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Baufinanzierungsberatung

Zusatzabsicherung wichtig!

„Immobilien lohnen sich!“ So lautet die glorreiche Überschrift auf dem Titel der aktuellen Finanztest. Doch beim Erwerb einer Immobilie ist eine gute Baufinanzierung alleine nicht Absicherung genug.

Die Verbraucherschützer aus dem Hause Stiftung Warentest sind sich sicher, dass das Investment aus Stein und Mörtel eine lohnenswerte Anlage darstellt. „Wenn Sie genug Eigenkapital haben und Wohneigentum kaufen wollen, tun Sie es jetzt. Dank der niedrigen Zinsen stehen Käufer auf Dauer fast immer besser da als Mieter“, so der Rat der Männer und Frauen rund um Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen in der aktuellen Ausgabe 09/2009. Diese Meinung wurde nicht immer vom Verbraucherschutz vertreten. Lange Zeit wurde die Rente aus Stein aufgrund der trägen Wertentwicklung als Geldanlage verschmäht. Auch die Preisentwicklung sahen Experten lange Zeit als kritisch an. Doch: Die Preise der Immobilien in Deutschland haben sich laut dem Magazin „... in der Krise als stabil erwiesen. Die waren nicht wie teilweise im Ausland völlig überteuert. Die Marktforscher sehen optimistisch in die Zukunft.“

Somit ein klares Zeichen dafür, dass der Traum vom Eigenheim gerade jetzt ein großes und lukratives Thema ist! Wichtig dabei ist natürlich das nötige Kleingeld bzw. die notwendige Planung zum Wohle des Kunden. Kern einer jeden guten Baufinanzierung ist das persönliche Analysegespräch. Hier wird die individuelle Situation des Darlehensnehmers ermittelt. Einige Banken bieten zwar derzeit unglaubliche Konditionen an, aber auch wenn ein guter Zinssatz bedeutsam ist: Er sollte beim Immobilienerwerb untergeordnet gesehen werden. Vielmehr muss das gesamte Projekt zum Kunden passen. So können sich zum Beispiel leichte Zinsdifferenzen am Anfang später wie ein Boomerang auswirken, wenn Punkte wie Zinsbindung, Tilgungshöhe, Fördermittel oder Veränderungen des Kunden nicht vorab geklärt werden. Schnell kann es nämlich dann zum finanziellen Fiasko kommen. „Gerade bei den Förderprogrammen herrscht Unwissen, nur wenige können dieses Potenzial nutzen. Unsere Umfrage hat gezeigt: Über 80 % der Befragten fühlen sich nicht ausreichend über regionale Baufördermittel informiert. Die Herausforderung für den Kunden ist es, sich im Dschungel der mehr als 200 Fördermittel allein zurecht zu finden. Ein beinahe unmögliches Unterfangen“, erklärt Marcus Rex, Vorstand BS Baugeld Spezialisten AG. Flexibilität der Finanzierung, Langfristige Tragbarkeit für den Kunden, Planungs- und Zinssicherheit, Absicherung von Risiken, Förderfähigkeit und Kostentransparenz sind dabei Faktoren, die genauso wertvoll wie ein guter Zinssatz sind. Nicht falsch verstehen, natürlich ist die Höhe der monatlichen Belastung wichtig. Sie sollte allerdings nie so hoch sein, dass sie dem Darlehensnehmer keinen Spielraum mehr für Unvorhergesehenes lässt.

Zusatzabsicherung! Ein guter Berater sollte daher schon von Beginn an den Kunden darüber aufklären, welche begleitenden Umstände er bei Abschluss einer Baufinanzierung noch berücksichtigen sollte. „Eine Baufinanzierung ist kein allein stehendes Ereignis, und es ist sträflich, einen Kunden nicht noch zusätzlich abzusichern und ihn so der Gefahr auszusetzen, dass der Immobilientraum wieder platzt“, erklärt John Semler, geschäftsführender Gesellschafter der ASG Baufi GmbH & Co. KG. Ein echtes Muss der seriösen Baufinanzierungsberatung sind daher auch Zusatzprodukte wie: Berufsunfähigkeits- bzw. Dread Disease Versicherung, Risikolebens- und Unfallversicherung, Wohngebäude- und Hausratversicherung, Bauherrenhaftpflicht, Bauwesen- und Feuerrohbauversicherung (bei Neubau).

 

Es war der 16. April dieses Jahres im Rahmen des finanzwelt Round-Tables zum Thema Baufinanzierung, als eine Idee geboren wurde, die nun Wirklichkeit wird.

Der Bundesverband der Immobilienfinanzierer (bvdif) mit Sitz in Hamburg ist mitten in der Planungsphase! „Uns wurde im Rahmen des damaligen Gesprächs bei der finanzwelt klar, dass es im Bereich Baufinanzierung noch kein einheitliches Sprachrohr, keine zusammengehörende Interessenvertretung und kein gemeinsames Auftreten nach außen gibt. Zudem gibt es keine fest definierten Qualitäts- und Beratungsstandards bei den Baufinanzierungsberatern“, so John Semler. Der bvdif positioniert sich im Bereich der Immobilienfinanzierung, definiert für Beratung, Produkte und Prozesse seiner Mitglieder einen Standard und vertritt diese Interessen gegenüber Dritten.

 

Cross-Selling zu wenig genutzt! Leider musste finanzwelt bei einer Umfrage unter Immobilienexperten feststellen, dass die notwendigen Cross-Selling Produkte von Baufinanzierungsberatern eher dürftig angesprochen werden. Die Baufinanzierung an sich sei schon ein solches Mammut Projekt, so dass Kunden über die Vorsorge bei eventuellen Risiken kaum beraten werden, so die Auskunft eines Bankberaters. Ein Punkt dabei ist, dass der Baufinanzierungsberater laut finanzwelt-Informationen auch nicht in Haftungsschwierigkeiten kommt, wenn er Punkte wie eine Risiko-Lebensversicherung oder Krankentagegeldabsicherung beim Beratungsgespräch nicht anspricht. Arno Gottschalk, Experte Bereich Finanzdienstleistungen von der Verbraucherzentrale Bremen e. V. beschreibt das ganze so: „Ich bin kein Jurist, sehe aber nicht, wie jemand für die angesprochenen Versäumnisse haftbar gemacht werden könnte.“ Auch während der Diskussionen der prokonzept Fachtagung im August dieses Jahres (lesen Sie hierzu auch S. 148) wurde deutlich, dass es in diesem Bereich noch einiges an Arbeit zu leisten gibt.

Wie es gehen kann, zeigt die ASG Baufi GmbH & Co. KG, die in diesem Thema die einzigen der größeren „Player" ist, die eine derartige Beratung von ihren Partnern fordert. Mittels einer dreigeteilten Beratungsmappe wird der Kunde über die Themen Baufinanzierung und der dazugehörigen Risikoabsicherung beraten. „Beides gehört fest zusammen und wird daher angesprochen“, so Semler. Hierbei arbeiten die Hamburger seit längerer Zeit mit Beratungsprotokollen, wie sie die EU-Vermittlerrichtlinie vorsieht. „Zum einen, um den großen Schritt des Kunden, die Baufinanzierung, umfassend zu dokumentieren, und zum anderen, um dem Kunden die Gewissheit zu geben, dass der Berater ihn auch über etwaige Risiken informiert hat. So ein Protokoll ist natürlich auch Absicherung für den Berater selbst“, erklärt Semler abschließend. Im Rahmen einer seriösen Beratung sicherlich der richtige Weg. Und bestimmt auch nicht ganz unwichtig, wenn es um Punkte wie Kundenbindung oder Empfehlungsmanagement geht!

(Marc Oehme)


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