Neue Märkte, neue Macher
Willkommen im Club …
© Foto: YPS Peter Neumann„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“
Als Erster auf den Markt zu kommen, ist der Traum eines jeden Unternehmers. Das gilt aber nur, wenn der Markt auch hält, was er verspricht und der Unternehmer entsprechend Ahnung und Erfahrung hat. Emittenten geschlossener Fonds sind mit ihren Anlagekonzepten meist schneller auf den Märkten als die institutionellen Marktpartner. Deshalb macht es Sinn, sich frühzeitig mit den Anlagevorschlägen neuer Macher und neuer Märkte zu beschäftigen.
Ein innovatives Fondskonzept – Recycling von Kunststoffabfällen
Zum Umfeld
Erinnern Sie sich? Es gab Zeiten, da wurden Kunststoffabfälle gemeinsam mit normalem Hausmüll eingesammelt und in Müllverbrennungsanlagen oder auf Abfalldeponien vernichtet. Das ist ewig her, so scheint es, aber das stimmt nicht. Die Änderung ist gerade mal 20 Jahre her. 1990 wurde das „Duale System“ eingeführt, die getrennte Sammlung unterschiedlicher Abfälle. Das gesellschaftliche Umweltbewusstsein hat sich seitdem verändert. Es entstand ein neuer Dienstleistungssektor, Kunststoffabfälle werden jetzt separat eingesammelt, sortiert und verwertet. Dies macht sich eine neue Technologie zunutze. Sie ermöglicht die Umwandlung von Kunststoffabfällen in Produktöl. Es gibt einen ersten geschlossenen Fonds, der in diese neue Technologie investiert. (DJ/KB)
Zum Fonds
Ab 10.000 Euro plus 5 % Agio können sich Anleger an dem Öko-Energie Umweltfonds 1 beteiligen. Initiatoren sind Oskar Edler von Schickh und Dipl.-Ing. Norbert Dinter. Als Inhaber des Emissionshauses Ventafonds verfügt von Schickh über eigene Fondserfahrung. Der Fertigungs- und Planungsingenieur Dinter steuert ca. 30-jährige technische Erfahrung bei. Mit dem Slogan „Vom Joghurtbecher zur Energie“ umschreiben die Initiatoren die zu Grunde liegende Fondsidee etwas plakativ, inhaltlich jedoch zutreffend. Die Planung sieht vor, 4 Anlagen zur Umwandlung von recyclebaren Kunststoffabfällen in flüssige Energieträger mittels eines patentierten Thermolyseverfahrens vom Anlagenbauer NILL-TECH errichten zu lassen. Der ausgewählte Standort liegt im Mannheimer Hafen. Eine laufende Beratung und Betreuung erfolgt durch die TÜV Süd Industrie Service GmbH.
Die Finanzierung des Fonds erfolgt aus Eigenkapital. Insgesamt sollen 26,8 Mio. Euro Anlegerkapital eingesammelt werden. Das zur Errichtung der ersten Anlage notwendige Kapital wird mit ca. 10 Mio. Euro beziffert. Für den Zugang zu den benötigten Kunststoffabfällen und die Abnahme des Produktöls liegen Absichtserklärungen vor. Die Genehmigung der Anlagen liegt noch nicht vor, das Genehmigungsverfahren wurde aber bereits eingeleitet. Der Fonds hat eine geplante Laufzeit bis Ende 2020. Die Ausschüttungen sollen vierteljährlich erfolgen und zwischen 3 % p. a. (2010) und 31,8 % p. a. (2020) liegen. Inklusive des Veräußerungserlöses wird ein Gesamtrückfluss von 202 % der Nominaleinlagen kalkuliert. Steuerlich erzielen Anleger Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
Es handelt sich um eine unternehmerisch geprägte Beteiligung,
die nur für einen entsprechenden Anlegerkreis geeignet ist. Eine erfolgreiche Konzeptumsetzung ist an die Platzierung des benötigten Mindestkapitals gebunden. Im Gegenzug handelt es sich aber um ein insgesamt perspektivreiches Projekt, das von einem erfahrenen Anlagenbauer begleitet wird, sehr konservativ kalkuliert wurde (die aktuellen Preise für Heizöl liegen deutlich über dem Kalkulationsansatz), ökologisch sinnvoll ist und Anlegern attraktive Renditen bescheren kann.
Dipl.-Ing. Norbert Dinter betont, dass das Endprodukt mit schwefelarmem, leichtem Heizöl vergleichbar und daher problemlos zu vermarkten ist. Um das große Potenzial des Fonds zu erfassen, sollten Anleger sich zudem vor Augen halten, welche Ölpreisentwicklungen von Analysten erwartet werden.
Spezialsegment: Wie mit notleidenden Krediten Geld verdient werden soll
Zum Umfeld
Wer seine Schulden nicht begleichen kann, dem sind schnell die Gläubiger auf den Fersen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg versuchen sie, ihr Geld zurückzubekommen. Blitzen sie beim Schuldner ab, wenden sich die Gläubiger gerne an Profis. Das Eintreiben der Schulden übernehmen dann entweder Rechtsanwälte oder Inkasso- Büros. Jetzt gibt es eine weitere Möglichkeit: Das Geldeintreiben übernimmt nicht das Inkasso-Büro, sondern ein geschlossener Fonds. Dessen Konzept: ausfallgefährdete Kredite günstig zu erwerben, offene Restbeträge bei den Schuldnern mittels Nachlässen einzufordern und hieraus ansprechende Renditen für die Anleger zu erwirtschaften. (DJ/KB)
Zum Fonds
Die TASK FORCE INVESTOR GmbH, Leipzig, wurde im Dezember 2008 gegründet und legt mit dem TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 ihren ersten geschlossenen Fonds auf. Anleger können sich ab 10.000 Euro plus 5 % Agio beteiligen. Das geplante Fondsvolumen beträgt gut 25 Mio. Euro. Die Finanzierung soll ausschließlich aus Eigenkapital erfolgen. Das Geschäftsmodell basiert darauf, dass Portfolien notleidender Kredite von Banken an institutionelle Investoren veräußert werden und dass diese die Sicherheiten (z. B. Immobilien) verwerten. Die verbleibenden – im Wesentlichen unbesicherten – Restforderungen sollen für maximal 1,5 % des Nominalwertes erworben werden. Die geplanten Umsatzerlöse liegen bei rund dem 2,8-fachen der Einstandspreise.
Wesentlicher Projektpartner als Abwicklungsdienstleister (Servicer) ist die 1999 gegründete publity AG, Leipzig. Sie ist laut Prospekt seit 2006 auf das Servicing von Kreditforderungen spezialisiert. Inwieweit die Kapazitäten des Partners ausreichen, ggfls. ein geplantes Nominal-Kreditvolumen von mehr als 1,3 Mrd. Euro erfolgreich zu verwerten, kann anhand der Prospektangaben nicht beurteilt werden. Positiv schlägt die unabhängige Mittelverwendungskontrolle zu Buche. Die geplanten Nachsteuer-Rückflüsse an die Anleger bis Ende 2013 liegen bei rund 128 % der Einlage inkl. Agio. Dies ist sicherlich kein unattraktiver Wert. Allerdings muss beachtet werden, dass der Initiator erstmals einen geschlossenen Fonds auflegt und zudem über keine Platzierungserfahrung verfügt (Kostenrisiko bei Rückabwicklung). Insofern sollten Anleger – selbst wenn sie innovativen unternehmerischen Produkten aufgeschlossen gegenüberstehen – trotz eines möglicherweise perspektivreichen Marktsegments sehr genau abwägen, ob die vorgesehenen Rückflüsse bis 2013 die erhöhten Risiken eines Engagements rechtfertigen. Das Fundament würde auf jeden Fall deutlich sicherer erscheinen, wenn positive Ergebnisse aus vergleichbaren Vorläuferfonds vorliegen würden.
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(Karsten Ewert)





