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Interview mit Thomas Heß

WWK Investment auf dem Vormarsch

Die WWK Versicherungsgruppe hat das Börsenjahr 2003 gut überstanden und ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor waren Fondspolicen, die 57 Prozent des Neugeschäftes ausmachten. Zu diesem Erfolg trug unter anderem die konzerneigene WWK Investment S.A. bei, deren drei WWK Select Dachfonds 30 Prozent der Fondspolicen unterlegt sind. FINANZWELT sprach mit Thomas Heß, der Mitte Mai in den Verwaltungsrat der WWK Investment berufen wurde.

FINANZWELT: Herr Heß, die WWK Investment S.A. wurde 2001 in Zusammenarbeit mit dem Privatbankhaus Hauck & Aufhäuser gegründet. Wie beurteilen Sie deren bisherige Entwicklung?
Heß: Vom Börsen-Timing her starteten wir natürlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Trotzdem schafften wir es, bei unseren Dachfonds in zwei Geschäftsjahren 130 Millionen Euro an Kapital zu generieren. Und wir haben 2003, trotz Gründungskosten, bereits einen Bilanzgewinn von 350.000 Euro erwirtschaftet.

FINANZWELT: Welchem Investmentansatz folgen Ihre Dachfonds?
Heß: Ein gutes Dachfondsmanagement muss eine klare strategische Ausrichtung haben, die idealerweise sowohl einen quantitativen als auch einen qualitativen Ansatz umfasst. Natürlich ist auch ein professionelles Research von entscheidender Bedeutung. Da haben wir mit Hauck & Aufhäuser genau den richtigen Partner.

FINANZWELT: Wie lauten Ihre Pläne?
Heß: Wir werden die WWK Investment nachhaltig als Handelsmarke etablieren. So können wir in Zusammenarbeit mit Hauck & Aufhäuser auch kleineren Vertriebspartnern ab einem gewissen Umsatzvolumen "White Labelfonds" anbieten oder Dachfonds nach deren Vorstellungen individuell gestalten. Zudem werden wir ab Herbst in Zusammenarbeit mit einem, in einen großen Konzern eingebundenen Partner, der jetzt bereits 1,5 Millionen Depots verwaltet, die Anbindung an eine Fonds-Plattform installieren. Diese Plattform soll dann unseren 2.000 Ausschließlichkeitsvermittlern und rund 10.000 unabhängigen Vertriebspartnern hochkomfortables Handling und die Möglichkeit bieten, Fremdfonds abzuwickeln. Im Moment sind wir daran, die Konditionen für unsere Vertriebspartner festzulegen. Wir wollen hier eine offensivere Position einnehmen, die uns auf das Niveau der Top-Pools bringt und für den Vertriebspartner eine echte Alternative darstellt. Kurzum, wir werden aggressiv zuschlagen und das wird auch für die WWK Investment nachhaltig positive Auswirkungen haben.

FINANZWELT: Die Besteuerung von Fondspolicen wird ab 1. Januar 2005 eingeführt. Wie beurteilen Sie die Auswirkungen?
Heß: Eine Fondspolice, die eine Ablaufleistung vorsieht wie bisher, hat natürlich in Zukunft im Vergleich zu einer Direktanlage einen signifikanten Nachteil. Die neue Generation fondsgebundener Versicherungsprodukte unterscheidet jedoch aktuariell nicht mehr zwischen Fondspolice und Fondsrente. Das heißt, heute ist eine Fondsrente nichts anderes als eine Fondspolice mit Rentenoption. Beispiel: Ich schließe eine Fondspolice mit Todesfallschutz - in der Regel 60 % der Beitragssumme - ab. Am Ende der Laufzeit kann ich mich dann zwischen Ablaufleistung oder der Rentenoption entscheiden. Somit wird sich nächstes Jahr nur der verschlechtern, der sich für die Ablaufleistung entscheidet, da gegebenenfalls das Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung kommt. Wer sich hingegen für die Rente entscheidet, profitiert sogar, da er in Zukunft bessere steuerliche Rahmenbedingungen durch eine geringere Ertragsanteilsbesteuerung vorfindet. Somit wird der Einbruch im fondsgebundenen Geschäft lange nicht so groß wie befürchtet ausfallen, da auf der Vertriebsseite in Zukunft sicherlich mehr mit den Vorteilen der Verrentung als mit den Nachteilen der Ablaufleistung argumentiert werden wird.

FINANZWELT: Planen Sie auch neue Produkte?
Heß: Wir sind mit unserer Dachfondsfamilie "WWK Select" derzeit gut positioniert. Unabhängig davon denken wir derzeit konzeptionell über einen Renten-Dachfonds nach, der stark in Kurzläufern investiert, um unseren Kunden und Vertriebspartnern ideale Park- und Switchmöglichkeiten zu bieten.

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