Margrabe-Modell: Praxistest bestanden – mit glänzenden Aussichten

27.05.2026

Exklusiv

12% Outperformance gegenüber der Benchmark und 4 Sterne bei Morningstar. Die ersten drei Jahre des Bernhardt Capital Global Fund waren ein Erfolg.  Im Interview mit Fondsmanager Dr. Bernhardt über Marktdynamiken, die Überlegenheit regelbasierter Strategien und warum Disziplin wichtiger ist als die perfekte Prognose.

finanzwelt: Herr Dr. Bernhardt, blicken wir auf die letzten 18 Monate zurück, sehen wir ein Marktumfeld, das viele aktive Manager vor Probleme gestellt hat. Besonders V-förmige Korrekturen gelten für Trendfolgestrategien wie den Margrabe-Ansatz als schwierig. Dennoch liegt Ihr Fonds deutlich vor der Peergroup der flexiblen Mischfonds. Wie zufrieden sind Sie?

Dr. Bernhardt: V-förmige Korrekturen stellen für den Margrabe-Ansatz tatsächlich eine strukturelle Herausforderung dar. Das liegt in der Natur der Strategie: Einer solchen Korrektur geht typischerweise eine Aufwärtsbewegung voraus, in der der Fonds systemgemäß eine erhöhte Aktienquote aufbaut. In die Korrektur hinein ist man also naturgemäß stärker investiert.

finanzwelt: Aber führt dieses „Stark-investiert-Sein“ in einem fallenden Markt nicht zwangsläufig zu hohen Verlusten?

Dr. Bernhardt: Entscheidend ist die Logik dahinter: Korrigiert der Markt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilen, ob es eine temporäre Gegenbewegung oder der Beginn eines echten Bärenmarktes ist. Eine vorschnelle, übermäßige Reduktion der Aktienquote wäre daher strategisch falsch. Wir reduzieren zwar, aber maßvoll. Folgt auf die Korrektur eine kräftige Erholung, partizipiert der Fonds an dieser Bewegung. Entwickelt sich der Markt hingegen in einen nachhaltigen Abwärtstrend, nehmen wir zwar die erste Abwärtsstrecke mit, reduzieren dann aber konsequent und dämpfen so den weiteren Drawdown wirksam ab.

Ich bin mit der Performance sehr zufrieden. Die Strategie hat funktioniert wie vorgesehen: Wir sind diszipliniert geblieben und der Fonds hat sich exakt so entwickelt, wie es unsere Szenario-Analysen prognostiziert hatten.

finanzwelt: Wie sicher können sich Anleger sein, dass die Theorie in der Praxis ankommt – liegen Sie „in-line“?

Dr. Bernhardt: So wie ein ETF die Aufgabe hat, einen Index präzise nachzubilden, bildet der Bernhardt Capital Global Fund das Margrabe-Portfolio ab. Ich kann nicht nur behaupten, in-line zu sein, sondern ich kann es belegen. Das macht den Fonds zu einem berechenbaren und verlässlichen Investment. Der Anleger bekommt keine bösen Überraschungen, kann jederzeit nachvollziehen, woher die Rendite stammt, und darf auf eine Performance vertrauen, die auf einem robusten, theoretisch fundierten Mechanismus basiert.

finanzwelt: Das Margrabe-Modell setzt zwischen Aktien und Anleihen auf die trendstärkere Anlageklasse. Wie sind Sie aktuell positioniert?

Dr. Bernhardt: Aktuell sind wir mit 80% des Fondsvermögens im Aktienmarkt investiert und mit 20% im Rentenmarkt. Insgesamt liegt unser Engagement zu 45% in den USA und jeweils 15% in Europa und Asien. Auf der Rentenseite sind wir in den Kurzläufern übergewichtet. Damit halten wir das Zinsänderungsrisiko gering und bleiben hochflexibel, falls das Modell ein Signal für einen größeren Umschichtungsprozess liefert.

finanzwelt: Sie verwenden kostengünstige ETFs auf Regionen-Indizes. Warum dieser Weg und planen Sie hier Anpassungen?

Dr. Bernhardt: Die Grundidee des Margrabe-Portfolios besteht darin, gering miteinander korrelierende Märkte intelligent zu kombinieren und diese Kombination durch ein dynamisches Rebalancing kontinuierlich zu steuern. Ziel ist es, Diversifikationsvorteile systematisch zu nutzen. Ich habe mich bewusst für die Umsetzung via ETFs entschieden, da dies sowohl die Effizienz als auch die praktische Handhabbarkeit erhöht.

finanzwelt: Wird dieses Set-up angesichts eines wachsenden Fondsvolumens so bestehen bleiben?

Dr. Bernhardt: Mit wachsendem Volumen kann es durchaus sinnvoll sein, einzelne Märkte granularer abzubilden. Eine Erweiterung des Anlageuniversums etwa durch zusätzliche Märkte schließe ich daher für die Zukunft nicht aus, sofern sich dies als mehrwertstiftend erweist. Was sich dabei nicht verändern wird, ist die konzeptionelle und globale Ausrichtung des Fonds. Etwaige Anpassungen wären stets als organische Vertiefung des bestehenden Ansatzes zu verstehen und nicht als Richtungswechsel.

finanzwelt: Rohstoffe sind bislang kein Teil des Portfolios. Bleibt dies so?

Dr. Bernhardt: Ja, das wird so bleiben. Aktien und Anleihen bilden die fundamentalen Bausteine eines jeden gut strukturierten Portfolios. Der Bernhardt Capital Global Fund ist als Basisinvestment konzipiert und fokussiert sich bewusst auf genau diese beiden Anlageklassen.

finanzwelt: Berauben Sie sich damit nicht einer wichtigen Renditequelle in volatilen Zeiten?

Dr. Bernhardt: Rohstoffe wie Gold oder Öl betrachte ich nicht als Kerninvestment, sondern als taktische Beimischung. Da ihre Vorteilhaftigkeit stark vom Marktumfeld und der individuellen Portfoliostruktur des Anlegers abhängt, halte ich es für sinnvoll, die Entscheidung über den Rohstoffanteil dem Portfolio- beziehungsweise Depotmanager zu überlassen. Er kann die Beimischung gezielt und situativ steuern. Wir konzentrieren uns auf die hocheffiziente Steuerung zwischen den beiden produktivsten Anlageklassen.

finanzwelt: Viele Anleger haben klassischen Mischfonds zuletzt den Rücken gekehrt. Warum sollte man dem Margrabe-Ansatz dennoch vertrauen?

Dr. Bernhardt: Ich würde unseren Fonds nicht als klassischen Mischfonds bezeichnen. Vielmehr handelt es sich um eine alternative Handelsstrategie, die auf einem felsenfesten finanztheoretischen Fundament ruht. Der Margrabe-Ansatz ist wissenschaftlich umfassend erforscht und theoretisch zweifelsfrei fundiert. Für den Investor bedeutet das neben attraktiven Kennzahlen bei Rendite, Volatilität und Sharpe Ratio auch einen echten Mehrwert in Form von Stildiversifikation.

finanzwelt: Ein interessanter Baustein im Bereich der vermögensverwaltenden Fonds. Herr Dr. Bernhardt, vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in Ihre erfolgreiche Strategie.

Dr. Bernhardt: Sehr gerne!