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Ab ins Großherzogtum

Warum der Standort Luxemburg für deutsche Fondsanbieter und Versicherer immer beliebter wird

Das Großherzogtum Luxemburg: Zum einen internationaler Treffpunkt, zum anderen – mit ca. 475.000 Einwohnern, davon in etwa 110.000 im Großraum der Hauptstadt Luxemburg – herrlich überschaubar! Der größte Fondsstandort und einer der größten Finanzstandorte Europas war, ist und bleibt Luxemburg.

So profitieren Unternehmen von einem günstigen und stabilen politischen, wirtschaftlichen, finanziellen, steuerlichen und rechtlichen Umfeld. Kein Wunder, dass demnach ca. 120.000 Grenzpendler in Luxemburg arbeiten und annähernd 40 % der in Luxemburg Beschäftigten ausmachen.

Luxemburg braucht das Finanzgeschäft! So ist dem kleinen Land bewusst, dass ein großes Stück des wirtschaftlichen Sozialproduktkuchens aus dem Finanzsektor stammt. Daher wird dieser auch stark politisch gefördert – anders als in Deutschland. Denn während in Deutschland die Investmentgesetznovelle mit all ihren daraus entstehenden Nachteilen für die Investmentgesellschaften diskutiert wird, buxiert Luxemburg mit einem jüngsten Vorstoß Deutschland weiter ins Abseits. Dabei nutzen, wie unlängst der Presse zu entnehmen war, die Luxemburger einfach die Umsetzung der neuen EU-Zulassungsregelung für Investmentfonds, um gleich noch einmal das Fondsgesetz von 1991 zu überarbeiten. Dies ist beispielhaft für andere Länder und zeigt wieder einmal die Kreativität der Verantwortlichen des Investment-Banking-Sektors in Luxemburg. Dabei handelt es sich um die Ermöglichung der Spezialfonds auch für Privatanleger – bis dato waren diese auf institutionelle Anleger beschränkt.

Fakt ist: Der Fondsstandort Luxemburg steht für eine schnelle und individuell kostengünstige Realisierung von Fondsideen. Hierbei sind nahezu alle Fondsvariationen in Luxemburg realisierbar und über Vertriebswege unproblematisch grenzüberschreitend vermittelbar. Interessant ist, dass die Entscheidungen der entsprechenden Fondsmanager bei einigen Institutionen noch aus Deutschland nach Luxemburg tagtäglich kommuniziert werden, d.h. der deutsche Fondsmanager gibt morgens an, wie er handeln würde, bevor genau diese Handlung von der Niederlassung aus Luxemburg durchgeführt wird. Das Ergebnis der pro-fondsorientierten Politik in Luxemburg hat somit bewirkt, dass im Jahr 2006 die deutschen Investmenthäuser laut Angabe der Beratungsfirma Kommalpha 28,7 Mrd. Euro Nettoabsatz durch Luxemburger Produkte tätigten, während aus den deutsch aufgelegten Fonds 13,2 Mrd. Euro abflossen. Aufgrund der neuerlichen Veränderungen könnte sich die Tendenz in beiden Fällen wandeln – für Luxemburg nach oben, für Deutschland nach unten!

Mit Blick auf die aktuellen Veränderungen im Versicherungsmarkt gewinnen Individualisierungen immer mehr an Bedeutung. Dem Vertrieb bieten sich durch entsprechende Tarifgestaltungen beim Anbieterstandort Luxemburg einzigartige Möglichkeiten, auf die Vorstellungen der Kunden zu reagieren. „Es gibt Produkte, die in Deutschland aufgrund von aufsichtsrechtlichen Einschränkungen nicht abbildbar sind, z. B. individuelle Depots in Aktien, Zertifikate u. a. Von dieser Flexibilität profitieren Kunde wie Vertrieb. Letzterer kann die Produkte zu attraktiven Konditionen oberhalb des deutschen Marktniveaus platzieren“, so Alwa-Ludwig Vautz, Geschäftsführer VORSORGE LUXEMBURG LEBENSVERSICHERUNG S.A.

So besteht z. B. bei der Vorsorge Luxemburg die Möglichkeit einer fondsgebundenen Unfallpolice, die in Deutschland so nicht möglich wäre. Zusätzlich bildet die Vorsorge Luxemburg
biometrische Risiken wie Rente und BU ab. „Wir glauben, dass viele weitere Vertriebe und Berater zunehmend Versicherer in Luxemburg in ihre Anbieterliste aufnehmen“, so Vautz.
Bei den möglichen luxemburger Tarifvariationen nicht zu Unrecht.

Datenschutz nicht vergessen. Auch das Thema Versicherungsgeheimnis bzw. Bankgeheimnis zum Schutz der Privatsphäre wird in Luxemburg stark geachtet. Dieser Schutz geht so weit, dass luxemburgische Versicherungsgesellschaften nicht grundsätzlich verpflichtet sind, Angaben über die Police zu machen bzw. automatische Auszahlungsmitteilungen an ein deutsches Finanzamt zu machen. Es bleibt somit Sache des Anlegers, sein Finanzamt hierüber zu informieren und damit wird er nicht von vornherein zum gläsernen Kunden. So erhält auch nur der Versicherungsnehmer selbst Informationen über seinen Vertrag. Sofern z. B. bei einem Ehepaar der Ehemann eine fondsgebundene Lebensversicherung abschließt, hat nicht einmal die eigene Ehefrau grundsätzlich Anspruch auf Auskunft über die Police.

Fazit. Der Standort Luxemburg wird also auch in Zukunft bei Fondsanbietern und Versicherern aufgrund diverser Faktoren immer beliebter. Die Vorteile fasst Frank Bürsing, verantwortlich für das Privatkundengeschäft beim Münchner Finanzdienstleister FWU, noch einmal zusammen: „Eine hohe Flexibilität in der Anlagestrategie und daraus folgend die Chance auf die Erzielung von hohen Renditen, gepaart mit einer großen Sicherheit der angelegten Gelder, denn das System der staatlichen Aufsichtsbehörden in Luxemburg hat sich als strenger Anlegerschutz in Europa bewährt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

STATEMENT
Stefan Schneider Geschäftsführer IP Concept Fund Management S.A.

Das Spezialfondsgesetz vom 13. Februar 2007, die UCITS III-Umsetzung und die Luxemburger Derivateverordnung verdeutlichen unter anderem, warum Luxemburg zu den bedeutendsten Fondsstandorten der Welt gehört. Neben der schnellen und marktorientierten Umsetzung relevanter Richtlinien findet man an kaum einem anderen Finanzplatz eine so entwickelte und ausgeprägte Fonds-Expertise, Erfahrung und Qualität in konzentrierter Form. Mit dem neuen Spezialfondsgesetz hat Luxemburg ein weiteres Mal Weitsicht und Markterfordernis bewiesen. Durch die geschaffene Struktur für Einpersonen- Fonds mit der Möglichkeit zum optimierten Vermögensaufbau wurde die Innovations- und Zukunftsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt.

(Marc Oehme)


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