Interview mit Katharina Klauß
Wenn Frauen powern, gibt’s Erträge!
Katharina KlaußGeschlossene Fonds sind eine bewährte, aber auch in der Qualitätsdiskussion befindliche Finanzierungsmöglichkeit. Emissionshäuser und Banken suchen nach Alternativen. Das betrifft auch die Assetklassen, die typischerweise Gegenstand der geschlossenen Fonds sind. Auf zweierlei Weise bietet die INFINUS-Gruppe, Dresden, Alternativen dafür: So investiert die jüngste Tochter der Gruppe, die ecoConsort AG, konsequent in die Bereiche Beteiligungen, Policen und Fonds, regenerative Energien, Biomassen- und Rohstoffanlagen. Finanzierungstool ist die Orderschuldverschreibung. finanzwelt befragte die Geschäftsführerin Katharina Klauß nach den Hintergründen.
finanzwelt: Wie kam es zu dem ecoConsort Konzept?
Klauß: Die ecoConsort AG und deren Produkte sind auch aus den langjährigen Erfahrungen unserer Vermittler heraus entstanden. So flossen Ideen zur Anlagestrategie und den Anlagekonditionen unserer Vermittler in die Entwicklung der Produkte ein. Die gewünschten Laufzeiten und Investitionsideen sind aus praktischen Bedürfnissen der Kunden und damit genau passend für den Kunden entwickelt worden.
finanzwelt: Warum wählten Sie Orderschuldverschreibungen als Finanzierungsinstrument?
Klauß: Orderschuldverschreibungen sind für Kunden einfach und flexibel. Ein weiterer Vorteil: Wir haben in der Abrechnung und Verwaltung langjährige Erfahrungen. Mit der Vertriebsstärke der INFINUS AG wird gewährleistet, dass die gewünschten Größenordnungen auch platziert werden und somit lukrative Investitionen getätigt werden können.
finanzwelt: Sie erwarten hohe Renditen, etwa 10 % auf die Anlagesumme.
Klauß: Es ist allgemein bekannt, dass Renditen zwischen 7 bis 14 % auch aufgrund steuerlicher Anreize und Subventionen bei Investitionen in erneuerbare Energien wie Wind, Biomasse, Holz und Photovoltaik anlagen seit Jahren erzielbar sind und auch aus diesem Grund die Zinsen unserer An leihen für unsere Kunden absolut realistisch sind.
finanzwelt: Wie entstand die Produktpalette?
Klauß: Wir haben uns in den letzten Jahren verstärkt mit den Themen der erneuerbaren Energien beschäftigt und auch externe Berater und Firmen für uns gewonnen. Diese unterstützen uns nicht nur beratend, sondern beschaffen inzwischen gewünschte Projekte am Zweitmarkt und planen und setzen neue Projekte um. Außerdem unterstützen uns diese Experten auch in der Finanzierung der Objekte über KfW-Darlehen und Bankdarlehen.
finanzwelt: Ihre Investitionsfelder sind sehr anspruchsvoll. Diese entsprechen komplett dem Anlage-Wunschspektrum, das Anleger heute oft äußern. Wie schaffen Sie es, solche hohen Ansprüche zu befriedigen?
Klauß: Die ecoConsort AG nutzt zunächst die langjährige Erfahrung ihrer Muttergesellschaft Future Business PLUS AG in den Investitionsfeldern Policen- und Immobilienhandel sowie Beteiligungen. Firmeninterne Experten und externe Berater liefern den Input für die nachhaltige Ausrichtung dieser Segmente.
finanzwelt: Ein Nachrichtenreport der Kapitalanlagebranche beurteilte Ihre Anlageprodukte als „trendy“ und hält es „zwecks Portfolio Beimischung für eine interessante Anlage“. Ist das die Konzeptidee, die dahintersteht?
Klauß: Das ist durchaus einer der Bestandteile des Konzeptes. Nach aktuellen Studien ist inzwischen jeder zweite deutsche Anleger bereit, einen Teil seiner Geldanlagen nachhaltig auszurichten. Die Orderschuldverschreibungen der ecoConsort AG sind zum einen als nachhaltiger Baustein zur Ergänzung der Portfolios konservativer Anleger geeignet, zum anderen sind sie ein wichtiges Element bei der Diversifizierung von Portfolios konsequent nachhaltig orientierter Anleger. Da sie als nicht börsennotierte Papiere keine Kursschwankungen aufweisen und feste Zinsen ausschütten oder thesaurieren, können sie Ruhe in ein Portfolio aus oftmals sehr volatilen Nachhaltigkeitstiteln bringen.
finanzwelt: Der Basisemissionsprospekt ist aufgebaut wie ein solcher, der bei der Platzierung von geschlossenen Fonds üblich und vorgeschrieben ist. Zielt das Produkt auf Anleger, die sonst geschlossene Fonds zeichnen?
Klauß: Das ist eher den gesetzlichen Vorschriften geschuldet. Form und Inhalt des Basisprospektes entsprechen den Anforderungen des Wertpapierprospektgesetzes. Wertpapiere sind prinzipiell für jeden Anleger geeignet, dessen Risikobereitschaft mit dem Risikoprofil des Wertpapieres konform geht und dessen Renditeaussichten den Renditeanforderungen entsprechen. Das können natürlich auch Anleger sein, die sonst geschlossene Fonds zeichnen. Die Orderschuldverschreibungen hier sind insbesondere als Ergänzung des kurz- bis mittelfristigen Anlagebedarfs interessant, da geschlossene Fonds eher langfristig ausgerichtet sind.
finanzwelt: Derzeit wird überall gefordert, Frauen ins Top-Management zu holen. eco-Consort hat diese Forderung erfüllt. Der Vorstand Ihres Hauses ist „männerlos“.
Klauß: Seit nunmehr 10 Jahren und auch in Zukunft will man in größerem Maße, zum Teil auch per Gesetz, eine Frauenquote in Führungspositionen deutscher Unternehmen durchsetzen. Alle Unternehmen der INFINUS Gruppe haben bereits heute im Durchschnitt eine Frauenquote von 28 %. Bei der ecoConsort AG sind es sogar 80 %. Ich möchte darauf hinweisen, dass Frauen besondere Stärken haben: Erhöhtes Gespür und Weitblick, wenn es um Ökologie und Umwelt geht; ihre Kommunikationsbereitschaft ist groß, größer als die der Männer, und sie verfügen über hohe emotionale Intelligenz. Wir haben in der INFINUS Gruppe von einem hohen Frauenanteil in Führungsebenen immer profitiert und werden dies auch in Zukunft weiter ausnutzen.
Orderschuldverschreibungen
Orderschuldverschreibungen sind Wertpapiere, die auf den Namen eines bestimmten Gläubigers lauten, diesem und späteren Erwerbern jedoch die Übertragung mittels Begebungsvermerk gestatten. Quelle: Wikipedia
(Das Gespräch führte Dieter E. Jansen)







