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… Sie sich schwer tun werden, einen Supersportwagen zu finden, der so viel Spaß und Leistung fürs Geld bietet wie die Corvette C 6?

Vetten´ dass... ?

Amerikanern wird zu Unrecht so einiges unterstellt, auch dass sie keine Sportwagen bauen können. Ein bitterer Vorwurf, der jedoch sofort von der Corvette C 6 widerlegt wird. Flach wie ein Raubtier kauert die Vette über dem Boden, eine markante Form, die sofort alle Blicke auf sich zieht, so weit das Auge reicht. Ohne...

Schlüsseleinsatz öffnet sich die Tür – ein weiterer Hingucker für die Passanten – und man gleitet in das ergonomische Cockpit. Viel Platz ist hier nicht, aber da man auf bequemen Ledersesseln praktisch über der Straße liegt und nicht sitzt, fühlt man sich doch äußert bequem, selbst auf langen Strecken.

Nirgendwo gibt es mehr Leistung pro Euro. Und Fahrspaß gratis dazu.
Der Achtzylinder startet mit Knopfdruck und meldet sich tief, aber dezent grollend zu Wort, die leicht hakelige Schaltung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ideal angebracht. Anfänger sollten im 2. Gang anfahren, denn auch mit kaltem Motor entfalten die sechs Liter Hubraum satte 404 PS und einen gewaltigen Vortrieb. Die ewig lange Motorhaube und das klotzige Heck sind aus der Fahrerposition kaum sichtbar, der Wagen erstaunlich übersichtlich und selbst in knappen Parklücken ohne weiteres einzustellen. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk ungewöhnlich gut abgestimmt, Schlaglöcher und Bodenwellen werden hart an den Fahrer weitergegeben. Beim Beschleunigen lernt man viel über die Herkunft des Wortes „Vortrieb“, denn dieser Wagen will einfach nicht aufhören zu beschleunigen. Die Ingenieure haben freundlicherweise ein Heads-Up-Display eingebaut, der Tempo, Drehzahl und Öltemperatur auf die Windschutzscheibe projiziert, so dass der Fahrer den Blick nie von der Fahrbahn nehmen muss. Bei ca. 240 km/h sind wir erst bei knapp über 3000 Umdrehungen, und erst bei Tempo 300 findet die Vette ihre Spitzengeschwindigkeit. Auch bei höchsten Geschwindigkeiten liegt die Vette satt auf der Straße, Motor, Lenkung und Fahrwerk sind ausgereift und perfekt harmonisch.

Schöne Nase und knackiges Hinterteil.
Kein Wunder, dass die Verkehrsteilnehmer die Vette meist von hinten zu sehen bekommen – hier gilt der Ausruf eines italienischen Freundes: „Was für ein schöner Hintern!“, denn die vier Rundlichter und die vier armdicken Auspuffrohre sind heute ein ungewöhnlicher Anblick. Das Überholimage ist entsprechend gut. Es gibt keinen, der nicht sofort die Überholspur räumt – vielleicht auch nur, um sich die Vette mal aus der Nähe anzuschauen. Ein Manko ist der kleine Kofferraum, in dem maximal zwei weiche Reisetaschen Platz finden. Besitzer von Hartschalenkoffern werden daran keine Freude haben. Viel Freude macht dagegen der Verbrauch, der auf Landstrasse und Autobahn tatsächlich lediglich 9 bis 15 Liter Normalbenzin ausmacht. Auch bei Spitzengeschwindigkeit ist die Vette trotz sechs Liter Hubraum weitaus sparsamer als viele moderne deutsche Limousinen mit kleinerem Motor. Was für amerikanische Autos ein kleines Wunder ist.

Eine Corvette gibt es ab ca. 62.000 Euro, die Cabrioversion kostet ein wenig mehr. Dafür gibt es 404 PS, sechs Liter Hubraum und mehr neidische Blicke, als Sie glauben. Die Vette bietet zwei Erwachsenen Platz, das war’s. Aber mal ehrlich, wer will damit schon seine Schwiegermutter mitnehmen?

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