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Riester-Fondssparpläne

Wechselfrist eröffnet?

Von einem Einbruch im Riester-Geschäft sollte eigentlich bei den Fondsgesellschaften nicht die Rede sein. Immer noch werden eine Vielzahl solcher Policen vermittelt. Doch der Boom der vorherigen Jahre ist vorbei. Zudem verärgern manche Investmentanbieter ihre Sparer durch Umschichtung ihrer aktieninvestierten Verträge auf Rentenpapiere.

Spätestens durch die aktuelle Prophezeiung, wonach die gesetzlichen Renten zum 1. Juli dieses Jahres kräftig ansteigen sollen, ist doch jedem aufgefallen, dass dies gerade auf das Jahr fällt, in dem auch zufällig Wahlen sind. Und über 20 Mio. fröhliche Rentner sind ja auch zufällig gute Wähler.

Die jüngere Generation ist weiterhin gezwungen, entweder privat oder mittels betrieblicher Altersvorsorge in irgendeiner Art und Weise die Rentenkürzungen aufzufangen. Riester war und ist dabei immer das erstgenannte Schlagwort, wenn es um die private Vorsorge geht. Wohl zu Recht - schließlich wird die Riester-Rente mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert und bietet sogar schon bei kleinen Sparsummen sehr gute Möglichkeiten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten und nach Beseitigung der bürokratischen Hemmnisse - verbunden mit einer besseren Vergütung für den Vertrieb - schoss die Vermittlung von Riester-Produkten 2005/2006 raketenhaft nach oben. Besonders erfolgreich ist hier die Deutsche Vermögensberatung (DVAG), die in Deutschland im 1. Halbjahr 2008 jede fünfte Riester-Rentenversicherung durch einen ihrer 35.000 Vermögensberater vermittelte.

Auch in der Krisensaison 2008/2009 scheinen die Riester-Sparer nicht müde zu werden, auch wenn natürlich ein Stottern der vorherigen Boomjahre zu spüren ist. So haben sich im letzten Quartal des Jahres 2008 rund 700.000 Anleger in Deutschland für die Riester-Rente zur ergänzenden Alterssicherung entschieden. Im Gesamtjahr 2008 wuchs die Zahl neu abgeschlossener Riester-Verträge auf rund 2,2 Mio. Erstmals flossen in diese Statistik auch Zahlen zum so genannten Wohn-Riester ein: Bis Ende des Jahres dürften knapp 40.000 Verträge abgeschlossen worden sein - genauere Zahlen liegen noch nicht vor; erste Produktzertifizierungen erfolgten Anfang November 2008. Damit sparten zum Stichtag 31. Dezember 2008 hierzulande insgesamt rund 12,2 Mio. Bürgerinnen und Bürger mittels Riester- Rente zusätzlich für das Alter. Wachstum ist demnach vorhanden.

Die Statistik zeigt, dass Riester-Fondssparpläne im Vergleich zu den Riester-Versicherungsverträgen „eine kleinere Nummer" sind. Dennoch freuen sich der Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) und seine Mitglieder seit einigen Jahren über hervorragende Zahlen. So setzten seit 2006 deutlich mehr Menschen auf ein Produkt aus dem Hause der großen deutschen Fondsgesellschaften wie DWS, Cominvest oder der Deka-Bonusrente. Aktuell haben knapp eine halbe Million Vorsorgesparer in 2008 einen Riester-Vertrag bei deutschen Investmentgesellschaften neu abgeschlossen. Zum Stichtag 31. Dezember 2008 managte die Investmentbranche damit insgesamt 2,4 Mio. der staatlich geförderten Sparpläne. Dies gab der BVI bekannt. Marktführer im Geschäft mit fondsbasierten Riester- Verträgen ist die Union Investment. 250.000 neue Fondssparpläne, die durch fleißige Bankberater der Volks- und Raiffeisenbanken vermittelt wurden, sorgten dafür, dass Union Investment mittlerweile 1,7 Millionen Riester-Sparer im Bestand hat. DWS Investment konnte in 2008 ca. 169.000 Fondssparpläne neu abschließen und löste damit mit einem Gesamtbestand von 332.000 Kunden die DekaBank als Nummer 2 ab. Die Deka gewann immer noch 110.000 neue Kunden und besitzt damit einen Bestand von 306.000 Riester-Sparern. Insgesamt musste der BVI jedoch eine Reduzierung der Neuabschlüsse im Vergleich zu den Vorjahren feststellen. Betrug der Zuwachs im Jahr 2007 noch über 700.000, verringerte er sich im vergangenen Jahr auf 464.000 neue Fondspolicen. Die nicht endend wollenden Negativmeldungen rund um die Aktienmärkte und der Vertrauensverlust in manch Bankberater haben wohl beim Kunden zum Umdenken geführt.

Die Boomjahre waren ganz deutlich 2006 und gerade 2007. Kein Wunder, denn gerade jungen Menschen wurde seitens Verbraucherschützer und Stiftung Warentest/Finanztest der Weg zum Fonds durch die Bank empfohlen. „Fondsinvestments sind riskant, aber bieten höhere Renditechancen. Junge Leute sollten diese Chance nutzen. Rentenversicherungen eignen sich für sie aufgrund geringerer Renditechancen weniger ..." hieß es da im „Finanztest Spezial Altersvorsorge" 2006.

 

 

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