LGT Capital Management: Aktienmärkte in Emerging Markets enttäuschen

07.02.2013

Die politischen Entwicklungen in Nordafrika und dem Nahen Osten werden von den Märkten nicht als zentrale Risikoquelle für die Schwellenländer betrachtet. Sorgen bereitet vielmehr die ökonomische Situation in den Emerging Markets, beobachtet Mikio Kumada, Global Strategist bei der LGT Capital Management.

(fw/ah) "Die Märkte haben die jüngsten politischen Entwicklungen im Nahen Osten gelassen aufgenommen. Der Rohölmarkt hat das bisher deutlichste Zeichen gegeben, dass die politischen Veränderungen im arabischen Raum keine negative Entwicklung darstellen. Der Ölpreis ist im Zuge sich verbessernder Wirtschaftsdaten von Mitte 2010 bis Januar 2011 um rund 40% gestiegen. Seitdem bewegt sich der Ölpreis jedoch seitwärts. Die Ereignisse in Ägypten haben diese Konsolidierung nicht gestört. Auch andere wichtige Märkte signalisieren keine Verunsicherung. In einer geopolitischen Krise sollte der Goldpreis stärker ansteigen, doch dieser notiert vergleichsweise stabil. Staatsanleihen grosser Volkswirtschaften mit liquiden Rentenmärkten werden während einer Krise in der Regel ebenfalls stark nachgefragt. Doch in all diesen Märkten haben Staatsanleihenkurse in der fraglichen Zeit zyklische Tiefstände erreicht, während sich die Märkte für vergleichsweise riskantere Firmenanleihen weiter freundlich zeigten. Die Märkte haben auf die oft kommunizierten geopolitischen

Gefahrenszenarien letztlich mit einem Achselzucken reagiert. Aktien in Asien und Emerging Markets weiterhin enttäuschend Im Gegensatz dazu enttäuschten die Aktienmärkte in Schwellenländern und Asien. Die meisten Schwellenländerindizes, insbesondere in Asien und Lateinamerika, notieren tiefer als zum Jahreswechsel. Chinas inländischer Markt hat sich zwar diese Woche deutlich erholt, doch der für internationale Anleger relevantere Hang Seng China Enterprises Index (H-Aktien) weist seit Anfang Jahr immer noch einen Verlust auf. Wichtiger und beunruhigender sind aber die deutlichen Rückgänge von Bankaktien in grossen Schwellenländern in diesem Jahr. Die Finanzsektorindizes sind in Indien um rund 12%, in Brasilien um 8% und in China um 5% eingebrochen. Zum Vergleich: Der Finanzsektor ist in Europa um 13% und in Japan und USA um jeweils 7% gestiegen."

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