EZB: Der gleiche Fehler wie 2011?

11.06.2026

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In der anstehenden Sitzung wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen voraussichtlich auf 2,25 Prozent erhöhen. Das halten wir nicht für nachhaltig.

Die Inflation ist in den vergangenen Monaten infolge gestiegener Energiepreise von 2,0 auf 3,0 Prozent geklettert. Ob nun eine straffere Geldpolitik eine mögliche Ausweitung der Teuerung auf andere Güter und Dienstleistungen verhindern kann, ohne die bereits angeschlagene Konjunktur zusätzlich zu belasten, ist aus unserer Sicht fraglich.

Entsprechend haben wir unsere Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2026 nach unten korrigiert: für die Eurozone auf weniger als 1,0 Prozent und für Deutschland auf nahezu 0,0 Prozent. Eine Zinserhöhung auf 2,25 Prozent würde Anleihen mit einer längeren Laufzeit in Euro begünstigen, während Aktien zyklischer, binnenorientierter Sektoren unter Druck geraten würden.

Im aktuellen konjunkturellen Umfeld besteht unserer Meinung nach das erhebliche Risiko, die Fehler von 2011 zu wiederholen: Damals wurden die Zinsen zunächst angehoben, mussten aber darauf wieder gesenkt werden.

Marktkommentar von Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB.