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Berufsunfähigkeitsversicherung

Wunschpolice – nur ein Traum?

© Foto: Akhilesh Sharma - Fotolia.com

„Selten nach Wunsch sei die Berufsunfähigkeitsversicherung“, titelte Finanztest in ihrer Ausgabe Juli 2010 und führte eine Vielzahl von Gründen an. Spiegelt diese Aussage auch die Meinung der Versicherer wider? finanzwelt fragte bei den Versicherern nach.

Seinen Beruf zwangsweise nicht mehr ausüben zu können, hat viele Gesichter. Die meisten denken hier eher erst mal an das typische Berufsbild „Maurer“, der aufgrund der vielen Jahre am Bau einfach körperlich nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Dass dies ein Klischeedenken ist, beweisen diverse Umfrageergebnisse. Schon längst trifft es auch körperlich weniger beanspruchte Berufsgruppen wie Lehrer oder den Börsenexperten, der aufgrund der Finanzkrise in tiefe Depressionen fällt.

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig.
Rückenprobleme, Hüft- und Kniegelenkarthrose, Tinnitus, Herz-/Kreislauferkrankungen, Allergien, Krebs sowie weitere körperliche und/oder organische Gebrechen jeglicher Art, und das abgerundet mit einer „feinen“ psychologischen Diagnose – alles ist möglich und kommt viel früher als man denkt! Denn Berufsunfähigkeit ist längst nicht mehr das Los älterer Arbeitnehmer. Nach den Statistiken von Allianz Leben beträgt das Durchschnitts alter bei Eintritt der Berufsunfähigkeit gerade mal 44,8 Jahre.
All dies sind Gründe, weshalb auch Verbraucherschützer schon seit einiger Zeit die Berufsunfähigkeit zu den wichtigsten Absicherungen zählen. Auch, weil das Berufsunfähigkeitsrisiko zur Privatsache geworden ist. So entfiel mit der Rentenreform für alle nach 1961 Geborenen der gesetzliche Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit. Und so bleiben am Ende für den Betroffenen 750 Euro als durchschnittlicher Höchstsatz der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Trotz der enormen Wichtigkeit – gerade einmal 20 % haben sich bis dato für eine solche Versicherung entschlossen. Eine mögliche Begründung liefert die Juli-Ausgabe der Finanztest: Trotz der vielen ausgezeichneten Absicherungen würde nur ein Viertel der interessierten Kunden ihre Police nach Wunsch erhalten – einer Aktion des Verbrauchermagazins zufolge nur 66 von 274 Testern, in den 208 anderen Fällen klappte es gar nicht bzw. weniger gut, und am Ende kam sogar in 152 Fällen gar kein Vertrag zustande. 82 Mal lehnten die Interessenten selbst ein Angebot ab, weil das Angebot in den meisten der Fälle für sie nicht akzeptabel war. 70 Mal lehnte der Versicherer den Kunden laut Finanztest ab, der Hauptgrund hierfür war: „versicherungsmedizinische Gründe“, also Krankheiten, die der Kunde bereits hat bzw. die er mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommen könnte.

Wir gingen in die Offensive und fragten die Versicherer „Wieso gibt es so selten eine BU-Police nach Wunsch?“

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