Immer mehr Menschen sorgen weniger fürs Alter vor
22.04.2026

Foto: © Jürgen Fälchle - stock.adobe.com
Etwa vier von zehn Menschen in Deutschland (41 Prozent) sorgen aufgrund der großen Preissteigerungen der letzten Jahre weniger für den Ruhestand vor. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im vergangenen Jahr (40 Prozent). Es ist damit der höchste Wert seit der ersten Erhebung im Jahr 2023. In den Jahren 2024 (38 Prozent) und 2023 (32 Prozent) gaben noch deutlich weniger Menschen an, dass die Inflation eine negative Auswirkung auf ihre Altersvorsorge hat. Zu diesem Ergebnis kommt der bevölkerungsrepräsentative AXA Vorsorge Report, für den das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen befragt hat.
„Die private Altersvorsorge in Deutschland leidet unter den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge war daher dringend nötig. Durch sie können wir vielen Sparerinnen und Sparern attraktivere Angebote mit besseren Renditechancen machen“, so Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung AXA Deutschland.
Der Bundestag hat Ende März die Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Ab Januar 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot das bisherige Angebot der sogenannten Riester-Rente ablösen.
Heute geben 52 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an, dass sie regelmäßig in die private Altersvorsorge investieren. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (50 Prozent). 13 Prozent der deutschen Bevölkerung investieren aktuell unter 100 Euro pro Monat in ihre private Altersvorsorge. 15 Prozent sparen monatlich zwischen 100 und 200 Euro für den eigenen Ruhestand. 200 bis 300 Euro pro Monat investieren 10 Prozent der Befragten.
5 Prozent der Bevölkerung sparen monatlich 300 bis 400 Euro. Etwa jede:r Zehnte (9 Prozent) investiert mehr als 400 Euro monatlich. 35 Prozent geben an, überhaupt nicht in die private Altersvorsorge zu investieren.
35 Prozent sagen außerdem, dass der Staat die hauptsächliche Verantwortung für eine ausreichende Altersvorsorge trägt. Unter den jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sind es sogar 40 Prozent, die die Hauptverantwortung beim Staat sehen.
„Dabei ist es die junge Generation, die unter dem aktuellen gesetzlichen Rentensystem besonders leiden muss. Sie muss heute die Ausgaben für unsere alternde Gesellschaft stemmen, obwohl sie zukünftig nur noch eine deutlich geringere Rente vom Staat zu erwarten hat. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der jungen Menschen immer weiter. Sie werden länger von einer geringeren gesetzlichen Rente leben müssen, die schon heute nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard zu halten. Daran wird keine Rentenreform etwas ändern. Umso wichtiger ist es, in die eigene private Altersvorsorge zu investieren. Nur die sichert ein Leben lang zusätzlich ab“, so Dietrich weiter.
31 Prozent sehen bei der Altersvorsorge eine gemeinsame Verantwortung von Staat, Unternehmen – etwa über die betriebliche Altersversorgung – und den Bürger:innen selbst. Immerhin 51 Prozent sagen außerdem, dass sie sich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. Die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) sagt, sie würde gerne mehr für den Ruhestand sparen, kann es sich aber finanziell nicht erlauben. Immerhin 16 Prozent der Befragten geben zu, dass sie zu wenig für ihren Ruhestand vorsorgen, obwohl es ihnen finanziell möglich wäre, mehr dafür zu tun.
Um mehr Geld für die Altersvorsorge investieren zu können, würde die Bevölkerung am ehesten auf Ausgaben für Restaurantbesuche, Ausgehen und Liederdienste (31 Prozent), Ausgaben für Konsum wie für Kleidung oder Technik (30 Prozent) oder Ausgaben für Reisen und Urlaube (21 Prozent) verzichten.
Während im vergangenen Jahr noch 49 Prozent angaben, dass sie eher mit Freude auf den eigenen Ruhestand blicken, sind es mittlerweile 54 Prozent. Auffällig ist: Wer regelmäßig monatlich in die eigene private Altersvorsorge investiert, blickt noch häufiger mit Freude auf die eigene Rentenphase (57 Prozent). Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 54 Prozent.
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung zwischen dem 18. und 20. März 2026 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. (mho)

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