Gewinner der Krise sind die deutschen Komiker
US-Wohnungsmärkte
In den letzten Wochen wurden die Anleger deutscher Fonds mit Investments in US-Wohnimmobilien mit einer bemerkenswerten Argumentation beruhigt.
Die Hypotheken-Krise samt einbrechenden Märkten mache die auf Vermietung ausgerichteten Fonds sogar eher zu Gewinnern der Krise. Die Eigentümer mit ihren notleidend gewordenen NINJA-Krediten (No Income Job Assets) werden per Verwertung ihrer Eigenheime wieder zu Mietern gemacht, was die Nachfrage nach Mietwohnungen ankurbele und von daher eher eine Aufwärtstendenz für die Mieten erzeuge.
Bei diesen Operationen wechselt ein Teil der Wohneinheiten zwischen den Klassen „Mietwohnung“ und „selbstgenutzt“. Wer immer eine Wohnung oder ein Haus aus der Verwertung durch die Bank erwirbt, muss sich zwischen diesen beiden Nutzungsmöglichkeiten entscheiden. Wer die Immobilie als Anlage gekauft hat, bietet auf dem Mietmarkt an. Wenn die Neuerwerbung selbst genutzt werden soll, wird eine andere Wohnung frei, es sei denn, der Erwerber käme aus dem Ausland, der Obdachlosigkeit oder direkt aus einem Studentenwohnheim.
Konsequenz: In aller Regel wird genau dann, wenn ein Ex-Eigentümer zum Nachfrager auf dem Mietmarkt wird, auch eine zusätzliche Wohnung auf dem Mietmarkt angeboten. Sei es die verwertete Wohnung selbst, sei es eine bisher an den Erwerber vermietete.
Und damit wird der Pferdefuß der Argumentation vom Krisengewinn der Vermieter deutlich: Sie beruht auf der ebenso unausgesprochenen wie unhaltbaren Annahme, dass das Angebot an Mietwohnungen in der Krise konstant bleibt. Das ist definitiv falsch. Womit auch der Beweis erbracht wäre, dass die Maximierer des Lustgewinns allemal bessere Ratgeber sind als die „Experten“.
(Martin Klingsporn)







