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Neue Märkte, neue Macher

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„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“
Als Erster auf den Markt zu kommen, ist der Traum eines jeden Unternehmers. Das gilt aber nur, wenn der Markt auch hält, was er verspricht und der Unternehmer entsprechend Ahnung und Erfahrung hat. Emittenten geschlossener Fonds sind kreativ, mutig und mit ihren Anlagekonzepten meist schneller auf den Märkten als die institutionellen Marktpartner. Deshalb macht es Sinn, sich frühzeitig mit den Anlage-Vorschlägen neuer Macher und neuer Märkte zu beschäftigen.

Ein junges Marktsegment - Direktinvestition in Agrarbetriebe


Zum Umfeld
Stetig zunehmende Weltbevölkerung, Bodenerosionen und Versalzung verknappen die Böden, Naturkatastrophen, die Ernten vernichten. Das scheinen gute Nachrichten für Agrarinvestoren. Wenn da nicht Begriffe wie Milchseen, Butterberge, Schweinezyklus, Marktregulierungen und Buschfeuer das schöne Bild des Anlagehimmels trübten. Ein Emissionshaus mit erstklassigem Ruf wagt sich jetzt an die Assetklasse Agrarinvestments in „down under". Australien mag vielleicht der ideale Standort für Ernährungsinvestitionen sein. Dazu gehört aber unbedingt, dass Management und die Preise für Farmen, Plantagen und Winzereien konkurrenzfähig sind. (fw/DJ)

Zum Fonds
Die börsennotierte australische Macquarie-Gruppe wurde 1969 gegründet und hat seit 2005 einen Agrar-Dachfonds und mehrere Infrastrukturfonds mit einem Eigenkapital von zusammen mehr als 1,4 Mrd. Euro in Deutschland aufgelegt. Für das aktuelle Beteiligungsangebot MACQUARIE 9: AGRAR DIREKTINVEST ist ein Platzierungsvolumen von 98 Mio. australische Dollar (AUD, ein AUD entspricht aktuell ca. 0,58 Euro) geplant. Der Fonds finanziert sich aus Eigenkapital. Anleger können sich wahlweise ab 20.000 AUD oder 10.000 Euro, jeweils plus 5 % Agio, beteiligen. Das Maximalvolumen beträgt 250 Mio. AUD. Für eine Milchfarm, eine Mandelplantage und einen Weinbaubetrieb wurden bereits Kaufoptionen im Gesamtvolumen von 60 Mio. AUD gesichert. Die Angemessenheit der Kaufpreise ist gutachterlich bestätigt. Zusätzlich sollen eine Milch- und mindestens drei Getreidefarmen sowie gegebenenfalls weitere Betriebe und Anbauflächen erworben werden. Diese wurden allerdings noch nicht ausgewählt.

Bezogen auf das Gesamt-Fondsvolumen inkl. Agio werden 86 % des Fondskapitals inkl. Agio für den Erwerb der Farmbetriebe, Erwerbsnebenkosten und die Liquiditätsreserve verwendet. Der Rest entfällt auf fondsbedingte Kosten. Der Fonds soll planmäßig Ende 2019 aufgelöst werden. Die laufenden Einkünfte und ein Veräußerungsgewinn werden mit derzeit 30 % in Australien versteuert. Es gilt der Progressionsvorbehalt in Deutschland. Die laufenden Ausschüttungen nach australischen Steuern werden mit durchschnittlich ca. 7,5 % p. a. der Nominaleinlage kalkuliert. Inklusive der Veräußerungserlöse sollen in 10 Jahren rund 202 % an die Anleger ausgezahlt werden.

Für die Produkte der bislang ausgewählten Farmen liegen teilweise Abnahmeverträge zu Fest- bzw. Mindestpreisen vor. Die Gesamtkonzeption wirkt solide. Macquarie kann auf ein professionelles, auf Ertragseffizienz ausgerichtetes Agrarmanagement- Team zurückgreifen. Die Perspektiven im Marktsegment erscheinen - auch angesichts der stetig zunehmenden Weltbevölkerung - sehr günstig. Georg Vietor, Leiter der deutschen Macquarie- Niederlassung, stellt zu Recht heraus, dass Anleger in eine konjunkturunabhängige Anlageklasse investieren: „Gegessen wird immer!"

Australien verfügt über stabile rechtliche und politische Rahmenbedingungen, eine entwickelte Infrastruktur und insgesamt gute klimatische Voraussetzungen. Weitere Vorteile ergeben sich durch die antizyklischen Erntezeiten der südlichen Hemisphäre und die Nähe zum wachstumsstarken asiatischen Wirtschaftsraum. Angesprochen auf mögliche Risiken wie bspw. eine anhaltende Dürre entgegnet Vietor, dass dies kein aktuelles Phänomen in Australien sei. Zudem würden sich die zu erwerbenden Betriebe mit einem aktiven Wassermanagement - inkl. dem Erwerb von erstrangigen Wasserrechten, die eine ausreichende Bewässerung gewährleisten - auf etwaige Trockenperioden vorbereiten.

Exotenfonds - Investition in US-Geldautomaten


Zum Umfeld
Der weltweit erste Geldautomat wurde 1939 von der City Bank of New York (inzwischen „Citibank") probeweise in Betrieb genommen. Mangels Akzeptanz bei öffentlicher Kundschaft und primärer Nutzung durch Glücksspieler und Prostituierte wurde der Betrieb jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Erst Anfang der 70er Jahre begannen sich Geldautomaten weltweit zu etablieren. In den USA werden sie seit etwa 10 Jahren nicht mehr nur von Banken, sondern auch von Privateigentümern aufgestellt. Ladenbesitzer verzeichnen Umsatzsteigerungen, wenn in ihrer Nähe oder sogar ihrem Geschäft ein Geldautomat steht.

Zum Fonds
Anleger beteiligen sich an einer amerikanischen Fondsgesellschaft, die plant, Geldautomaten zu erwerben. Einnahmen sollen sich aus den Transaktionsgebühren und den späteren Verkaufserlösen der Automaten ergeben. Es soll ausschließlich in seit mindestens 12 Monaten in Betrieb befindliche Automaten investiert werden. Anleger können sich ab 20.000 USD plus 3 % Agio am Fonds beteiligen. Eine Besonderheit besteht darin, dass Anleger automatisch zum 31. Dezember 2017 oder alternativ dann ausscheiden, wenn die Ausschüttungen einer vollständigen Rückzahlung der Nominaleinlage und einer „Verzinsung" der gebundenen Einlage von 8,04 % p. a. entsprechen („IRR"-Rendite, nicht vergleichbar mit Renditen von Kapitalanlagen mit konstanter Kapitalbindung).

Die Initiatorengesellschaft DEWILA Privatinvest Aktiengesellschaft, Alzenau, wurde 2008 gegründet und hat bereits einen Vorläuferfonds aufgelegt. Über diesen Fonds erfährt der Prospektleser lediglich, dass er Ende Februar 2009 geschlossen wurde und per 18. März 2009 „schon 45 %" in Geldautomaten investiert waren. Weiterführende Angaben zu den erworbenen Automaten und zum Platzierungsergebnis fehlen. Angesichts des weithin unbekannten Initiators und des für deutsche Kapitalanleger unerprobten Marktsegments erscheint es ratsam, dass Anleger den Fonds vor Abschluss einer Beteiligung einer gründlichen Prüfung unterziehen und im Zweifelsfall Vorsicht walten lassen.

(Karsten Ewert)


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