die Erträge für Anleger steuerfrei sind. Inzwischen gibt es jedoch Erlasse mehrerer Landes-Finanzministerien, wonach Lebensversicherungsfonds grundsätzlich als gewerblich gelten. Damit kann die Rendite nach Steuern von ursprünglich prognostizierten 15 bis 18 Prozent auf sieben bis acht Prozent sinken. Eine definitive Entscheidung der deutschen Finanz-Behörden wird im laufenden Jahr erwartet.

Während für ausschließlich in Deutschland investierende Fonds kein Währungsrisiko besteht, existiert es für Produkte, die in Großbritannien und den USA anlegen.

Bewertungsrelevant sowohl für die Wertentwicklung als auch für die Risikobeurteilung ist also das Anlageverhalten der Versicherungsgesellschaften mit der daraus resultierenden Performance und Risikobewertung. Risikorelevant sind natürlich auch die steuerlichen und währungsbezogenen Einflüsse.



3. Wert-Risiko-Indikatoren für britische Lebensversicherungsfonds

Die Wert-Risiko-Indikatoren werden ausschließlich auf Basis von Jedermann zugängigen und rechtlich relevanten Unterlagen erstellt. Es sind also komprimierte Bewertungen, die keine weiteren Informationsquellen wie den Fondsprospekt berücksichtigen und somit auch lediglich für einen ersten Überblick gedacht sind. Ein Rating bewertet dagegen auch die Prozesse, das Management und vielfältige Unterlagen in der Dokumentenanalyse vor Ort. Hierdurch bildet eine sehr detaillierte und umfassende Analyse aller die Wertentwicklung und das Risiko beeinflussenden Parameter die Grundlage der Expertenbewertung.

Zur Unterscheidung verwendet die Rating Services AG für Ratings internationalen ABC - Notation (von AAA bisD) und für Indikationen 5 Sterne ***** bis 1 *.
Als besonderes Signal für die Bewertung wird jeweils eine Rating-Medaille vergeben mit den entsprechenden Notationen.

Für britische Lebensversicherungsfonds werden bei den Wert-Risiko-Indikationen die Basis-daten gem. Prospekt angegeben, und die Wert-Entwicklung bewertet, die im Einzelnen nach Ertragsentwicklung, Vermögensentwicklung, der prospektierten Rendite und der Umsetzung der Vorgaben durch das Management. Dier zweite Bewertungsfaktor ist das Risiko.
Im Einzelnen werden die Absicherung des eingesetzten Kapitals, mögliche Kapitalentnah-men oder Rückflüsse an die Fondsinhaber, die Gesamtlaufzeit der Kapitalbildung und das generelle Risikomanagement bewertet. Auch steuerliche und Währungs-Risiken werden hier berücksichtigt. Zusammenfassend wird dann noch ein pro- und contra-Staemnt des Analys-ten angegeben.


Performance der Vergangenheit in die Zukunft übertragbar ?

Es gibt Anglizismen, an denen kommt kein Anleger vorbei.
Performance ist so einer. Das Börsenlexikon versteht darunter: „prozentualer Wertzuwachs des Vermögens einer Investmentgesellschaft od. auch eines einzelnen Wertpapiers“.
Jeder Investor hat Erwartungen. Er will vor allem seine Finanzen möglichst vorteilhaft anlegen. Die Geldanlage soll so rentabel wie möglich sein. Gleichzeitig soll das Risiko überschaubar bleiben.
Je nach den persönlichen Lebensumständen muss die Anlage verfügbar bleiben oder auch nicht.
Sowohl Anlageberater als auch ihre Kunden sind oft blinde Anbeter der vergangen Performance. Dies ist jedoch grundverkehrt, da sich aus der Vergangenheit nicht immer zukünftige Entwicklungen ableiten lassen.
Eine Gesellschaft ohne Risiko gibt es nicht. Privatpersonen müssen die Verantwortung für sich selbst übernehmen, denn am Ende muss immer einer das Risiko bezahlen. In vielen Fällen ist dies der Anleger.
Dieses nicht immer konfliktfreie Kräfteverhältnis zwischen Rentabilität, Sicherheit und Liquidität wird in Fachkreisen etwas abgehoben das „magische Dreieck“ genannt.


Zur Person:

Hans J. Loges ist seit der Gründung 1999 Vorstand der Rating Services AG in München. Die Rating Services AG hat ca. 100 mittelständische Unternehmen bewertet und 30 davon veröffentlicht. In diesem Marktsegment ist die Rating Services AG Marktführer in Deutschland.

Armin Schmatz Certified Rating Analyst (univ.) verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Wertpapierhandel und der Wertpapieranalyse, davon 10 Jahre als Angestellter namhafter deutscher Institute. Seit 1993 ist er Senior Bond Trader an einer Privatbank in Luxemburg. Seit 2004 ist er als Analyst für die Rating Services AG tätig.

(Hans J.Loges; Armin Schmatz)


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