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Geld verdienen mit Online-Auktionen!

Zweitmarkt deutscher Lebensversicherungen

Das Jahr für die deutschen Zweitmarktpolicen war durchwachsen. Immer noch wird vermehrt eine Lebensversicherung eher beim Versicherungsunternehmen gekündigt, anstatt die Alternative des Verkaufs in Betracht zu ziehen. Dabei birgt der deutsche Zweitmarkt rein faktisch schon ein riesiges Potenzial. Ein besonderes Augenmerk bieten hierbei Online-Auktionsplattformen. www.zweitmarkt-auktion.de und www.lifejack.de heißen die beiden Internet-Handelsplattformen, die für Belebung beim Zweitmarkt deutscher Lebensversicherungen sorgen.

Aktuell wird fast jede Zweite der 97 Millionen in deutschen Haushalten befindlichen Lebensversicherung vorzeitig aufgelöst. Nach der jüngsten Statistik zahlten die Versicherer 2006 den Rekordbetrag von rund 12,2 Mrd. Euro vorzeitig aus, wie der „Münchner Merkur" unter Berufung auf den Branchendienst Policen Direkt aus Frankfurt berichtete. Das waren rund 700 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Eine Alternative zum Kündigen stellt dabei der Verkauf einer Lebensversicherung dar. Diese wird allerdings noch sehr selten genutzt, wie auch die Tatsache zeigt, dass die Zweitmarktanbieter rund um Marktführer cash.life wesentlich weniger als die möglichen 12,2 Mrd. Euro eingekauft haben – sogar unter 1,5 Mrd. Euro. Auch wenn nicht jede Police den Renditeanforderungen der Aufkäufer gerecht wird, geht man davon aus, dass ca. 6 Mrd. des jährlichen Stornovolumens zweitmarktfähig sind. Dafür gibt es laut Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e. V. (BVZL) zwei wesentliche Ursachen. „Zum einen hat der deutsche Gesetzgeber die in Großbritannien bereits seit einigen Jahren erfolgreich praktizierte Verpflichtung der Versicherungsunternehmen, die Kunden bei Kündigung über die Alternative Verkauf statt Kündigung zu informieren, leider nicht in die Novelle des Versicherungsvertragsgesetzes VVG aufgenommen“, erklärt Ingo Wichelhaus, der seit Oktober 2007 den Fachbereich Deutschland beim BVZL leitet. So ist der Zweitmarkt Lebensversicherungen in Deutschland immer noch ein recht junger Markt, und Studien belegen, dass nur rund jedem Fünften bekannt ist, dass es überhaupt die Möglichkeit des Verkaufs als Alternative zum Storno gibt. Ferner ist es laut Wichelhaus so, dass „sich viele Policen nicht für einen Ankauf eignen, da sie z. B. nicht die von den meisten Aufkäufern geforderten 10.000 Euro Rückkaufswert aufweisen oder nicht abtretbar sind, da es sich um Direktversicherungen nach Altervorsorgesicherungsgesetz handelt.“

Für eine wesentliche Stärkung der Transparenz sorgen Onlineauktionshäuser. Der erste Anbieter auf dem Markt war die Zweitmarkt-Auktion, ein Projekt der GenoFonds24 GmbH. Die Oldenburger schafften seit im November 2006 mit ihrer Internetseite www.zweitmarkt-auktion.de eine bis dahin wenig vorhandene Transparenz im Zweitmarkt Lebensversicherungen. Hierzu Geschäftsführer Thomas Mücke: „Angebot und Nachfrage bestimmen den optimalen Preis. Auf unserer Versteigerungsplattform haben alle renommierten Policenaufkäufer Zugang zu den nach außen anonymisierten Policen und können im Rahmen einer vorgegebenen Auktion entsprechende Kaufpreisangebote abgeben. Das höchste Angebot erhält den Zuschlag und wird dem Versicherten unverbindlich zur Verfügung gestellt.“

Das Geschäftsmodell gleicht hierbei dem von ebay – mit dem großen Unterschied, dass der Versicherte „das letzte Wort“ behält. Soll heißen, er darf selbst entscheiden, ob er nach Auktionsablauf das Angebot annehmen möchte oder nicht. „Unseren Vertriebspartnern bieten wir neben einer hohen Ankaufswahrscheinlichkeit und den bestmöglichen Kaufpreisen weitere entscheidende Mehrwerte. Mit nur einer Vollmacht zur Datenanfrage bei der Versicherungsgesellschaft eröffnen wir unseren Vertriebspartnern und deren Kunden den gesamten Zweitmarkt. Zudem übernehmen wir den kompletten Service im Umgang mit Aufkäufern und Versicherungsgesellschaften und sparen somit wertvolle Zeit“, erörtert Mücke. Bis dato hat sich das Geschäftsmodell mit einem abgewickelten Volumen von rund 50 Mio. Euro in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit zahlreichen Banken, Maklern und Direktinteressenten bereits nachweislich etabliert.

„Wir beobachten derzeit eine verstärkte Anbindung von Finanzdienstleistungsunternehmen und insbesondere Versicherungsmaklern, welche in der Implementierung von Zweitmarkt-Auktion die bereits benannten Vorteile Ressourcen schonend umgesetzt sehen“, erörtert Mücke. So konnte in jüngster Vergangenheit eine Kooperation mit der maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister vereinbart werden. „Des Weiteren sprechen wir mit Banken im Bereich der Depot A-Anlage sowie Emissionshäusern, die über uns Policen kostengünstig beziehen können“, so Mücke. Auch die im März 2007 gegründete Life-Jack AG ist kein Aufkäufer, sondern eine freie und unabhängige Auktionsplattform für Lebensversicherungen ohne eigenes Verkaufs- oder Kaufinteresse. Im freien Bietverfahren wird der jeweils beste Preis für eine Police ermittelt. „Der Handel auf LifeJack ist schnell und unkompliziert. Verkäufer und Käufer müssen sich zunächst registrieren und legitimieren. Verkäufer bieten ihre Policen auf LifeJack an und bestimmen Startpreis und Auktionsdauer. Interessierte User können direkt für die Police bieten, das höchste Gebot erhält den Zuschlag“, so Knut Rollig, Vorstand der Life-Jack AG. Wichtig hierbei: Das Angebot ist verbindlich. „Wenn ein Verkäufer das Auktionsverfahren eröffnet, sind diese selbst bestimmten Konditionen verbindlich. Darin unterscheidet sich LifeJack von Aufkäufermodellen, bei denen das Preisbildungsverfahren nicht frei und transparent, aber das Angebot dafür unverbindlich ist“, erklärt Rollig. Hierbei steht das Unternehmen noch in der Entwicklungsphase. So lag der Fokus von LifeJack in den ersten Monaten nach dem Launch naturgemäß auf der Angebotsseite. „Wir konnten in dieser Zeit Verträge mit über 35 Kooperationspartnern schließen und verfügen damit heute über Kontakte zu mehr als 30.000 Vermittlern“, beschreibt Rollig weiter.
Vor kurzem hat LifeJack die Kooperation mit der Assinara Services AG, dem größten Schweizer Aufkäufer, geschlossen und seitdem bereits mehrere offene Bietverfahren erfolgreich durchgeführt. So setzen die Münchener viel Hoffnung auf den größten Policenaufkäufer der Schweiz, denn die Eidgenossen werden künftig auch LifeJack-Angebote für fondsgebundene Policen einreichen, die im freien und transparenten Bietverfahren von professionellen Anbietern und Privatpersonen eingestellt werden. „Wir verzeichnen derzeit eine dreistellige Zahl an registrierten Käufern. Dazu gehört neben gewerblichen auch eine Reihe solventer privater Investoren, die sich bereits jetzt für den Erwerb einer Zweitmarktpolice als Ergänzung ihres persönlichen Portfolios interessieren”, so Rollig abschließend.


(Marc Oehme)


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