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So beurteilen führende Investmenthäuser das Jahr 2003

Von Selbstgefälligkeit keine Spur

Nicht nur an der Frankfurter Börse warten die Börsianer auf den Aufschwung. Doch ob er kommt und welche Anlagestrategie dann die Richtige sein könnte, wagt heute kaum jemand voraus zu sagen. Grund genug für FINANZWELT, die führenden Investmenthäuser zu fragen, wie diese grundsätzlich den Investmentmarkt in 2003 einschätzen und mit welchen neuen Produkten sie auf die veränderten Herausforderungen reagieren?

Heinz-Peter Clodius AM Generali Invest
Die Entwicklung des deutschen Investmentmarktes im Jahr 2003 hängt aus globaler Sicht davon ab, wie sich die derzeit unsichere Situation der Weltwirtschaft weiter entwickeln wird. Größter Unsicherheitsfaktor ist dabei die Frage, ob es zu einem Krieg im Irak kommt, und wenn ja, wie lange dieser Krieg andauern wird. Wir gehen in unserem Kernszenario davon aus, dass es zwar zu militärischen Auseinandersetzungen kommt, diese allerdings nur kurze Zeit andauern und daher für die Weltwirtschaft nur von temporärer Bedeutung sein werden. Wenn dieser Unsicherheitsfaktor an Bedeutung verliert, ist der Weg frei für einen moderaten langfristigen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten. Allerdings schwebt das Damoklesschwert der steuerlichen Neuregelung von Kursgewinnen im Fonds und bei Veräußerung noch über der Branche.

Aufgrund der derzeitigen Situation ist das Stichwort Sicherheit für die meisten Anleger sehr wichtig. Deshalb bieten wir gegenwärtig verstärkt den AM Generali Geldmarktfonds an, der den Anlegern die Möglichkeit gibt, die weitere Entwicklung in einer sicheren „Parkposition “abzuwarten. Außerdem versuchen wir den veränder- ten Bedürfnissen der Kunden mit unserem neuen Produkt „FlexInvest “entgegen zu kommen -ein Anlagekonzept, das gerade in schwierigen Börsenzeiten den Einstieg in den Aktienmarkt erleichtern soll. Bei dem Produkt FlexInvest erfolgt die Einmalanlage zunächst in den AM Generali Geldmarkt Euro und wird dann automatisch in 12 oder 24 Monatsschritten in einen Aktien oder Dachfonds umgeschichtet. Damit macht sich der Anleger von der Wahl eines bestimmten Anlagezeit- punktes unabhängig und profitiert von dem Cost-Average-Effekt in Form eines günstigen Durchschnittskurses.

Matthias Urban Oppenheim Prumerica
Wir erwarten eine langsame und schrittweise Erholung der Weltwirtschaft, die in der zweiten Hälfte des Jahres an Momentum gewinnen und frühestens im zweiten Halbjahr 2004 ihren Höhepunkt erreichen dürfte. Diese Entwicklung dürfte erneut durch die USA getragen werden. Weder ein Rückfall in die Rezession noch ein deflationäres Szenario ist wahrscheinlich, da die Wirtschaft nach wie vor durch eine expansive Geld- und Fiskalpolitik in den USA gestützt wird. Im Laufe des Jahres werden die Investitionsausgaben stärker wachsen als der Verbrauch. Die Investitionsausgaben, die in den USA bereits angezogen haben, dürften weiter steigen. Zunehmender Wettbewerbsdruck und die hohen Abschreibungen im Technologie- bereich werden die Investitionsausgaben stützen, ein Effekt, der jedoch weniger stark sein dürfte als in vergangenen Aufschwungzyklen. Die Erholung in Euroland wird getragen durch den wachsenden Export, der auch die Investitionsausgaben in der zweiten Jahreshälfte stützen wird. Deutschland wird hinter der Entwicklung in Euroland zurück- bleiben, zumindest teilweise aufgrund der Steuerpläne der Bundesregierung. Die Leitzinsen in den USA und in Euroland werden bis zur zweiten Hälfte des kommenden Jahres unverändert bei 1,25 % bzw.2,75 %liegen.

Oppenheim Prumerica wird Breite und Tiefe seines Produktspektrums vergrößern, indem ausgewählte Fonds der bisherigen Prumerica Worldwide Investors Portfolio SICAV in unser Sortiment übernommen werden (Schwerpunkt US-Aktien, US-Renten, High Yield).Vertrieblich sind Platt- formen zur konzernneutralen Beschaffung und Verwahrung von Fonds das große Thema 2003. Wir erwarten den Beginn einer Konsolidierung unter den reichlich zwei Dutzend Pionieranbietern. Oppenheim Prumerica wird sich am Markt weiter durchsetzen; unter anderem durch weitere Kooperationen (zuletzt mit den größten deutschen KAGen)und durch erhebliche Investitionen in das vermittlerexklusive Internetportal www.opftnet.de.

Jörg Westebbe HSBC Trinkhaus & Burkhardt
Wie die meisten anderen Häuser sind wir nicht gerade optimistisch für das begonnene Jahr. So sieht unser Haus im DAX und EURO Stoxx 50 eher Seitwärtsbewegungen, die von starken Schwankungen geprägt sein dürften. Neben den bekannten globalen Unsicherheiten (Krieg im Irak, Anziehen des Ölpreises ,Konjunkturpessimismus in den USA, steigende Arbeitslosigkeit, Kaufzurückhaltung des Privatsektors, Investitionszurückhaltung des Gewerbesektors)kommen in Deutschland noch hausgemachte Probleme hinzu. Vor allem die Unsicherheit über die geplante Besteuerung von Investmentfonds wird insbesondere der Fondsbranche weh tun. Der Trend zu eigener privater Altersvorsorge ist zwar ungebrochen, doch stehen den Privathaushalten aufgrund steigender Abgabenlast immer weniger Mittel zur Verfügung.

HSBC Trinkhaus & Burkhardt hat bereits im 4.Quartal 2002 auf die große Unsicherheit im Markt, die von starker Volatilität geprägt wird, reagiert. Wir haben einen Publikumsfonds mit Discountstrukturen aufgelegt, der die Volatilität als eigene Assetklasse spielt. Der Fonds heißt HSBC Aktien Strukturen Europa (WKN 724 591)und kauft zu ca.60%Indexdiscountzertifikate und 40%Aktiendiscountzertifikate.Wir planen auch für 2003 Produkte, die mit den klassischen Märkten weniger korrelieren und absolute Erträge erzielen. Hier haben wir bereits über unsere Schwestergesellschaft, HSBC Asset Management, Produkte im internationalen Markt, die für den deutschen Markt in Frage kommen könnten.

Henning Busch Morgan Stanley
Den Investmentmarkt in 2003 kann man vermutlich mit diesen Attributen beschreiben: Besser, aber nicht großartig. Ganz am Ende wird allerdings die individuelle Vertriebsstrategie und die Kundenbindung entscheiden.

Auch auf die Herausforderungen, die die New Economy an uns gestellt hat, haben wir nicht mit neuen Produkten reagiert. Morgan Stanley ist ein aktiver Stockpicker, mit qualitativ hochwertigen, solide gemanagten Produkten. Modeerscheinungen oder kurzfristige Marktveränderungen beeinflussen weder unser Fondsmanagement noch unsere Vertriebsstrategie. In den kommenden Jahren schwieriger Aktienmärkte wird es auf eine aktive Asset Allokation in den Kundenportfolios ankommen, die den erheblichen Performancebeitrag liefert. Zur Umsetzung dieser Allokationen bedarf es einer klar nach Asset Klassen und Investmentstilen gegliederten Produktpalette, wie Morgan Stanley sie bereits heute hat.

Patrik Roeder Henderson
Wir erwarten, dass in diesem Jahr Aktien deutlich höhere Renditen einbringen werden als Anleihen- und Geldmarktinvestitionen. Unserer Einschätzung nach befindet sich der Aktienmarkt in einem zyklischen Bullenmarkt. Ende 2003 werden die Aktienmärkte ein gutes Stück über dem derzeitigen Niveau liegen. Die Bewertung ist attraktiv, die Unternehmensgewinne erholen sich und die Liquidität hat sich verbessert. Wir bevorzugen den europäischen, aber auch den japanischen Aktienmarkt. Neben Aktienanlagen halten wir auch gut gemanagte Immobilienfonds für interessant und erwarten höhere Renditen als bei Staatsanleihen.

Grundsätzlich gilt, dass wir unsere Fonds nicht an kurzfristigen Modethemen orientieren. Vielmehr hat Henderson Global Investors bereits vor einem Jahr mit einer Diversifizierung der Henderson Horizon Fondspalette die eichen für die Zukunft gestellt. Damals wurde das Anlagespektrum um neun Fonds erweitert, um auch neu entstandene Investmentchancen auf europäischen und internationalen Märkten zu berücksichtigen. Wir fühlen uns mit einer Mischung aus Kernfonds (z.B. europäische Aktien) und Spezialitätenfonds (z. B. Responsible Investments) sehr gut positioniert.

Holger Fellmann AMIS
Das Jahr 2003 wird wohl noch einige Überraschungen in petto haben. Grundsätzlich ist aber nach Ansicht des AMIS Fondsmanagements der Tiefpunkt bereits erreicht worden, das heißt: Es zeichnet sich im Großen und Ganzen eine Aufwärtsentwicklung ab. Anleger sollten nach wie vor besonders sorgfältig abwägen, welche Investments dem eigenen Risikoprofil am Besten entsprechen.

Die AMIS AG bietet mit dem AMIS FUNDS Basis- plan ein Portfolio mit einer kurzen Mindestlaufzeit von nur drei Jahren. Investiert wird in nationalen und internationalen Anleihen. Gute Verzinsung (+7,05 %seit Auflagedatum 17.04.2002; Stand 10.01.03),wenig Risiko und 0%Ausgabeaufschlag machen den AMIS FUNDS Basisplan zur echten Alternative für Einmalanlagen ab 5000 Euro.

Nikolaus Heiszenberger Münchner Kapitalanlage
Die MK sieht dem Jahr 2003 mit vorsichtigem Optimismus entgegen. Nach drei verlustreichen Börsenjahren in Folge sollte sich eine Konsolidierung auf dem Niveau des Vorjahres einstellen. Die weitere Marktentwicklung wird unter anderem davon abhängen, ob und in welchem Umfang sich die geplante Besteuerung von Veräußerungsgewinnen negativ auf das Anlegerverhalten auswirken wird. Die Tatsache, dass Aktienfonds laut BVI-Statistik im Oktober und November 2002 nach langer Durststrecke wieder Zuflüsse verzeichneten, ist sicherlich kein Grund zur Entwarnung. Aber es zeigt, dass sich Anleger wieder langsam an Aktien-Investments heranwagen.

Die Auflegung von neuen „eigenen “Fonds ist der- zeit nicht geplant. Es ist jedoch durchaus möglich, dass 2003 die Palette an Label-Fonds für Dritte um das eine oder andere Produkt erweitert wird. Beim Management unseres bestehenden Fondsangebots werden wir auch weiterhin unsere be- währte Strategie fahren. Das bedeutet für die MK Aktienfonds: Eine stark defensive Ausrichtung mit einer marktkonformen Entwicklung als primäres Ziel. Bei unseren Rentenfonds, die in den vergangenen beiden Jahren eine Renaissance der Anlegergunst erlebten, setzen wir auch in 2003 auf das weiterhin günstig erscheinende Umfeld im Anleihenbereich.

Kerstin Behnke Gartmore
Wir rechnen für das kommen- de Jahr in der Weltwirtschaftsentwicklung nicht mit signi- fikanten Veränderungen. Die amerikanische und englische Wirtschaft sollte den Erwartungen entsprechend Wachstumsraten von 3 bzw.2,5%aufweisen.Des weiteren gehen wir von einem stabilen Wachstum für Asien (ex Japan)aus. Bedingt jedoch durch die anhaltend schwachen Wachstumsaussichten für Japan und Kontinentaleuropa ist trotz einiger positiver Signale generell mit einem mäßigen und im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich höheren globalen Wachstum auszugehen. Gartmore wird sich in Kontinentaleuropa weiterhin auf den Vertrieb des in 2000 zugelassenen Luxemburger Gartmore SICAV konzentrieren. Diese Produktpalette ist mittlerweile in 13 Ländern zugelassen und im letzten Jahr um zwei Renten- fonds den Gartmore SICAV European Bond und European Corporate Bond Fund ergänzt worden. Kurzfristig sind zunächst keine weiteren Teilfonds geplant, neue Produkte können jedoch bei Bedarf unter dem Gartmore SICAV relativ schnell zugelassen werden.

Michael Deeken INVESCO
Wir erwarten, dass sich die Finanzmärkte im Jahr 2003 unter Schwankungen seitwärts bewegen. Die konjunkturellen Frühindikatoren sind in der Summe immer noch nach unten gerichtet. Die Wirtschaft wird sowohl in den USA als auch im Euroraum nur gering wachsen. Solch ein blutleerer Aufschwung erlaubt es den Unternehmen nicht, ihre Gewinne kräftig zu steigern.

Für 2003 planen wir die Auflegung eines bench- markunabhängigen Fonds, der die absolute Rendite in den Vordergrund stellt. Des Weiteren arbeiten wir an einem Fondsprodukt mit Absicherungsmechanismus, wobei das angelegte Kapital des Anlegers nach unten abgesichert wird, der Anleger aber trotzdem an einer positiven Entwicklung der Aktienmärkte partizipieren kann.

Hartmut Petersmann Metzler
Nach dem Jahr der Extreme könnte 2003 durch eine Normalisierung der Finanzmärkte geprägt werden. Die Weltwirtschaft ist immer noch fragil, kehrte aber bereits in 2002 auf einen mäßigen Wachstumskurs zurück. Die eichen hierfür wurden durch die expansive Geld- und Fiskalpolitik weltweit gestellt. Im ersten Halbjahr erwarten wir zunächst noch eine Schwächephase als Nachwirkung der tiefen Vertrauenskrise des Sommers, die immer noch auf den Konsum- und Investitionsplänen lastet. Im zweiten Halbjahr werden dann voraus- sichtlich die Effekte der expansiven Wirtschaftspolitik die Oberhand gewinnen. Die Beschleunigung des Aufschwungs wird allerdings weiter durch strukturelle Probleme gebremst werden: Die USA korrigieren die Übertreibungen der letzten Jahre, während in Japan und Euroland das ungenügende Reformtempo die Wachstumskräfte bremsen. Doch nicht die Aussichten auf einen an- haltenden Wachstumsprozess, sondern die niedrige Bewertung ist 2003 nach unserer Einschätzung das stärkste Argument für eine Erholung der Aktienmärkte. Angesichts eines nur nominalen Wachstums sollte man sich nach dem Abbau der Unterbewertung auf eine Seitwärtsbewegung der Märkte einstellen.

Im Publikumsfondsbereich sind derzeit keine neuen Produkte geplant. Wir konzentrieren uns in 2003 voll und ganz auf die Etablierung unserer Fondshandelsplattform Metzler Fund Xchange und auf die damit verbundenen Serviceleistungen für unsere Vertriebspartner. Wir möchten unterstützen und Partner sein, und das nicht nur bei der Abwicklung mit einem vollelektronischen Handelssystem sondern auch bei Vertriebsfragen und im Marketing. So werden wir beispielsweise in Kürze ein neues Risikoanalysetool sowie ein neues Researchtool für unsere Vertriebspartner vorstellen. Über Metzler Fund Xchange haben unsere Partner im übrigen Zugriff auf über 2.500 Investmentfonds von mehr als 60 Anbietern, so dass unseres Erachtens eine breite Produktpalette zur Verfügung steht.

Wolfgang Seubert Nordea
Ohne Zweifel wird das Retailgeschäft im Investmentfondsbereich kein einfaches. Das Vertrauen der Anleger ist bis ins Mark erschüttert. Auch bei guter Beratungsleistung wird es schwer sein, den Emotionen der Anleger mit sachlichen Argumenten beizukommen. Aber es werden auch wieder hochwertigere Produkte vermittelt. In der Hausse zählte nur,„was hinten rauskommt “.Die Anlagephilosophie der Produkte bekommt wieder das ihr gebührende Gewicht. Entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der ausländischen Investmentgesellschaften hat auch weiterhin die deutsche Fiskalpolitik. Wurden ausländische Unternehmen bisher diskriminiert, so zeichnete sich zum Jahres- ende eine totale Verdrängung durch die Steuerpläne aus dem deutschen Markt ab. Dies wäre unter vielen Aspekten eine bedauerliche Entwicklung. Doch zwischenzeitlich sind Tendenzen erkennbar, die auf eine Gleichbehandlung mit deutschen Investmentfonds hoffen lassen - wenn auch vielleicht etwas mit Zeitverzögerung. Ob sich die Herausforderungen verändern bleibt abzuwarten. Wir sind sonst mit unserer Produktpalette gut aufgestellt. Im Laufe des Jahres 2003 werden wir einen Global Value Fonds und einen Japan Value Fonds neu auflegen.

Fürst zu Löwenstein Federated
Der Investmentmarkt 2003 wird unserer Ansicht nach kurzfristig davon bestimmt sein, ob und wann die geo- politischen Spannungen im Nahen Osten in ihren wirtschaftlichen Auswirkungen einschätzbar werden. Langfristig werden die Aktienmärkte – ausgehend von den USA – positiv auf steigende Erträge bei Aktiengesellschaften und eine sich langsam erholende Konjunktur reagieren. Die Renten- märkte könnten im Verlauf des Jahres unter Druck geraten, falls sich die Konjunktur belebt und die Erwartung auf wieder steigende Zinsen zunimmt. Dabei dürften US-Unternehmensanleihen durch die hohen Spreadpolster besser abgefedert sein als Staatspapiere. Für Publikumsfonds, speziell für die außerhalb Deutschlands aufgelegten, wird die Phase der Unsicherheit anhalten, bis die destruktiven Steuerpläne der Regierung aufgehoben oder abgeschwächt sind.

Federated hat in der Vergangenheit mit Renten- und Geldmarktfonds den Anlegern Alternativen zum Aktienmarkt geboten. Solche Fonds, wie der kürzlich mit 5 Standard & Poor ’s Fund Stars aus- gezeichnete Federated Short-Term Euro Fund, werden für die Phase der Unsicherheit für die Anleger attraktiv sein. Wenn das Interesse am Aktienmarkt, höhere Risiken einzugehen, wieder zunimmt, planen wir einen unserer besten US- Aktienfonds in Deutschland einzuführen.

Michael Ottens UBS
Die schwache absolute Performance der letzten Jahre und die Regierungspläne zur Fondbesteuerung haben die Anleger im letzten Jahr stark verunsichert. Trotz dieser negativen externen Faktoren genießt die Fondsanlage immer noch das Vertrauen der Investoren. Soweit die Steuerpläne der Regierung – wie absehbar - entschärft werden, dürfte sich der Fondsabsatz 2003 stabilisieren. Allerdings sind die goldenen Jahre des Börsenbooms vorerst vorbei. Es ist nicht mehr mit Rekordzuflüssen wie Ende der 90er zu rechnen. Der Kosten- und Konsolidierungsdruck auf die Fondsbranche wird daher andauern.

Die starken Marktverluste der letzten Jahre haben Investoren die Vorteile aktiver Anlagestrategien wieder deutlicher bewusst gemacht. Wir werden daher in diesem Jahr eine neue Fondsfamilie auflegen, die für wichtige Aktienmärkte aktive Investmentstrategien auf der Basis der Empfehlungen unserer eigenen Analysten umsetzt. Diese Investmentstrategien haben sich bei der Verwaltung von institutionellen Geldern zum Teil schon seit Jahr- zehnten nachweislich bewährt.

Stefan Schaefer Vontobel
Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2003 verhalten ausfallen. Zwar zeigt der Einkäuferindex für die gesamten USA eine Erholung des Industriesektors. Dem stehen aber rückläufige Industrieindikatoren in Europa und Japan gegenüber. Zu den Strukturproblemen der Weltwirtschaft gehören Überkapazitäten im Unternehmenssektor, welche den Arbeitsmarkt und die Unternehmensinvestitionen belasten. In diesem Umfeld erfolgt die positive Wirkung der expansiven Geldpolitik zeitlich verzögert. Die fiskalpolitischen Möglichkeiten wiederum sind - ausser in den USA - sehr beschränkt. Auf der positiven Seite steht die faire und zum Teil tiefe Bewertung der Beteiligungspapiere sowie die großzügige Liquiditätsversorgung der Weltwirtschaft durch die Notenbanken. Dem stehen die immer noch negativen Gewinnrevisionen der Analysten und die zumeist nachgebenden vorauslaufenden Indikatoren gegenüber.

Die Vontobel-Gruppe hat sich Ende 2002 mit der Lancierung zwei neuer Fonds auf die Herausforderungen im Jahr 2003 vorbereitet. Es handelt sich um den Vontobel Fund – European Value Equity (Lancierung 16.12.02)und den Vontobel Fund – Euro Mid Yield Bond (Lancierung 30.09.02).Der Vontobel Fund –European Value Equity, der unsere sehr erfolgreiche Value Palette ergänzt, strebt langfristig einen möglichst hohen Wertzuwachs mittels gezielter Investitionen in europäische Qualitätsunternehmen an. Der Vontobel Fund –Euro Mid Yield Bond legt das mit Unternehmensanleihen verbundene Kreditrisiko transparent und offen dar. So darf das Fondsvermögen nur in Anleihen investiert werden, deren Minimum-Rating (Moody ’s Baa3)niemals unterschritten und deren Maximum- Rating (Moody ’s A1)in der Regel nicht überschritten wird.

Ralph Prudent Nomura Maintrust
Nach den Marktentwicklungen der vergangenen drei Jahre wird das Jahr 2003 auf Anlegerseite von Vorsicht geprägt sein. Im Vordergrund wird die risikoadjustierte Strukturierung der Investments stehen. Gefragt sind daher im Augenblick Garantieprodukte, Rentenanlagen und Alternative Investments wie Total Return Anlagen. Reine Aktienfonds werden es dagegen im Jahr 2003 noch schwer haben. Für deutsche Anleger wird zudem die geplante Steuerreform entscheidende Bedeutung haben. Bei einer generellen Besteuerung von Aktienkursgewinnen wird die Attraktivität von festverzinslichen Anlagen gegenüber Aktien für den Privatanleger steigen.

Es sind keine neuen Produkte geplant. Für die Auflegung von Produkten mit garantierter Kapitalrückzahlung ist es aus unserer Sicht aufgrund der Kursverluste der vergangenen Jahre zu spät. Mit unseren Fonds, vor allem den als Basisinvestment bestens geeigneten Renten- und Dachfonds, sind wir für die veränderten Herausforderungen bestens gerüstet

Manuela Fröhlich F&C
Das Desaster an den Börsen seit März 2000 hat nicht nur in den Depots vieler Anleger deutliche Spuren hinterlassen, sondern vor allem in den Köpfen der Investoren. Das Anlegervertrauen in Aktienfonds wird erst dann wieder zunehmen, wenn ein stetiger Aufwärtstrend zu erkennen ist und die weltweite Stimmung positiver wird. Investiert wird zwar nach wie vor, nur Aktienfonds und ebenso Bondfonds werden weitgehend gemieden, da die Attraktivität dieser beiden Anlageklassen aus Sicht der Investoren immer noch nicht wieder hergestellt ist. Hier wird die Beratungsleistung des Vertriebs auch 2003 ganz stark im Vordergrund stehen, um den Anleger in den schwierigen Zeiten nicht „alleine “zu lassen.

Wir werden unsere Produktpalette optimieren und sukzessive um attraktive Fonds erweitern, um all unseren Vertriebspartnern ein optimales „one-stop-fondsshopping “zu ermöglichen. Ziel dabei ist die langjährige Expertise von F&C in diversen Märkten mit den aussichtsreichsten Themen zu kombinieren. So haben wir im November 2002 den F&C Global Real Estate Securities aufgelegt (Vertriebszulassung in Deutschland erfolgt voraus- sichtlich im Februar 2003),der in globale Immobilienunternehmen investiert.

Dirk Bednarz Hornblower Fischer
Wir erwarten in 2003 eine weiterhin volatile Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte mit hohen Volatilitäten. Für diese Herausforderung muss man im Sinne der Kundenbedürfnisse (Sicherheit und absolute Performance)passende Lösungen bieten können. Für Anbieter mit „passenden “(Produkt-)Lösungen in Kombination mit erstklassigem Service bestehen auch in einem sicherlich insgesamt schwierigen Marktumfeld in 2003 gute Chancen für eine positive Entwicklung.

Wir konzentrieren uns auf das was wir können - mit inzwischen 1,6 Mrd. Euro platziertem Volumen sind wir sowohl etablierte als auch weiterhin innovative Designer und Anbieter von garantierten und strukturierten Produkten. Auch in 2003 beanspruchen wir die Innovationsführerschaft mit neuen Konzepten. Ende Februar legen wir den Hornblower Guarantee Asset Mix auf. Ein Produkt, das in drei verschiedene Asset Klassen in Verbindung mit dem so genannten look-back Verfahren investiert. Lookback bedeutet, dass am Ende eines jeden Quartals während der Laufzeit der am besten performende Index im Verhältnis 50:30:20 gewichtet wird. Damit erreichen wir ein hohes Maß an Sicherheit (95%Kapitalgarantie) und absoluter Performance.

Michael Lock Swissca
Im Jahre 2003 dürfte sich die bereits begonnene Konsolidierung im Investmentfondsbereich fortsetzen. Wie bereits im abgelaufenen Jahr werden sich die Fondsgesellschaften bei Auflegungen von neuen Fonds zurück halten. Vielmehr wird ein Augenmerk auf die Transparenz gelegt. Dies zeigen auch die vom BVI aufgelegten Wohlverhaltensregeln. Insbesondere mit einer standardisierten Berechnung der „Total Expense Ratio “(TER) sollen zukünftig in der Kostenrechnung einer Fondsanlage nicht nur die Verwaltungs- und Depotbankgebühren erscheinen. Vielmehr sollen sämtliche Kosten, die dem Fonds in Rechnung gestellt werden, einfliessen. Diese Massnahmen verfolgen das Ziel, das Vertrauen der Anleger jenseits des Sparbuchs wieder zu stärken. Das wirtschaftliche Umfeld gibt keinen Anlass zu Euphorie. Die Swissca geht aber davon aus, dass im Verlaufe des Jahres 2003 mit einem langsamen Anziehen der Wachstumsraten gerechnet werden kann.

Dem Ruf nach einer transparenten Preisgestaltung ist die Swissca als Nummer drei auf dem Schweizer Fondsmarkt bereits im Jahre 2002 nachgekommen. Durch die Umstellung auf die „Pauschale Verwaltungskommission “(All in Fee),die sich an den internationalen Gebührenberechnungsstandard „TER “anlehnt, setzt die Swissca ein klares Zeichen in Richtung einer besseren Vergleichbarkeit von Fondskosten und damit einer höheren Preistransparenz. Im Verlauf dieses Jahres werden bei den luxemburgischen Obligationenfonds (Swissca Bond Invest)und Anlagestrategiefonds (Swissca Portfoli Fund) Thesaurierungs- und Ausschüttungstranchen eingeführt. Damit versehen wir dieses auch in Deutschland beliebten Produkts mit Zusatznutzen.

Carsten Meier Veritas SG
Die ersten Monate des Jahres werden bei den potentiellen Anlegern sicherlich noch von Unsicherheit über die allgemeine wirtschaftliche Situation als auch der geopolitischen Lage geprägt sein. Sobald die „Gewöhnung “an das neue Umfeld eingetreten ist sollte dem derzeit überwiegenden Skeptizismus eine realistischere Einschätzung der Entwicklungen folgen. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte dürfte der Mehrheit klar sein, dass sich die gesamt- wirtschaftlichen Daten nicht nur nicht weiter verschlechtern sondern sogar verbessern werden.

Wir planen Garantiefonds mit 6-monatiger Zeichnungsfrist (und mit Garantie für den höchsten Preis der 6 Monate)und verschiedene Kombi-Produkte mit Versicherungskomponenten.

Bob Torkel und Griffin
2003 wird kein einfaches Jahr werden, die westlichen Ökonomien liegen immer noch flach, haben kaum Wachstum und die Stimmung rein wirtschaftlich gesehen ist im Keller. In Deutsch- land sieht es wohl am schlimmsten aus. Europa, außer Spanien und Irland, geht es auch nicht besonders, eine etwas bessere Stimmung findet man schon in einigen Regionen, aber grundsätzlich kein Wachstum und auch keine riesigen Visionen. Amerika liegt momentan so „lala “.Mit etwas Glück können wir eine kleine wirtschaftliche Steigerung dort verzeichnen, was Europa etwas mitziehen könnte.

Wir haben gerade unsere Griffin European Opportunities aufgelegt und zum Vertrieb beim Bafin zugelassen. Es ist kein Small Cap. -Fonds sondern ein Fonds, der aktiv Gelegenheiten im Markt sucht. Der Gedanke ist, von Quartal zu Quartal immer positive Ergebnisse zu erwirtschaften (zwischen 7 und 15%p.a.)- also ein Total Return Produkt mit niedrigem Risiko und niedrige Korrelation zum „Index “.

Patrick Fischli Julius Bär
Gemäß den Marktbeobachtern von Julius Bär dürfte das Jahr 2003 ähnlich schwierig werden wie das vergangene. Es dürfte daher an den Börsen mit Trading Märkten zu rechnen sein, d.h. mit unregelmässigen Auf- und Abbewegungen. Für die nähere Zukunft wird die Entwicklung im Irak bzw. das Verhalten der USA eine wichtige Rolle spielen.

Unsere Produktstrategie zielt darauf ab, die bestehende Palette an Fonds weiter abzurunden. Anleger finden bei Julius Bär Fonds, die sie als Kernanlage verwenden können oder als einzelne Bausteine zu einem Gesamtportfolio. Julius Bär legte z.B. den Mortgage Bond Fund auf, der in hypothekenbesicherte Anleihen aus den USA investiert. Der Fonds konzentriert sich auf Mortgage Backed Securities, die von der staatlichen Hypothekar-Agentur „Ginnie Mae “emittiert wurden. Diese Anleihen verfügen über die Staatsgarantie der USA. Dem Anleger sind damit alle Zinszahlungen sowie der volle Nominalwert garantiert. Diese Anleihen bringen dem Anleger leicht höhere Renditen als vergleichbare Staatsanleihen.

Thorsten Schrieber Dr. Jens Erhardt
Der Investmentmarkt in Deutschland wird sicherlich weiterhin mit der Tatsache zu kämpfen haben, dass die letzten drei Börsenjahre auf der Aktienseite eine gewisse Depression bei den Anlegern hinterlassen haben. Es ist zwar sicherlich nicht zu erwarten, dass sich die Entwicklung in diesen Extremen fortsetzt, aber eine Euphorie, wie wir sie bis ins Frühjahr 2000 erlebt haben ist nicht zu erwarten. Daher rechnen wir mit einem Konsolidierungsprozeß sowohl bei den angebotenen Fonds, aber auch bei den Anbietern selbst. Auf der Fondsseite gehen wir von einem prozyklischen Effekt aus, der auch weiterhin offene Immobilienfonds begünstigt und Renten- sowie Absicherungsprodukte.

Da wir Stand heute bei einer Vielzahl von Fondsgesellschaften (u. a. Franken- Invest, Capital- Invest, Frankfurt-Trust)Fonds unterhalten, die von uns gemanagt bzw. beraten werden, haben wir uns entschlossen, unseren Produkten zukünftig durch die Gründung einer eigenen Fondsgesellschaft ein eigenständiges Profil zu verschaffen und von externen Bankpartnern unabhängiger zu werden.

Josef Altmann Parvest
Wie wir es bereits zu Beginn des letzten Jahres vorhergesagt hatten, zeigte sich der wirtschaftliche Aufschwung 2002 moderat und unausgewogen. Seit Ende des Sommers kam es erneut zu einer deutlichen Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit und die Furcht vor einer Rückkehr der Rezession, oder gar einer Deflation nach japanischem Vorbild in den USA und in Deutschland, war wieder präsent. Die dar- aus resultierende Volatilität der Märkte, die durch die Bilanzmanipulationen noch verstärkt wurde, führte wieder einmal zu einer äußerst ausgeprägten Underperformance der Aktienmärkte im Vergleich zu Staatsanleihen. Abgestimmte „Policy- Mixes “,beträchtliche und sich bereits auszahlen- de Umstrukturierungsbestrebungen im Bereich der Unternehmen sowie dauerhafte Strukturreformen im Bereich der Politik stimmen uns jedoch für 2003 weiterhin zuversichtlich.

Für das Jahr 2003 haben wir geplant, unsere inter- nationale Produktpalette PARVEST gezielt zu ergänzen bzw. zu optimieren. So werden wir am 17.Januar bzw. dem 24.Januar mit dem Parvest Protected USA (17.01.03)und dem Parvest Protected Japan (24.01.03)zwei neue, offene Garantiefonds im Bereich Aktien auflegen, um unser Angebot an Garantiefonds im Bereich Aktien, das im Moment aus dem Parvest Protected Euro besteht, zu komplettieren und somit die wichtigsten Kapitalmärkte abzudecken. Wir werden zudem in nächster Zeit mit dem Parvest Emerging Market Quant einen Schwellenmarktfonds auflegen, der sich durch seinen spezifischen Investmentansatz von anderen bereits existierenden Fonds in diesem Segment unterscheiden wird.

Helmut Tetzlaff Bankgesellschaft Berlin
Wir gehen davon aus, dass der Investmentmarkt 2003 nach wie vor von der Verunsicherung der Privatanleger geprägt sein wird. Zwar werden die Aktienfonds wieder stärker steigende Mittelzuflüsse zu verzeichnen haben - schon aufgrund der vermutlich steigenden Zinsen und der sich damit schlechter entwickelnden Rentenfonds. Jedoch werden sich die Anleger auf sicherheitsorientierte Fondsprodukte konzentrieren. Bei den institutionellen Anlegern gehen wir davon aus, dass in diesem Jahr die Chance sich zu historisch günstigen Einstiegskursen einzudecken, genutzt wird. Zumal sich im späteren Jahresverlauf, vorausgesetzt die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten lassen sich begrenzen, die konjunkturellen Aufschwungkräfte durchsetzen sollten.

Nach drei von Kursverlusten geprägten Jahren und damit der schlimmsten und längsten Baisse der Nachkriegszeit, zählt für die meisten Anleger vor allen Dingen eins ,nämlich Sicherheit. Diesem Gedanken wollen wir Rechnung tragen und wer- den in 2003 den Schwerpunkt auf die Auflegung weiterer Kasko-Fonds legen. Dieses Produkt, dass eine 100%ige Sicherheit des eingezahlten Kapitals zum Laufzeitende des Fonds mit den Chancen der Aktienmärkte kombiniert, trifft genau den Nerv des stark gestressten Anlegers. Darüber hinaus arbeiten wir an einem neuen computergestützten System zum Aktienselektionsprozess, der eine dauerhafte Outperformance gegenüber der Benchmark ermöglichen soll.

Reinhard Berben Franklin Templeton
Die Investmentbranche in Deutschland befindet sich in einer Phase der Konsolidierung und es spricht viel dafür, dass die Marktbereinigung in 2003 weitergehen wird. In

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