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Neue Märkte, neue Macher

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„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Als Erster auf den Markt zu kommen, ist der Traum eines jeden Unternehmers. Das gilt aber nur, wenn der Markt auch hält, was er verspricht, und der Unternehmer entsprechend Ahnung und Erfahrung hat. Emittenten geschlossener Fonds sind mit ihren Anlagekonzepten meist schneller auf den Märkten als die institutionellen Marktpartner. Deshalb macht es Sinn, sich frühzeitig mit den Anlage Vorschlägen neuer Macher und neuer Märkte zu beschäftigen.


Indien

Zum Umfeld
Keine Frage, das Land hat aus Anlegersicht seine Zukunft noch vor sich. Anleger, die den Vorschlägen der Initiatoren folgen wollen, sind Pioniere. Ergebnisse mit geschlossenen Fonds, die dort investieren, liegen noch nicht vor. Das Investitionsziel Immobilien ist sicherlich attraktiv, besonders in Indien in seiner frühen Phase der Immobilienmärkte, später werden sicher in verstärkter Zahl internationale Player dazu kommen. Die Prospektdarstellungen erscheinen aber doch sehr euphorisch, allerdings sind Pionier-Gewinne in der Höhe auch nicht ausgeschlossen. Risikoreich ist Indien allemal. Nichts für Sicherheitsfanatiker.

Zu den Fonds
Gleich zwei Initiatoren legen erstmals Fonds für indische Immobilieninvestitionen auf. Die 2004 gegründete Trend Capital AG hat bislang je zwei Auslandsimmobilien- (Dubai/Qatar) und zwei Solarenergie-Fonds emittiert. Ab 10.000 Euro plus 5 % Agio können sich Anleger nun an ihrer Trend Capital GmbH & Co. Indien | KG beteiligen, die bei einem angestrebten Kommanditkapital von 85 Mio. Euro (min. 5 Mio., max. 150 Mio. Euro) in ein gestreutes Portfolio von Immobilien- und Infrastrukturprojekten investieren soll. Bei einer geplanten Laufzeit von lediglich rund vier Jahren werden Ergebnisse von 18 bis 22 % der Nominaleinlage p. a. für die Anleger prognostiziert.

Sehr mutig startet die Aalener Vision SF GmbH Ende 2008 mit dem Vertrieb der SF Indien Hotel I GmbH & Co. KG, an der Anleger sich mit Einlagen ab 50.000 Euro (plus 5 % Agio) beteiligen können. Das vorgesehene Fonds-Kommanditkapital beträgt 9 Mio. Euro plus Agio. Zusammen mit dem Eigenkapital weiterer Investoren und unter Einbezug von Fremdkapital werden planmäßig gut 29 Mio. Euro in ein Hotelprojekt in Bangalore investiert.

Weinfonds
Zum Umfeld
Intelligente Beteiligungen in die Weinindustrie, wie sie Stanley W. Bronisz Anlagen mit seinem „Grapevault" Weinfonds vorschlägt, gibt es in Großbritannien, USA und Australien längst. Bei uns noch nicht. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder Spekulationsfonds, die in Wein investierten. Positive Performance-Reports dieser Investments sind mir allerdings nicht bekannt. Die Weinliteratur ist voll mit Geschichten über Preis- und Gewinnexplosionen von guten Jahrgängen - überall auf der Welt. Es kommt auf den Entscheider an. Ich habe Bronisz befragt, wer die Entscheidungen trifft. Seine Antworten haben überzeugt. Anleger sollten sich die handelnden Personen genau ansehen und nur investieren, wenn sie von Bronisz' Profis, die die Arbeit tun, überzeugt sind.

Zum Fonds
Mit dem Grapevault Wine Fund No. 1 legt die Oberhachinger Grapevault Wine Investments GmbH erstmals einen geschlossenen Fonds auf. Das Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass die Investitionen - anders als bei konventionellen (oftmals wenig erfolgreich verlaufenen) Weinfonds - nicht ausschließlich in Weine erfolgen. Vielmehr ist vorgesehen, dass zu rund 70 % in Rebflächen und Weingüter, zu rund 20 % in den Weinhandel und zu rund 10 % in neue Projekte („Company Development") investiert werden soll. Eine Beteiligung ist ab 20.000 Euro (plus 5 % Agio) möglich, das geplante Gesamtvolumen des Fonds beträgt 20 Mio. Euro. Der Fonds läuft auf unbestimmte Zeit. Die jährlichen Ausschüttungen an die Anleger werden zwischen 1,0 % (2010) und 18,4 % (2017) der jeweiligen Nominaleinlage kalkuliert. Neben den innovativen Aspekten stellt auch der Emissionsprospekt ein Novum dar: Mit einem mehr als 300 Seiten starken Werk legt der Initiator den vermutlich umfangreichsten Prospekt eines geschlossenen Publikumsfonds vor, der jemals in Deutschland veröffentlicht wurde. Trotz einer interessanten und zugleich komplexen Materie dürfte der zeitliche Aufwand für das Studium der Masse an Informationen allerdings den von der Mehrzahl der potenziellen Anlageinteressenten hierfür vorgesehenen Rahmen deutlich sprengen.

 

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