nordIX-Fonds: Zinsanstieg prägt die Ergebnisse

20.10.2026

Jens Franck. Foto: @ nordIX AG

Steigende Kapitalmarktzinsen haben das dritte Quartal an den Rentenmärkten bestimmt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erhöhte sich über den Berichtszeitraum um rund 70 Basispunkte, zugleich weiteten sich die Kreditrisikoprämien aus.

Das Sommerquartal stellte Rentenportfolios vor deutlich veränderte Rahmenbedingungen. Neben steigenden Kapitalmarktzinsen erhöhten sich auch die Kreditrisikoprämien über verschiedene Bonitätsklassen um ca. zwölf Basispunkte im abgelaufenen Quartal;. Im September allein stiegen die Zinsen um etwa 25 Basispunkte, während sich die Kreditaufschläge im Investment-Grade-Segment um rund fünf weitere Basispunkte ausweiteten. Besonders Portfolios, die ihre Zins- und Kreditrisiken nicht absichern und längere Kapitalbindungen eingehen, reagierten entsprechend empfindlich auf diese Bewegungen.

Gleichzeitig stiegen die Inflationsraten in Europa zuletzt breiter als erwartet. Nach Einschätzung des Hamburger Fixed Income-Asset Managers nordIX ging ein wesentlicher Teil des Anstiegs auf höhere Energiekosten zurück. Die Kerninflation, bei der Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, veränderte sich dagegen kaum. Ob sich daraus ein dauerhaft höherer Inflationsdruck entwickelt, lässt sich nach Einschätzung des Fondsmanagements derzeit noch nicht verlässlich bestimmen. „Der Zinsanstieg im dritten Quartal war erheblich und hat sich unmittelbar in den Bewertungen vieler Rentenportfolios niedergeschlagen. Gleichzeitig sehen wir inzwischen positive Realrenditen auf Niveaus, die außerhalb ausgeprägter Krisenphasen lange kaum verfügbar waren. Wir versuchen deshalb nicht, einen exakten Wendepunkt zu treffen. Wir investieren schrittweise dort, wo laufende Rendite und Kreditqualität ein überzeugendes Verhältnis ergeben“, sagt Jens Franck, Partner und Leiter Portfoliomanagement der nordIX AG.

Der „nordIX Renten plus“ beendete das dritte Quartal mit einer Wertentwicklung von minus 1,50 Prozent in der I-Tranche und minus 1,55 Prozent in der R-Tranche. Im Juli hatte der Fonds zunächst 0,41 Prozent verloren, im August blieb die Wertentwicklung nahezu unverändert, bevor der weitere Zinsanstieg und höhere Kreditaufschläge im September zu einem Monatsverlust von 1,11 Prozent führten. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Anleihen von Banken und Versicherungen und nutzt sowohl Senior- als auch ausgewählte Nachranganleihen.

Die Entwicklung im dritten Quartal beruhte nach Einschätzung des Managements vor allem auf den allgemeinen Zins- und Spreadbewegungen. Eine fundamentale Verschlechterung der Kreditqualität der Portfolioemittenten war damit nicht verbunden. Das höhere Renditeniveau ermöglicht es zugleich, neue Positionen zu Konditionen aufzubauen, die noch zu Beginn des Jahres kaum verfügbar waren. Für das Management liegt darin ein wesentlicher Unterschied zwischen kurzfristiger Kursentwicklung und mittelfristiger Ertragsperspektive. Steigen Marktrenditen, sinken zunächst die Kurse bereits umlaufender Anleihen. Neue Investments sowie Wiederanlagen erfolgen anschließend zu höheren laufenden Renditen. Bei stabiler Bonität der Emittenten kann dies die künftige Ertragsbasis des Portfolios verbessern.

Der „nordIX Anleihen Defensiv“ erzielte im dritten Quartal in der I-Tranche ein Plus von 0,35 Prozent; die R-Tranche gewann 0,30 Prozent. Auf einen leicht positiven Juli folgte im August ein Zuwachs von 0,27 Prozent. Im September blieb die Strategie mit minus 0,06 Prozent nahezu unverändert. Der Fonds investiert in Investment-Grade-Anleihen und setzt Derivate ein, um das Zinsrisiko weitgehend zu neutralisieren. Diese Konstruktion begrenzte im dritten Quartal die Auswirkungen der steigenden Marktzinsen. Veränderungen der Kreditaufschläge bleiben dagegen für die Wertentwicklung relevant. Das Management hatte das Portfolio bereits defensiver positioniert und bei einzelnen Titeln Kursgewinne realisiert, bevor sich die Spreads im September ausweiteten.

„Das dritte Quartal zeigt recht deutlich, wie stark die Konstruktion einer Rentenstrategie darüber entscheidet, welche Marktbewegung im Portfolio ankommt. Beim Anleihen Defensiv konnten wir den Zinsanstieg weitgehend abfedern. Beim ‚Renten plus‘ führt derselbe Zinsanstieg zunächst zu Kursverlusten, eröffnet gleichzeitig aber höhere Einstandsrenditen. Für beide Strategien nutzen wir die veränderten Bewertungen selektiv und erhöhen das Risiko nur schrittweise“, sagt Jens Franck.

Für die kommenden Monate rechnet das nordIX-Portfoliomanagement weiterhin mit größeren Schwankungen bei den Erwartungen an die Geldpolitik. Wie schnell sich die Einschätzungen ändern können, zeigen die zuletzt stark wechselnden Markterwartungen an weitere Zinsschritte der Federal Reserve. Gleichzeitig erkennt das Fondsmanagement erste Hinweise auf eine mögliche Beruhigung. Öl gelangt wieder durch die Straße von Hormus und über alternative Routen an den Markt, während sich die USA und China zuletzt wieder angenähert haben. Die US-Wirtschaft wächst weiterhin stärker als der Euroraum, allerdings hat der dortige Arbeitsmarkt zuletzt an Dynamik verloren. Zugleich hat sich die Konjunktur im Euroraum im September spürbar belebt.

Für die weitere Inflationsentwicklung wird entscheidend sein, ob höhere Energiepreise auf andere Güter und die Löhne übergreifen. Bleiben solche Zweitrundeneffekte begrenzt, könnten zudem Basiseffekte die gemessenen Inflationsraten 2027 wieder reduzieren. Bis dahin dürften wechselnde Erwartungen an die Notenbanken die Rentenmärkte weiterhin bewegen. Für nordIX steht deshalb die Höhe der inzwischen verfügbaren Realrenditen im Vordergrund. Das Management will Marktkorrekturen nutzen, um schrittweise Positionen aufzubauen, ohne auf einen kurzfristigen Wendepunkt bei den Zinsen zu setzen. Höhere laufende Renditen können bei stabiler Kreditqualität die Ertragsaussichten über einen längeren Zeitraum verbessern. Damit bleibt die Einschätzung für die beiden Rentenstrategien trotz des anspruchsvollen dritten Quartals konstruktiv. (fw)