„Die Musik spielt vor allem im Bereich von Onshore-Windkraftanlagen“

20.07.2026

Dennis Gaidosch, KVG-Geschäftsführer für die Assetklasse Erneuerbare Energien, Dr. Peters Group. Foto: © Dr. Peters Group

Exklusiv

Vor zwei Jahren hat die breit aufgestellte Dr. Peters Group begonnen, den Bereich Erneuerbare Energien für sich zu erschließen. Seitdem spielt diese Asset Klasse bei Sachwertinvestments des Unternehmens eine immer größere Rolle.

Im Interview spricht Dennis Gaidosch, KVG-Geschäftsführer für die Assetklasse Erneuerbare Energien bei der Dr. Peters Group, über die wichtigsten Entwicklungen im Markt und im Unternehmen bei Erneuerbaren Energien.

Herr Gaidosch, welche Trends und Entwicklungen kennzeichneten den deutschen Markt im Bereich Sachwertanlagen im Bereich Erneuerbare Energien im bisherigen Jahresverlauf 2026 generell? Und was sind die Haupt-Gründe dafür?

Dennis Gaidosch: Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 59 Prozent der deutschen Stromproduktion auf Erneuerbare Energien. Wir sind da also auf einem sehr erfreulichen Weg. Es zeichnet sich mit Blick auf den stetigen Ausbau von Photovoltaik- und insbesondere Windenergieanlagen jetzt schon ab, dass der Anteil in den nächsten zwei Jahren noch mal deutlich wachsen wird. Derzeit spielt die Musik vor allem im Bereich von Onshore-Windkraftanlagen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass wir bei Wind nicht so stark von negativen Strompreisen betroffen sind wie bei Photovoltaik, die ihren Peak in der Regel in den Mittagsstunden hat. Windenergie verteilt sich potenziell über den ganzen Tag. Da gibt es also nicht so extreme Produktionsspitzen, die zu besonders negativen Strompreisen führen können. Aber der Markt reagiert bereits. Wir beobachten, dass immer weniger Standalone-Projekte im Bereich Photovoltaik begonnen werden. Die Zukunft in diesem Sektor besteht entweder in Photovoltaik-Projekten mit Stromspeichern oder aber in Standalone-Speicherprojekten. Die Speichertechnik ist übrigens nicht so trivial, wie es vielleicht manchmal klingt. Das betrifft beispielsweise den Aspekt, dass man zwischen Grünstrom- und Graustromspeichern unterscheiden muss. Das funktioniert am Ende nur, wenn die Netzbetreiber mitspielen.

Welche Rolle spielt das Thema Erneuerbare Energien in Ihrem Hause? Auf welche Bereiche setzen Sie vor allem? Welche Finanzierungsvehikel bevorzugen Sie hier?

Gaidosch: Erneuerbare Energien spielen bei den Sachwertinvestments, die wir unseren Anlegern anbieten, eine immer größer werdende Rolle. Ich selbst bin vor zwei Jahren zur Dr. Peters Group gekommen, um diesen Bereich Schritt für Schritt aufzubauen. Seit Anfang 2025 haben wir die Lizenz zum Vertrieb von Sachwertanlagen in Erneuerbare Energien für unsere eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft. Wir setzen konkret auf das Thema Windenergie und dabei besonders gerne auf Repowering, weil das den Vorteil mit sich bringt, dass wir schon wissen, ob die Standorte für Windkraftanlagen nachhaltig funktionieren. Entsprechend investiert unser erster Spezial-AIF in diesem Sektor in fünf Repowering-Anlagen an einem bewährten Standort in Rheinland-Pfalz. Demnächst wollen wir einen Publikums-AIF bringen, der ebenfalls in Windkraftanlagen investiert. Wir fühlen uns mit den Vehikeln Spezial-AIF und Publikums-AIF besonders wohl.

Wie hat sich der Bereich Erneuerbare Energien in Ihrem Unternehmen 2025 und im bisherigen Jahresverlauf 2026 entwickelt? Und was sind die Haupt-Gründe dafür?

Gaidosch: Wir haben mit dem geschlossenen Spezial-AIF „DS Windpark Repowering I“ unseren ersten Fonds im Bereich Erneuerbare Energien auf den Markt gebracht. Er hat ein Zeichnungsvolumen von 11 Millionen Euro und ist mittlerweile so gut wie vollständig platziert. Für diese Assetklasse sind wir 2025 eine langfristige Kooperation mit der Unternehmensgruppe von Matthias Willenbacher eingegangen. Willenbacher gilt als Energiewende-Pionier und wird den nachhaltigen Auf- und Ausbau des Bereichs Erneuerbare Energien bei uns bestmöglich fachlich begleiten. Darüber hinaus führen wir Gespräche über eine weitere Kooperation mit einem Projektentwickler im Bereich Erneuerbare Energien, der auf den Geschäftsfeldern Wind, Photovoltaik und Speichertechnik aktiv ist.

Die Anleger von Sachwertfonds in diesem Sektor profitieren von hohen Sonderabschreibungen. Bei unserem ersten Fonds erhalten die Zeichner ihre Auszahlungen von 5 bis 7,5 Prozent p.a. zum Beispiel bis 2042 steuerfrei. Hinzu kommen steuerliche Vorteile beim Schenken und Vererben von Anteilen an solchen Fonds. Diese steuerlichen Vorteile tragen dazu bei, dass wir von stark wachsendem Interesse bei Anlegern an solchen Investments ausgehen.

Darüber hinaus haben wir die Anlegerverwaltung für sechs Fondsgesellschaften eines renommierten Fondsanbieters übernommen, die in Erneuerbare Energien investiert sind. Konkret geht es dabei um einen Solar- und fünf Windkraftfonds. Auch auf diesem Geschäftsfeld, also dem Management von Erneuerbare-Energien-Fonds für Dritte, sehen wir großes Wachstumspotenzial.

Wie ist Ihr Ausblick für die zweite Jahreshälfte 2026 – für den Gesamt-Markt und für Ihr Unternehmen?

Gaidosch: Für den Gesamt-Markt ist die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) elementar. Es wird auf jeden Fall so sein, dass die garantierten Einspeisevergütungen im nächsten Jahr ganz oder teilweise gekappt werden. Der Markt stellt sich darauf bereits ein. Das sehen wir an der stark wachsenden Zahl von PPA-Verträgen, also langfristigen Vereinbarungen zwischen Stromerzeugern und großen Stromabnehmern. Wenn Banken Erneuerbare-Energien-Anlagen mitfinanzieren, hätten sie am liebsten Vertragslaufzeiten von zehn Jahren. Bislang aber sehen wir bei Verträgen etwa mit Industrieunternehmen oder Stadtwerken Laufzeiten von höchstens drei Jahren. Das wird sich weiterentwickeln und für die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen hohe Einnahmesicherheiten bedeuten, die vergleichbar mit den bislang gewohnten garantierten Einspeisevergütungen sein dürften.

Für unser Unternehmen stehen in den nächsten Monaten wichtige Weiterentwicklungen im Sektor Erneuerbare Energien an. Möglichst noch im Herbst wollen wir unseren ersten Publikums-AIF bringen, der in Windkraftanlagen investiert. Wir bereiten unseren zweiten Spezial-AIF für Windkraftinvestments vor, den wir Anfang 2027 bringen möchten. Und wir hoffen, die Kooperation mit einem zweiten Partnerunternehmen in diesem Sektor bald abschließen zu können. Zudem sind wir offen für weitere Management-Mandate für Erneuerbare-Energien-Fonds von Drittanbietern. Wir sind überzeugt, mit diesem vielseitigen Ansatz die Weichen für deutliches Wachstum in dieser Assetklasse bei uns zu stellen. (mho)

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