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Die Umsatzbringer

Was Sie bei der Erschließung des Seniorenmarktes berücksichtigen sollten

Als der "goldene Markt" wird er längst in Amerika bezeichnet: der Seniorenmarkt. "Best Agers" sind deutlich jünger, experimentierfreudig und kaufkräftiger - und werden deshalb die wichtigsten Konsumenten der Zukunft sein.

Niemand wird gerne alt. Jetzt aber altern ganze Völker in nie gekanntem Ausmaß. Die Bundesrepublik Deutschland zählt in Europa zu den Spitzenreitern, was die Länge der Lebenserwartung, die Kürze der Lebensarbeitszeit und die Veränderung der demografischen Verhältnisse anbelangt. Dies bringt gravierende soziale Missverhältnisse mit sich (siehe Beitrag „Die Menschen sterben nicht auf der Kreuzfahrt“, S. 28/29). Auf der anderen Seite zählt die Zielgruppe der heute Älteren zu derjenigen mit dem höchsten verfügbaren Einkommen oder Besitz.

Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang das Buch „Die gierige Generation“ von Bernd W. Klöckner (Eichborn Verlag).

Auch Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung machte mit seinem Buch „Methusalem-Komplott“ (Blessing Verlag) auf sich und vor allem auf ein Thema aufmerksam, dessen wir uns bewusst sein sollten. Die Gesellschaft wird sich bereits in den nächsten Jahren gravierend verändern und wird dem heutigen Thema „Alt sein“ ein völlig neues Image bescheren. Schirrmacher: „Das individuelle Schicksal wird zum politischen und ökonomischen Schicksal fast aller Staaten der Erde. Selbst nach vorsichtigen Schätzungen wird dieser Prozess auf unabsehbare Zeit anhalten. Für die nächsten fünfzig Jahre ist er bereits unumkehrbar. Die heute jungen Männer und Frauen, die später die vielen Alten werden, haben deshalb jetzt eine historische Chance: Sie müssen – schon aus Überlebensinstinkt – gegen die Diskriminierung des Alters vorgehen. Tun sie es nicht, werden sie in dreißig Jahren in die seelische Sklaverei gehen.“

Was bedeutet dies denn im Klartext?

Die Änderungen in den Generationenverhältnissen bei gleichzeitiger Steigerung der Lebenserwartung – die Menschen werden älter und bleiben deutlich länger fit – haben dazu geführt, dass die Bedeutung älterer Personen für Marketingaktivitäten gestiegen ist. Wurden Senioren bislang als unflexible, finanzschwache, saturierte und nicht mehr erreichbare Verbrauchergruppe vernachlässigt, belegen aktuelle Untersuchungen genau das Gegenteil. So bleibt die Kaufkraft bis ins hohe Alter relativ konstant und Senioren werden als aktive, mobile, selbstbewusste, eigenständige, anspruchsvolle Zielgruppe beschrieben.

Für Finanzdienstleister leiten sich hieraus mindestens zwei Überlegungen ab:

Viele Menschen machen sich bereits heute – meist im Alter um die 50 Jahre – Gedanken darüber, wie sie die nächsten 30 (!) Jahre oder einen Teil davon verbringen möchten. Themen wie altersgerechte Unterbringung bei gleichzeitiger Berücksichtigung eines entsprechenden Lebensgefühls sind wichtig.
Mit welchen Strategien erreicht man diese Menschen? Wenn der Wachstumsmarkt „Senioren“ so wichtig ist, welches sind dann die Produkte, mit denen man Anleger generell ansprechen kann? Zwei mögliche Konzepte stellen wir Ihnen auf den Folgeseiten vor und werden die Reihe aufgrund der Fülle der neuen Angebote unregelmäßig fortsetzen. Beide Anbieter können auf eine entsprechende Reputation im Seniorenmarkt verweisen. Hinsichtlich der Qualität der Angebote sollten Sie sich eingehend damit beschäftigen. Festzustellen ist aber, dass derartige Ansätze bereits jetzt politische Dimension haben, lösen sie doch bevorstehende Engpässe in der dringend notwendigen Versorgung von älteren Mitbürgern. Auch insofern sind sie zu begrüßen.

(Michael Oehme)


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