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Orient Express

Venice Simplon

Express Eine Reise zurück in die gute alte Zeit Eigentlich müsste einem Miss Marple aus einem der Abteile entgegenkommen. Oder zumindest Hercule Poirot, der an Bord dieses Zuges den berühmten und oft verfilmten „Mord im Orient Express“ gelöst hat. Und so beginnt unsere Reise auf dem wohl populärsten Zug Europas, wenn nicht gar der...

Welt. Ein Luxuszug, der
zahlreiche europäische Länder durchfährt,
der wegen seiner illustren Gäste
immer wieder durch die Schlagzeilen
geisterte, der während der 20er Jahre
Inbegriff war für Glanz und Glamour der
oberen Zehntausend. Zwischen dem
Ersten und Zweiten Weltkrieg stand er
Pate für sechs Kinofilme, 19 Bücher und
ein Musikstück. Seine Hauptroute führte
von London nach Paris und weiter über
die Schweiz nach Venedig und Istanbul.
Und weil man seinerzeit gerne bequem
reiste und auf gutes Essen, den Fünf-Uhr-
Tee und eine anständige Bar nicht verzichten
wollte, wurde der Orient Express
mit bequemsten Polstern, besten Stoffen
aus Frankreich und Italien, Hölzern und
Ledern gebaut. Qualitäten, die man heute
allenfalls aus Fünf-Sterne Hotels kennt.
Dann kamen die Flugzeuge, und die
Bahn war als Reisemittel weniger beliebt.
Der Orient Express wurde von den
Gleisen genommen, eingemottet, vergessen.
Bis er vor einigen Jahren wieder
zum Leben erweckt und für 11 Millionen
englische Pfund liebevoll restauriert
wurde. Pro Waggon waren 23.000
Arbeitsstunden notwendig, um das gewünschte
Resultat zu erzielen: wertvolle
Designelemente wie Original-Glasreliefs
von René Lalique, kunstvolle Lackpaneele
oder Holz-Intarsienarbeiten wurden
bewahrt und aufgearbeitet, um Stil
und Eleganz des original Orient-Express
wieder herzustellen. Seit 1982 wird der
Orient Express in altem Glanz als eine
nostalgische Erinnerung an eine Zeit
angeboten, in der das Reisen noch der
Weg, und nicht das Ziel war.


Eine Reise mit dem Orient Express
beginnt idealerweise in London. Wir
betreten in London einen besonderen
Bahnsteig und fühlen uns wie von einer
Zeitmaschine in die Vergangenheit versetzt.
Livriertes Personal eilt uns lächelnd
entgegen, unser Gepäck wird uns
abgenommen, wir stehen vor dem nachtblau
lackierten Zug mit goldenem
Wappen. Der Zugführer reißt den Schlag
auf und bittet uns hinein – innen Holz,
Messing, gedämpftes Licht, Eleganz
eines anderen, eines besseren und
lebenswerteren Jahrhunderts.
Die Abteile sind Kunstwerke, geschaffen
von Restauratoren, von Kunstschreinern
und Polsterern. Überall Einlegearbeiten
seltener Hölzer, solides Messing ersetzt
das heute übliche Plastik. Echte, schwere
Polster laden zum verweilen am Zugfenster
ein, um so die Landschaft an seinem
Abteil vorbei fliegen zu sehen. Mit einem
englischen Tee oder einem guten Glas
Wein in der Hand lernen wir wieder, was
es bedeutet zu reisen, und dass das Ankommen
an sich nicht das Wichtigste ist.
Zen für Lebenskünstler.
Einer der Höhepunkte ist der Ruf zum
Lunch und zum Dinner. Persönliche Stewards
kümmern sich um die Gäste,
französische Maître Chefs bieten Gourmet-
Menüs von höchster Qualität, die
Weinkarte überzeugt Kenner und Genießer
gleichermaßen. So wird eine Reise
im Venice Simplon-Orient-Express – in
kompletter Länge oder auch nur auf
einem Teilstück der Fahrtroute – zum stilvollen
Auftakt oder zum Höhepunkt einer
europäischen Städtereise.
Am Ende der Reise mögen wir den
Orient Express eigentlich nicht verlassen.
Man könnte ewig so weiter fahren, in
diesem besseren Jahrhundert auf Schienen,
bis nach Indien, nein besser gleich
bis Singapur. Und auch zurück, wenn es
denn schon sein muss.

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