Bitcoin & Co: Die Durststrecke ist zu Ende

12.10.2026

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Lange Zeit stand der Kryptomarkt unter Druck, schöpft nun aber neue Hoffnung: Bitcoin hat im August den stärksten Wochenanstieg seit rund drei Jahren hingelegt und ist innerhalb von fünf Wochen um fast 40 Prozent angestiegen. Dabei wurde auch erstmals seit Mitte Mai wieder die Marke von 80.000 Dollar überschritten. Der im Oktober letzten Jahres erreichte Höchststand von etwa 126.000 Dollar ist allerdings noch etwas entfernt.

Der sprunghafte Anstieg ist auch der erzwungenen Auflösung gehebelter Positionen in Milliardenhöhe auf weiter fallende Kurse geschuldet.

Bitcoin findet wieder Zuspruch, nachdem die Debatte über den "Debasement Trade" – die Flucht vor einer befürchteten Geldentwertung – neu aufgekommen ist. Auslöser war die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, dass die USA ihre Anleihen-Rückkäufe ausweiten werden, um die Renditen langfristiger Staatsanleihen zu senken.

Schaut man sich jedoch die Renditeentwicklung langlaufender US-Staatsanleihen an, geht der Plan aktuell nicht auf. Skeptiker sehen in dem Plan einen weiteren Beleg dafür, dass die Trump-Regierung (noch) nicht bereit ist, die schwierige Aufgabe einer Verringerung des Haushaltsdefizits anzugehen. Die USA haben inzwischen erstmals Staatsschulden von mehr als 40 Billionen US-Dollar angehäuft. Rein rechnerisch entfallen damit rund 120.000 US-Dollar auf jeden Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 34.000 US-Dollar.

Bitcoin wurde ursprünglich als Möglichkeit geschaffen, der Entwertung von Fiat-Währungen (klassische Banknoten) und der durch die Geldschöpfung der Zentralbanken verursachten Inflation zu entgehen. Das makroökonomische Umfeld wurde für die Kryptowährungen durch den ausgeweiteten Rückkauf-Plan des Finanzministeriums für langlaufende Anleihen somit wieder günstiger.

Börsengehandelte Bitcoin-Fonds verzeichneten in den vergangenen Wochen ihren stärksten wöchentlichen Zufluss seit zehn Monaten, während der Bitcoin-Kurs zulegte. So flossen den in den USA gelisteten Fonds netto 1,92 Milliarden Dollar zu. Das war der höchste Betrag seit Anfang Oktober vergangenen Jahres.

Unsere Einschätzung:

Die monatelange Durststrecke für Bitcoin & Co. dürfte zunächst beendet sein. Die Chancen stehen gut, dass sich ein neuer Aufwärtszyklus entwickelt.


Ein Beitrag von Dr. Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München