Datum: 09.11.2011
Vermögensverwaltende Fonds – Anker in stürmischen Zeiten
Herbe Verluste einzufahren ist nicht des Anlegers Liebling. Momentan gibt es jedoch einen Trend in sogenannte vermögensverwaltende Fonds, wo Investoren die Anlageentscheidungen und das ganze Spektrum an Möglichkeiten den Fondsgesellschaften überlassen, statt selbst einzugreifen. finanzwelt sprach mit Alexander H. Stütz, Geschäftsführer und Leiter Vermögensverwaltung bei Portfolio Concept.
finanzwelt: Herr Stütz, vermögensverwaltend gemanagte Fonds versprechen, in Krisenzeiten das Portfolio absichern zu können. Insofern müssten diese Fonds momentan eine Renaissance erleben?
Stütz: Vermögensverwaltend gemanagte Fonds zeichnen sich insbesondere durch ein aktives Management und eine Diversifikation über mehrere Anlageklassen aus. Das hat unter anderem zum Ziel, auch in Krisenzeiten eine stabile Entwicklung zu erreichen. Tatsächlich ist es in der aktuellen Krise so, dass sich viele vermögensverwaltende konträr zum negativen Markt entwicklen. In den veröffentlichten Performancevergleichen rangieren sie wieder in Spitzenpositionen. Dies war zuletzt im Krisenjahr 2008 der Fall. Bei diesen Anlagevehikeln ist nicht die hohe Rendite sondern die breite Streuung das Erfolgsgeheimnis. Anstatt einer Alles-oder-Nichts-Taktik, punkten vermögensverwaltend gemanagte Fonds durch Strategien, bei denen die Risikominimierung im Vordergrund steht. Allerdings sind die Anleger aktuell total verunsichert, sodass die Nachfrage - trotz herausragender Ergebnisse - hinter den Erwartungen zurückbleibt. Wir sind zuversichtlich, dass sich dies mit zunehmendem Wissen über vermögensverwaltend gemanagte Fonds ändert.
finanzwelt: Wo liegen die zentralen Stärken vermögensverwaltender Fonds (inkl. Beispiel)?
Stütz: Während klassische Fonds eng an die vorgegebenen Anlagestrategien gebunden sind, können vermögensverwaltend gemanagte Fonds flexibel agieren. Wir halten in den von uns gemanagten Fonds advantage konservativ OP und advantage dynamisch OP zurzeit beispielsweise etwa 50 Prozent Liquidität, da uns Investitionen aktuell als sehr riskant erscheinen; Aktien wurden bereits im April vollständig verkauft. Das kommt den Interessen der Anleger sehr nahe. Wer möchte schon mit einem Aktienfonds hohe Beträge verlieren, nur weil der Fondsmanager aus rechtlichen Gründen nicht aus dem fallenden Markt aussteigen darf?!
Eine wesentliche Stärke liegt gerade bei unabhängigen vermögensverwaltend gemanagten Fonds darin, dass diese in der Regel wie eine komplette Vermögensverwaltung strukturiert sind. Für die meisten Anleger ist eine direkte Investition in verschiedene Anlageklassen nur schwer zu bewerkstelligen, da dies mit großem Aufwand verbunden ist. Zudem ist die selbständige Diversifikation aktuell sehr riskant. Vielen Privatanlegern fehlt die entsprechende Expertise für eine gekonnte Asset Allokation. Stattdessen können sie einen vermögensverwaltend gemanagten Fonds als Basisinvestment ins Depot nehmen und müssen sich nicht ständig darum kümmern. So ist dies beispielsweise auch mit unseren advantage Fonds. Während der konservative Ansatz eine ertragsorientierte Vermögensverwaltung mit dem Fokus auf Kapitalerhalt abbildet, verfolgt der dynamische Ansatz wachstumsorientierte Ziele und dient dem gut strukturierten Vermögensaufbau. Aufgrund der überzeugenden Ergebnisse investieren im Übrigen mittlerweile nicht mehr nur Privatanleger in diese Vehikel. Zunehmend wollen auch Institutionelle von den Vorteilen und der einfachen Handhabung profitieren und steigen in vermögensverwaltend gemanagte Fonds ein.
finanzwelt: Können Sie uns den Selektionsprozess für Vermögensverwaltende Fonds näher erläutern?
Stütz: Die Vorgehensweisen bei vermögensverwaltend gemanagten Fonds sind recht unterschiedlich. Wir als Portfolio Concept stehen für eine ganzheitliche, neutrale Beratung und für systematische Managementansätze. Die advantage Fonds werden seit Anfang 2008 nach einem aktiven vermögensverwaltenden Ansatz gemanagt. Sie investieren breit gestreut in Aktien, Anleihen, Rohstoffe und alternative Investments. Mittels einer hauseigenen softwaregestützten und komplexen Methodik erfolgt eine systematische Optimierung. Hierbei fließen modernste wissenschaftliche Schätzverfahren ein, die auf Kovarianzmatrizen basieren. Ziel ist es, mit effizienten Portfolios überdurchschnittliche Renditen bei möglichst geringen Risiken zu erzielen. Viele vermögensverwaltende Anlagemodelle, die versuchen aus bisherigen Erfahrungen die Zukunft zu prognostizieren, tun sich äußerst schwer. Denn Prognosen sind bekanntlich höchst unsicher. Wir konzentrieren uns daher stärker auf die Beziehungen von Wertpapieren, die sogenannten Korrelationen. In einem ersten Schritt wird dazu aus einem Universum von etwa 1.500 Wertpapieren eine Vorauswahl getroffen. Diese Gruppe umfasst knapp 100 geeignete Investitionsmöglichkeiten. Dabei gilt es, die Kandidaten zu finden, die repräsentativ für ihr Anlagesegment sind und eine hohe Zuverlässigkeit in ihrem Verhalten erwarten lassen. Als sogenanntes Tracking Portfolio zusammengefasst, lässt sich mit ihnen ein optimales Portfolio aus etwa 25 Wertpapieren bestimmen. Der systematische Vorgang wird monatlich von uns wiederholt. Die advantage Fonds sind so immer marktgerecht investiert und gewährleisten dem Anleger eine hohe Diversifikation im Portfolio plus die unabhängige Beratung eines Experten.
Das Interview führte Alexander Heftrich








