Policendarlehen nutzen
Vor dem Verkauf einer Lebensversicherung
Auf einmal ist es soweit. Herr Müller braucht kurzfristig und völlig unerwartet Geld. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen. Da fällt ihm
seine Lebensversicherung ein, die er doch einfach auflösen oder auf dem Zweitmarkt für deutsche Lebensversicherungen an einen Anbieter verkaufen könnte. Gerade das Verkaufen hat er erst neulich in den Medien durch Sky du Mont mitbekommen, und dies würde doch einiges an Geld bringen. Jedoch möchte Herr Müller seinen Versicherungsschutz nicht so einfach hergeben und zudem wird seine Police in schon einigen Jahren „fällig“, so dass er dann eine hohe Einmalzahlung erwarten kann. Für genau diese Kunden wie Herrn Müller bietet sich ein Policendarlehen an.
Wo bekommt man die Darlehen? Zunächst sollte der erste Ansprechpartner der Lebensversicherer selbst sein, bevor man andere Alternativen – wie Bankendarlehen – aufsucht. Selbstredend lässt sich ein Policendarlehen z. B. auch bei den „großen drei Einkäufern von deutschen Lebensversicherungen“ erlangen: cash.Life AG, Policen Direkt und CFI Fairpay. Jedoch ist es hierbei so, dass diese Anbieter selbst Vertragspartner haben, die dann die Kreditzahlung übernehmen –CFI Fairpay AG hat bspw. HSBC Trinkaus & Burkhardt und Policen Direkt die WestLB AG zum Partner. Interessant ist dabei, dass es bei der Beantragung für eben jenes Darlehen bei fast allen Policendarlehengebern nicht auf die Kreditwürdigkeit des Kunden, sondern einzig und allein auf die vorhandene Lebensversicherung des Versicherungsnehmers ankommt. Auf gut Deutsch: Egal wie der Kunde finanziell derzeit gesegnet ist – die „gute“ Police zählt. Der Werdegang ist hierbei relativ simpel, wie sich am Beispiel des Anbieters LifeFinance KG zeigen lässt. So kann der Kunde hier zwei verschiedene
Varianten wählen, wobei für beide Varianten gilt, dass der Zinssatz fix vereinbart wird – der Kunde geht demnach kein Risiko aufgrund steigender Zinsen ein. Er kann jederzeit und ohne Vorfälligkeitsentschädigung teilweise oder vollständig sein Darlehen tilgen. „Dieses Maximum an Flexibilität gilt für den gesamten Zeitraum bis zum Ende der Laufzeit der Lebensversicherung, jedoch höchstens für 10 Jahre. Läuft die Police länger, muss das Darlehen dann prolongiert werden“, so Ulf Spielmann, geschäftsführender Gesellschafter der LifeFinance KG. Das Unternehmen bietet die Möglichkeit, dass der Vertrag beitragsfrei geführt werden kann oder während der Laufzeit des Policendarlehens beitragsfrei gestellt wird. Der Kunde erhält somit schnell für einen im Voraus geplanten Zeitraum Geld und kann dennoch die Vorteile seiner Lebensversicherung „halten“.
Ein oft genanntes Argument vieler Zweitmarktanbieter ist der günstige Zinssatz. Hier differenzieren die effektiven Zinssätze je nach Variante des Darlehens und je nach Anbieter. Liegen die Konditionen bei der LifeFinance bei 5,92 % bzw. 5,90 % Effektivzins p. a., sind Darlehen bei CFI Fairpay schon ab 5,78 % zu erhalten, während cash.life eine Police bis zu 100 % des aktuellen Rückkaufswertes zu einem effektiven Jahreszins von 5,99 % beleiht. Günstige Zinssätze, die jedoch auch laut des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch direkt von manchen Versicherern angeboten werden kann. Vergleichen tut demnach Not – und auf jeden Fall sollte vor dem Verkauf der Police die Möglichkeit des Policendarlehens ordentlich durchleuchtet und gegebenenfalls genutzt werden. Verkauft oder aufgelöst ist eine Police schnell! Und: Am besten ist es immer noch, wenn Ihre Kunden eine gute alte Lebensversicherung durchhalten können!
(MARC OEHME)







