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Wie viel Risiko darf es denn sein?

Vergleichsübersicht von 8 Private Equity Dachfonds

Keine andere Anlageform im Bereich geschlossene Beteiligungen verzeichnet derzeit derart dynamische Zuwachsraten wie das Thema Private Equity (PE) bzw. Private Equity Dachfonds. Fast wöchentlich werden neue Fonds präsentiert. Initiatoren, deren Kernkompetenzen bis dato in völlig anderen Bereichen lagen, entdecken plötzlich für sich den Bereich Private Equity.

Mit Blick auf die Erfahrungen aus den 90er Jahren – Stichwort „neuer Markt“ und den seinerzeitigen „großspurigen“ Renditeprognosen – sollten sich sowohl der Finanzdienstleister wie auch der Anleger dem Thema Private Equity trotz aller gegenwärtiger Euphorie kritisch nähern. Sicherlich lag der seinerzeitige Fokus verstärkt auf risikoreichen Frühphaseninvestments. Ungeachtet dessen basieren auch heute manche Prognosen im PE-Bereich ausschließlich
auf dem Prinzip „Hoffnung“ und nicht auf harten Fakten.

Private Equity ist Wachstumskapital, d.h. ein Risikokapitalinvestment (Zuführung von Eigenkapital oder nachrangigem Darlehen) in ein Unternehmen macht nur dann Sinn, wenn die Wachstums- und Renditeperspektiven dieses Unternehmens auch wirklich exzellent sind. Der Investor verdient beim Exit, also zum Zeitpunkt des Verkaufes der Unternehmensbeteiligung.Namhafte Private Equity Gesellschaften, meist Tochtergesellschaften von großen Investmentbanken, sondieren die Märkte weltweit nach solchen aussichtsreichen Unternehmen, so genannte Targets. Hierzu benötigen diese Institutionen Zugangskanäle zu den Zielunternehmen. Ein Sachverhalt, der allzu leicht als sekundär und vernachlässigbar abgetan wird.

Private Equity ist nicht gleich Private Equity. Die Investitionskriterien und damit auch die Risikostruktur der einzelnen Fonds können sehr unterschiedlich sein. Die besten Fonds aus der nahezu unübersehbaren Anzahl von Anbietern auszuwählen, erfordert einerseits einen umfassenden Marktüberblick und andererseits entsprechende Zugangswege zu den Top-Fonds ihrer Klasse. Vor dieser Herausforderung stehen alle Private Equity Dachfonds.
Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die Anlageklasse Private Equity Dachfonds „erwachsen“ wurde. Die Qualität der Konzepte unterscheidet sich in der Tat nur noch marginal. Die Ergebnisse unseres Dachfondsvergleiches liegen somit eng beieinander. Als entscheidende Erfolgsfaktoren haben inzwischen nahezu alle Initiatoren erkannt:


  • Einbindung eines erfahrenen Fondsmanagements mit nachweislichen Zugang zu Top-Quartile Fonds weltweit


  • Investments ausschließlich in Fonds, die bereits eine Leistungsbilanz aufweisen

  • und die sich auf langjährige, stabile Managementstrukturen stützen


  • Auswahl der Investments nach strengen Kriterien, idealerweise auf Basis

  • eines externen Ratings, und Entscheidung durch einen unabhängigen Anlageausschuss


  • Risikomanagement und Portfoliosteuerung durch Streuung, nicht nur regional, sondern auch nach Lebensphasen, Investitionszyklen und Anzahl der Positionen



Mit Renditeprognosen für den Anleger halten sich die Initiatoren bedeckt, handelt es sich doch bei fast allen Fonds mehr oder minder um so genannte Blindpools, d.h. die Investments stehen in der Regel im Vorfeld noch nicht fest. Es gibt zwar Vergangenheitswerte hinsichtlich der Performance von Private Equity Investitionen, diese dienen jedoch nur teilweise als Indikation. Die erzielbaren Renditen, die von zahlreichen Faktoren abhängen, sind einerseits schwer prognostizierbar, andererseits wird die Endrendite für den Anleger durch die Kosten für die Dachfondskonstruktion belastet. Gleichwohl erwartet der Anleger eine Rendite auf Basis IRR von deutlich über 10 % pa., die bei einem positiven Verlauf auch grundsätzlich als möglich erscheint.

Fazit: Bei der Beratung sollte berücksichtigt werden, dass es sich bei einem Investment in einen Private Equity Dachfonds um eine unternehmerische Beteiligung mit hohem Risiko, aber auch Ertragschancen handelt. Die Anlage dient somit nur der Beimischung und sollte unseres Erachtens auch nicht mehr als 10 % des freien liquiden Vermögens umfassen. Bei der Auswahl des Fonds ist auf die Qualität und die Erfahrung des Managements sowie die Investitionsgrundsätze zu achten. Welchen Fonds man auswählt, darüber entscheidet am Ende unter anderem aber auch der „Risikoappetit“ des Anlegers.

(Thomas F.J. Voss)


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