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Mit Erfolg auf dem Holzweg

Waldinvestments

Nachhaltigkeit spielt auch in der Branche der Beteiligungsmodelle eine immer größere Rolle. Mit einem Holzinvestment steigt die Kapitalanlagegesellschaft DWS in das Geschäft mit geschlossenen Fonds ein.

Der geschlossene Fonds wird salonfähig. Die Großbanken, die früher eher herablassend auf die geschlossenen Fonds herabschauten, denen in den Augen der Banker das Schmuddelimage des grauen Kapitalmarktes anhaftete, dominieren inzwischen nicht nur den Markt der völlig regulierten Investmentfonds, sondern auch den der kaum regulierten geschlossenen Fonds. 43,1 % des Absatzes gingen 2007 über die Tresen der Großbanken, ermittelte Feri Rating & Research. Stefan Loipfinger kürte die Deutsche Bank zum „Aufsteiger des Jahres“ unter den Initiatoren (mit einem vermittelten Eigenkapital von 744,8 Mio. Euro).

Und nun steigt die DWS – Tochter der Deutschen Bank – , die Nr. 1 unter den Fondsgesellschaften in Deutschland und Nr. 2 in Europa, in das Geschäft mit geschlossenen Fonds ein. Noch halten sich die Konkurrenten bedeckt. Beim Dachverband BVI Bundesverband Investment und Asset Management weiß man noch nichts von ähnlichen Schritten anderer Kapitalanlagegesellschaften. Hinter vorgehaltener Hand wird aber gemunkelt, dass die DWS nicht lange Zeit der einzige Anbieter aus dem Bereich der Investmentfondsgesellschaften bleiben wird. „Auch andere bekannte Fondsgesellschaften wollen bald in den Markt einsteigen“, hieß es in der FAZ am Sonntag. „Bislang bekennt sich noch keine dazu“, meint das Blatt. Sehr schnell zeigte DWS in der neuen Umgebung Präsenz. Auf dem Feri-Symposium Beteiligungsmodelle 2008 trat Thomas Richter, einer der Geschäftsführer der DWS, als Redner auf. Sein Thema: „Investmentgesellschaften öffnen sich für geschlossene Fonds“. „Die DWS hat als global aufgestellte Investmentgesellschaft Zugang zu allen Asset Managern, hat zu allen Assets eine Meinung und zudem die Möglichkeit, die besten Asset-Manager für sich arbeiten zu lassen“, erklärte Richter. Eine harte Trennungslinie zog er aber zur Bewirtschaftung originärer Assets. Dabei würde auf Experten außer Haus zurückgegriffen. DWS beschränke sich auf das „Deal Sourcing, die Verpackung und den Vertrieb“.
Für die Emission von geschlossenen Fonds nutzt DWS ähnlich wie für die Zertifikate eine eigene in Luxemburg gegründete Plattform, in diesem Fall die DWS Access. Jeder neu aufgelegte geschlossene Fonds erhält ein eigenes Compartment, das unter dem Dach von DWS Access angesiedelt ist. Der Anleger wird an den geschlossenen Fonds über Zertifikate beteiligt, die vom 1.1.2009 an der Abgeltungssteuer unterliegen. Es kommen für DWS also nur geschlossene Fonds in Frage, die keine Steuervorteile (steuerfreie Ausschüttungen) bieten können.
Schiffsfonds oder bestimmte Auslandsimmobilienfonds, die auf Grund der Tonnagesteuer und Doppelbesteuerungsabkommen sowie Freibeträgen steuerfreie Ausschüttungen ermöglichen, erfordern eine so genannte transparente Gesellschaft. Bei dieser ist der Gesellschafter steuerpflichtig und kann die entsprechenden Vergünstigungen nutzen, die bei der Zertifikatestruktur verloren gehen. Die Beteiligung des Anlegers über Zertifikate erlaubt es DWS, ge sc h los - sene Fonds europaweit anzubieten. Beteiligungen in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft sind ein typisch deutsches Konstrukt, das sich nicht ins Ausland exportieren lässt.

Überraschend am Einstieg von DWS ist auf den ersten Blick auch die Wahl der Assetklasse Holz. Aber unabhängig von DWS haben auch andere Anbieter an Holzfonds gearbeitet. Die Publizität, die DWS hier erzeugt hat, kommt diesen gewiss nicht ungelegen. Investments in Holz waren bislang großen institutionellen Anlegern und auch den US-Pensionskassen wie die von Yale und Harvard vorbehalten. Gleich vier Initiatoren bieten nun auch Privatanlegern den Einstieg in die Assetklasse Holz.
Auf eine Holzart, nämlich das Edelholz Teak, und auf einen Standort, Costa Rica, fokussiert sich der in der Planung befindliche Fonds DBM Tektona Grandis. „Teak ist ein schnell wachsendes Holz, erzielt gute Preise am Weltmarkt und Costa Rica bietet optimale Klimavoraussetzungen für den Anbau des Edelholzes“, meint DBM Geschäftsführer Christian Harreiner. Als Partner vertraut DBM der österreichi - schen Firma Teakholz International AG (THI), die an der Wiener Börse notiert wird und hinter der österreichische Fachleute stehen, die ihren Job aus der Heimat kennen. THI verfügt über eigene Bestände, die in den Fonds eingebracht werden. Mit den Anlegergeldern werden Plantagen zugekauft, um eine ausgewogene Altersstruktur zu erreichen.
Auf eine möglichst breite Risikostreuung setzt dagegen DWS. Investiert wird in alle Holzarten und weltweit. Über Zertifikate wird der Anleger am Phaunus Timber Fund beteiligt, der von Four Winds von Guernsey aus verwaltet wird. Derzeit gehören zum Fonds Plantagen in den USA, Brasilien, Serbien und Indonesien. Four Winds betreut fast ausschließlich Portefeuilles institutioneller Anleger. „Das sechsköpfige Expertengremium, das den Fonds managt, kann auf über 120 Berufsjahre in der Holzbranche und eine langfristige Erfolgsgeschichte verweisen“, erläutert Jan Goetz, der das Fondsangebot bei DWS entwickelt hat.
Über Genussscheine wird der Anleger bei Waldinvest an einer Luxemburger Aktiengesellschaft beteiligt, die in Forstprojekte in Brasilien investiert. Ausgesucht werden die Projekte von der International Woodland Company IWC, einer dänischen Firma, die sich auf den Holzanbau spezialisiert hat. Neben Mischwäldern bevorzugt der Fonds vor allem Kiefer und Eukalyptus.
Wie DBM investiert Bauminvest in Costa Rica. Hinter dem Fonds steht Leo Pröstler, Gründer des Waschbärversands und ehemaliger Geschäftsführer des Ökoinstituts Freiburg. „Renditebewussten ist die Diskrepanz zwischen hehren Um - welt schutzzielen und exorbitanter Kostenstruktur ein Dorn im Auge“, schreibt das Fondstelegramm. Daneben gibt es noch zahlreiche, eher skurrile Beteiligungsmöglichkeiten an Holz. Da können sich Anleger direkt an einem Baumbestand beteiligen und im Extremfall im Rahmen eines Sparvertrags mit monatlich 50 Euro einen einzigen Baum erwerben. Aber hier handelt es sich nicht um geschlossene Fonds. Viele Anbieter wollen in der Welle mitschwimmen.

(Dr. Leo Fischer)


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