PKV-Rating für Beamte 2026: Nur 2,7 Prozent der Tarife sind hervorragend

20.10.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover

Die Qualität der privaten Krankenversicherung für Beamte unterscheidet sich weiterhin erheblich. Im aktuellen Rating von Franke und Bornberg erreichen lediglich 2,7 Prozent der untersuchten Tarife die Höchstnote FFF+ „hervorragend“. Mehr als die Hälfte schneidet nur mit „befriedigend“ oder schlechter ab. Angesichts steigender Beiträge gewinnen Finanzstärke und Beitragsstabilität der Versicherer zusätzlich an Bedeutung.

Für das Rating Krankenversicherung für Beamte 2026 hat Franke und Bornberg mehr als 6.000 Tarife und Tarifkombinationen von 26 Versicherern untersucht. Der veröffentlichte Notenspiegel umfasst 959 Tarife in einer festgelegten Beihilfekonstellation.

Die Ergebnisse zeigen eine schmale Leistungsspitze: Nur 26 Tarife (2,7 Prozent) erhalten die Höchstbewertung FFF+ „hervorragend“. Weitere 86 Tarife (9,0 Prozent) erreichen FFF „sehr gut“. Der Großteil bewegt sich im Mittelfeld: 364 Tarife (38,0 Prozent) werden mit FF+ „gut“ bewertet, 471 Tarife (49,1 Prozent) mit FF „befriedigend“. Zwölf Tarife (1,3 Prozent) erhalten lediglich F+ „ausreichend“. Insgesamt schneiden damit 50,4 Prozent der Tarife nur befriedigend oder schlechter ab. Lediglich fünf der 26 untersuchten Versicherer bieten mindestens einen Tarif mit der Höchstnote an.

Im aktuellen Rating legt Franke und Bornberg mehr Gewicht auf die wirtschaftliche Stabilität der Versicherer, die langfristige Beitragsentwicklung und den Kundenservice. Erstmals fließt auch der Nachhaltigkeits-Score des Analysehauses in die Bewertung ein. Zudem wurden die Leistungskriterien angepasst. Neu berücksichtigt werden unter anderem ambulante Palliativversorgung und stationäre Hospizleistungen. Tarife, die keine Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen wie Dialyse oder Strahlentherapie übernehmen, können höchstens die Note „ausreichend“ erreichen.

Die stärkere Berücksichtigung der Beitragsstabilität kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Privatversicherte mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen müssen. Nach Angaben des PKV-Verbandes steigen die Beiträge für Beihilfeberechtigte zum 1. Januar 2027 im Durchschnitt um 11,4 Prozent, soweit eine Anpassung erfolgt. „Bei zweistelligen Beitragsanpassungen zählt nicht nur, was im Tarif steht, sondern auch, ob der Versicherer solide wirtschaftet und seine Kunden aktiv durch das Gesundheitssystem begleitet“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg. (mho)