Die Herren der Ringe

17.04.2024

oba Tsertsvadze, Co-Founder von CNICK / Foto: © CNICK

Ein Ring, mit dem man kontaktlos bezahlen kann? Oder einen, der den Autoschlüssel ersetzt? Am Finger und immer dabei, verknüpft mit dem eigenen Smartphone. Das klingt doch praktisch! Koba Tsertsvadze, Co-Founder von CNICK, spricht mit finanzwelt über den einen Ring und die Philosophie seines Unternehmens.

finanzwelt: Herr Tsertsvadze, bitte erläutern Sie die ursprüngliche Idee von CNICK und das Konzept dahinter. Zum Beispiel: Warum haben Sie sich für einen Ring als Form entschieden?

Koba Tsertsvadze» CNICK revolutioniert die Modeindustrie mit seinem innovativen und zugleich stilvollen Ring und definiert damit Luxus im Bereich tragbarer Technologie neu. Wir haben den ersten Smart-Ring aus Edelmetallen wie Gold und Silber eingeführt, der kontaktlose Zahlungen ermöglicht sowie die Funktion eines Autoschlüssels bietet. Der CNICK-Ring ist ein batterieloses Gerät, das nie aufgeladen werden muss. Er bietet Kunden uneingeschränkten Zugang zu ihren Geldern, wann immer sie diesen benötigen und dient auch als großartige Backup-Lösung. Wir arbeiten mit Visa, MasterCard sowie lokalen Banken und Fidesmo (A.d.R: Fidesmo ist eine global agierende NFC-Plattform für Dienstanbieter) zusammen und bieten mithilfe von Tokenisierung die sicherste Smart-Ring-Zahlung. Unsere Markenstrategie konzentriert sich darauf, innovative Produkte mit wunderschönem Design zu schaffen und ein außergewöhnliches Kundenerlebnis zu bieten. Wir legen Wert auf Design, Funktionalität, Einzigartigkeit und Benutzererfahrung. Im Jahr 2019 haben wir den weltweit ersten Smart-Ring mit Tesla-Schlüsselanwendungen eingeführt. Dieser Ring ermöglicht ein müheloses Sperren, Entsperren und Starten von Tesla-Fahrzeugen mit einem einfachen Tippen – alles ohne Batterien oder  Aufladen und dient als zuverlässiger Ersatzschlüssel.

finanzwelt: Und wie hat der Investment-Prozess funktioniert?

Tsertsvadze» Wir haben uns seit der Gründung des Start-ups selbst finanziert (sog. Bootstrapping) und alle Entwicklungs- und Geschäftstätigkeiten mit den Einnahmen des Unternehmens finanziert. Allerdings erwägen wir, bald eine Runde für Investoren zu eröffnen.

finanzwelt: Wie würden Sie das Feedback des FinTech-Sektors seit dem Launch von CNICK beschreiben, da Digitalisierung ein laufender Prozess ist und Smart-Devices eine Lücke füllen müssen – wie zukunftssicher ist CNICK entsprechend?

Tsertsvadze» Seit unserer Idee und dem Proof of Concept haben wir großartiges Feedback aus dem Markt und dem FinTech-Sektor erhalten. Das deutet darauf hin, dass das von uns entwickelte Produkt benötigt wird. Der Markt für tragbare Technologie wächst rasant und gilt als eine der wichtigsten Säulen für die Zukunft der Unterhaltungselektronik. Laut der „Smart Wearables Study 2023“ von MasterCard bevorzugen europäische Verbraucher den Zahlungsring gegenüber anderen kontaktlosen Zahlungsmethoden. Der Zahlungsring ist mit 89 % die bevorzugte Methode, gefolgt von Smartphones (49 %) und Zahlungskarten (44 %). Die Hauptgründe, die Verbraucher dazu bewegen, diesen Zahlungsservice zu nutzen, sind der Wunsch nach schnellen Zahlungen (82 %), das Bedürfnis, up-to-date zu sein (69 %) und ein Sinn für Mode (31 %). Während jüngere Verbraucher eher von dem modischen Aspekt angezogen werden (38 %), bevorzugen Senioren ihn hauptsächlich aus Sicherheitsgründen (32 %).

finanzwelt: Apropos zukunftssicher: Wie umweltfreundlich und „grün“ ist CNICK?

Tsertsvadze» Wir legen Wert auf die Umwelt, weshalb wir umweltfreundliche Produkte kreieren. Wir haben den ersten intelligenten Ring aus Holz entwickelt und auch einen Ring aus recyceltem Denim-Material entworfen, den wir ‚Jeans‘ nennen. Im letzten Jahr haben wir den weltweit ersten ‚intelligenten Ring‘ aus Silber und Gold eingeführt und es geschafft, ihn umweltfreundlich zu gestalten. Der CNICK-Silberring wird aus 100 % recycelten Edelmetallen hergestellt, wodurch das Silberbad ausgelassen und die Umweltbelastung so um 66 % reduziert wird. In Zukunft werden wir unsere Vision in der Produktentwicklung weiterhin aufrechterhalten, um umweltfreundliche Produkte sicherzustellen und zum Wohlergehen unseres Planeten beizutragen.

finanzwelt: Georgien ist ein Land voller Widersprüche: Jahrhundertealte Geschichte trifft auf Innovation und moderne Technologie. Wie würden Sie seine Rolle – und seinen aktuellen Status – am Europäischen Markt als Player im FinTech-Sector beschreiben?

Tsertsvadze» Georgien ist ein großartiger Ort, um ein Unternehmen zu gründen. Es verfügt über ein großartiges Fin-Tech-Umfeld mit Regierungsunterstützung für lokale Start-ups und FinTechs durch Zuschüsse. Es ist sehr loyal in Bezug auf Vorschriften, und das Ergebnis ist erstaunlich. Das Land hat mehrere FinTech-Unternehmen, die von Y Combinator (A.d.R.: Y Combinator ist ein Gründungszentrum mit Sitz in Kalifornien) finanziert wurden sowie 500 Start-ups. Diese weltweit führenden Acceleratoren sehen großes Potenzial in diesem Land. All dieser Einfluss ist spürbar für den europäischen Markt. Meiner Meinung nach hat Georgien großes Potenzial, ein Hub für FinTech in Osteuropa zu werden, da die Georgier talentiert sind, die Regierung in Bezug auf Vorschriften freundlich ist und die Steuern für Unternehmen, die IT-Dienstleistungen aus Georgien exportieren, sehr niedrig oder gar null sind.

finanzwelt: Abschließend: Welche Pläne und Ziele hat das Unternehmen für 2024?

Tsertsvadze» Für 2024 haben wir ehrgeizige Pläne und glauben fest daran, sie umzusetzen. Wir wollen neue Märkte betreten, planen den Launch einer neuen Version des Smart-Rings und wollen unsere Position in Deutschland stärken. (ml)