Hauptnavigation & Suche:

Unternavigation:


Zurück zur Übersicht

„Männer-Schlussverkauf im Riester-Shop“

Warum sich der Abschluss einer Riester-Rente gerade für Männer noch dieses Jahr lohnt

Es begab sich zu der Zeit ...als im Jahre 2002 eine private Rentenabsicherungsmöglichkeit durch Namensgeber und Fliesenlegermeister Walter Riester eingeführt wurde, die auch noch staatlich gefördert wurde. Dabei wurde jedoch von der damaligen rot-grünen Bundesregierung nicht hinreichend erläutert, dass...

diese private Vorsorgemaßnahme deshalb eingeführt wurde, da zugleich die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherungen gekürzt wurden.

Auch ein Grund, weshalb die Riester- Rente anfangs sehr schwer zu vermitteln war, denn diese „Aufklärungsarbeit“ mussten im Nachhinein die Finanzdienstleister beim Kunden erfüllen. Bei einem Produkt wie Riester und einer Thematik wie die Altersvorsorge war dieses in der Vergangenheit viel zu aufwändig. Ferner waren die Provisionen für die Riester-Produkte anfangs eher als „nicht verkaufsfördernd“ einzuschätzen. Weitere Negativpunkte waren die starre Auszahlungsphase sowie die unglaubliche Bürokratie und Administration, wenn es um die Förderungen der Riester-Rente ging. Alles Punkte, die dafür sorgten, dass Riester – ein an sich reizvolles Vorsorgeprodukt – zunächst ein Flop wurde!

2005: Riester entwickelt sich zum Absatzrenner. Mit Einführung des neuen Alterseinkünftegesetzes in diesem Jahr wurde aus dem Ladenhüter ein Publikumserfolg! Zum einen hat der Gesetzgeber wesentliche Mängel dieser Rentenart korrigiert. Zum anderen greift ganz allmählich beim Verbraucher die Erkenntnis, dass privat vorgesorgt werden muss, sofern man im Alter finanziell abgesichert sein will. Gerade die gesetzlichen Veränderungen sorgten dafür, dass das bürokratische und unattraktive Riester-Modell ein außerordentliches „Comeback“ feiern durfte. 300.000 Neuabschlüsse im ersten Halbjahr 2005 bedeuteten mehr Abschlüsse als im Gesamtjahr 2004. Viele in der Branche gehen daher davon aus, dass 2005 „das Jahr“ der Riester-Rente werden wird.

NEU ab 2006 - Unisex-Tarife: Für Männer wird’s knapp. Bis zum Jahresende rechnet die Assekuranz daher noch mit einem Boom an Riester-Verträgen. Und dies zu Recht, denn bei dem attraktiven Vorsorgeprodukt „Riester-Rente“ geht ein mannesharter Vorteil ab dem nächsten Jahr verloren. Denn: Ab 01. Januar 2006 gelten die so genannten Unisex- Tarife, wonach Männer und Frauen denselben Rentenbetrag ausbezahlt bekommen und dies, obwohl Männer derzeit statistisch gesehen sechs Jahre früher das „Geistliche segnen“. Die „Männer“, die bis Jahresende noch eine Riester- Police abschließen, erwerben bei gleichem Beitrag einen deutlich höheren Rentenanspruch als Frauen. Daher wird dringend geraten, die potentiellen männlichen Riester-Sparer über die (un-)männlichen Änderungen aufmerksam zu machen und Lösungen bereitzustellen!

Die Rente vom Fiskus. Fakt ist: Der Staat fördert nur zertifizierte Produkte. Nach anhaltender Kritik der Assekuranz wurden zum neuen Jahr die Kriterien dahingehend vereinfacht, dass anstatt der vorherigen elf Zertifizierungskriterien seit diesem Jahr nur noch fünf bestehen bleiben – zum Beispiel „lebenslange Rente, die frühestens ab dem 60. Lebensjahr beginnt“. Des Weiteren können Versicherer nun die Verwaltungskosten über die ersten fünf Jahre der Vertragsdauer verteilen, nicht wie bisher über zehn Jahre. Das geht zwar zu Lasten der Kunden, dürfte die Vertriebsmannschaften in Sachen Riester aber auf Trab bringen. Außer der lebenslangen Rente sowie der Absicherung durch den Produktanbieter, dass mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen für Auszahlung bereitstehen, ist sicherlich die „flexible Auszahlung“ ein weiterer Vorteil für den Kunden. So besteht die Möglichkeit für den Versicherten, dass zu Beginn der Auszahlungsphase 30 Prozent (statt bisher 20 Prozent) des angesparten Kapitals ohne Verlust der erhaltenen Fördergelder entnommen werden können. Darüber hinaus ist das Antragsverfahren der Zulagen für den Kunden wesentlich vereinfacht worden. Mussten diese bis 2004 noch Jahr für Jahr ein Zulagenantrag neu stellen, vereinfacht der Gesetzgeber mittels Dauerzulagenantrag das Procedere gewaltig.

Hartz IV-sicher. Ein weiteres Verkaufsargument der Riester-Rente ist, dass sie „Hartz IV“-sicher ist. Sollte der Versicherte arbeitslos werden bzw. Arbeitslosengeld II beziehen, ist seine steuerlich geförderte Rente geschützt und er muss den Vertrag – anders als beispielshalber bei einer Lebensversicherung – nicht auflösen. Außerdem ist es laut Bundesministerium für Finanzen möglich, einen Riester-Vertrag durch zusätzlichen Risikoschutz – etwa einer Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenabsicherung – zu ergänzen.

Wer bekommt wie viel? Um etwas vom Fiskus zu erhalten, muss der Steuerpflichtige ein gewünschtes Sparvolumen von derzeit zwei Prozent (2006: drei Prozent; ab 2008: vier Prozent) des Vorjahresbruttoeinkommens in ein Riester- Produkt ansparen. Hierbei werden jedoch die staatliche Zulagen angerechnet, so dass praktisch gesehen der Riester-Sparer zwei Prozent seines letzten jährlichen Vorjahreseinkommens abzüglich der staatlichen Zulagen als Eigenbeitrag aufwendet. Dazu muss noch erwähnt werden, dass der Eigenbeitrag aber mindestens 60 Euro jährlich beträgt. Die Grundzulagen betragen 2005 maximal 76 Euro (diese steigen bis 2008 auf einen Höchstbetrag von 154 Euro), wobei bei Verheirateten eine zweimalige Grundzulage gefördert wird, sofern ein Ehegatte Anspruch auf Riester-Förderung hat. Dazu belohnt der Staat besonders kinderreiche Riester- Sparer, indem er aktuell eine Kinderzulage von bis zu 92 Euro (2006: 138 Euro; 2008: 185 Euro) pro Kind gewährt. Ferner kann der Riester-Sparer seine Beiträge bei der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Das Finanzamt prüft, ob der Versicherte über die Zulagen hinaus Steuervorteile erhält. Dies ist zumeist bei Singles, kinderlosen oder besser verdienenden Familien der Fall. 2005 lassen sich – inklusive Zulagen – maximal 1.050 Euro absetzen. Es folgt eine Steigerung auf 1.575 Euro (ab 2006) sowie auf 2.100 Euro (ab 2008).

Zwei Beispiele der Riester-Förderung für das Jahr 2005

1. Single mit Vorjahresbruttoeinkommen (VBE) von 35.000 Euro
müsste für volle Förderung zwei Prozent seines VBE investieren, also 700 Euro
abzüglich Zulage (Grundzulage) 76 Euro
verbleibt Eigenanteil von 624 Euro
Steuererstattung aufgrund Sonderausgaben (Finanzamtüberprüfung) 147 Euro
Gesamtförderung 223 Euro

2. Familie (3 Kinder) mit Vorjahreseinkommen (VBE) von 40.000 Euro
müsste ebenfalls für die volle Förderung zwei Prozent seines VBE investieren 800 Euro
abzüglich Zulagen von 2 x Grundzulage 152 Euro
sowie abzüglich 3 x Kinderzulage 276 Euro
verbleibt Eigenanteil von 372 Euro
Gesamtförderung 428 Euro

Fazit
„Riestern“ lohnt sich, keine Frage. Keine vergleichbare Vorsorgemaßnahme bietet so viel staatliche Geschenke wie die Riester-Rente. Durch die vielen neuen Modifizierungen wurde das Riester- Modell in diesem Jahr nochmals stark „aufgepeppt“. Aufgrund der künftigen Unisex-Tarife gilt es daher besonders für Männer, noch in diesem Jahr eine solche förderungsfähige Rente abzuschließen.

Zusatz-Informationen:

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

finanzwelt für unterwegs: Die neue finanzwelt-App bringt Ihnen die wichtigsten News des Tages auf Ihr Handy.

finanzwelt-App

finanzwelt.tv

Film: Alle Filme ansehen

Abo-Bestellung

Bestellen Sie die nächste Ausgabe der finanzwelt.

Jetzt abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie ab jetzt unseren kostenlosen finanzwelt-Newsletter.

Newsletter abonnieren

Fußzeile: