Ruhestandsumfrage 2026
01.06.2026

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Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 50 Jahre (53%) blickt „sehr optimistisch“ oder „eher optimistisch“ auf ihren Ruhestand. Nur 18 Prozent sehen diesen „sehr pessimistisch“ oder „eher pessimistisch“. Allerdings hält beinahe jeder Dritte über 50 Jahre (29%) die eigene finanzielle Absicherung im Ruhestand für gefährdet.
Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Umfrage von YouGov im Auftrag des Lebensversicherers Standard Life. Zweck dieser neuen Umfrage – im Vorjahr hatten die beiden Unternehmen die erste Ruhestandsumfrage durchgeführt – war es, mehr über die persönlichen Einstellungen von Männern und Frauen zu erfahren, die unmittelbar vor ihrem Renteneintritt stehen oder sich bereits in Rente befinden. Dafür hatte das Marktforschungsinstitut im März 2026 insgesamt 844 Personen im gesamten Bundesgebiet ab 50 Jahren befragt.
15 Prozent der Befragten geben ihrer finanziellen Absicherung für das Rentenalter die Schulnote „mangelhaft“ und 13 Prozent sogar „ungenügend“. Die Pessimisten halten sich mit den Optimisten knapp die Waage, denn fast der gleiche Anteil (27%) der über 50-Jährigen sieht die eigene Vorsorge als „gut“ (20%) oder „sehr gut“ (7%) an. Die Durchschnittsnote der persönlichen finanziellen Absicherung im Ruhestand hat sich im Vergleich zur letzten Befragung leicht auf 3,58 (2025: 3,66) verbessert. Auffallend ist, dass sich die Gruppe der 50- bis 60-Jährigen, von denen viele noch im Arbeitsleben sind, am meisten sorgt: Hier blickt nur jeder Dritte bzw. jede Dritte (33%) optimistisch auf den bevorstehenden Ruhestand. Überdurchschnittliche Skepsis besteht auch in Bezug auf die finanzielle Absicherung im Alter: 40 Prozent der 50- bis 60-Jährigen sehen diese als gefährdet an.
Mehrheit der über 50-Jährigen geht ohne Beratung und Planung in den Ruhestand
Zwei Drittel (66%) der Menschen über 50 Jahre sind der Meinung, dass sie die Planung ihres Ruhestands selbst in die Hand nehmen können. 19 Prozent planen ihren Ruhestand gar nicht. Im Umkehrschluss heißt dies: Nur zehn Prozent suchen überhaupt Beratung in Sachen Ruhestand. Doch ebenfalls knapp zwei Drittel (64%) der Befragten – und damit etwas weniger als im Vorjahr (69%) – haben keinen Plan über ihre laufenden Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand erstellt. Einen solchen Plan haben demnach nur 30 Prozent (2025: 25%). Etwa sechs von zehn (58%) der Befragten gehen davon aus, dass sie im Ruhestand ein „deutlich“ geringeres Einkommen im Vergleich zu ihrem Erwerbsleben haben werden; das ist ein fast gleich hoher Anteil wie in der Vorjahresbefragung (57%). In Bezug auf die Ausgaben im Ruhestand glauben 43 Prozent der Befragten – und damit genauso viele wie 2025 –, dass diese niedriger sein werden als während des Erwerbslebens. Hingegen rechnen 38 Prozent (2025: 39%) mit gleich hohen und 16 Prozent (2025: 12%) sogar mit höheren Ausgaben im Ruhestand. Für knapp sechs von zehn (59%) in der Altersgruppe der über 50-Jährigen wäre die eigene oder die Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds eine finanzielle Herausforderung. Das ist der gleiche Anteil wie 2025.
Kein Rentenverzicht für spätere Generationen
Standard Life wollte mit der Befragung auch Erkenntnisse zur Generationengerechtigkeit und den Auswirkungen des demografischen Wandels gewinnen. Der Versicherer fragte deshalb: „Wären Sie bereit, für die Sicherung der Rente nachfolgender Generationen Einbußen bei Ihrer eigenen Rente zu akzeptieren?“ Die Antworten fielen deutlich aus: Mehr als drei Viertel der über 50-Jährigen (79%) wären „nicht“ oder „eher nicht“ gewillt, zur Sicherung der Rente künftiger Generationen Einbußen bei ihrer eigenen Rente hinzunehmen. Lediglich neun Prozent der Befragten würden dies tun. Über die Hälfte (55%) der Umfrageteilnehmer kennt die seit Beginn dieses Jahres geltende „Aktivrente“ nicht. Auch die Attraktivität der Aktivrente lässt in der Zielgruppe noch schwer zu wünschen übrig: Während sie nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten für „eher interessant“ (26%) oder sogar „sehr interessant“ (9%) hält, sieht die Mehrheit der Befragten (57%) die Aktivrente als „eher uninteressant“ oder sogar „sehr uninteressant“ an.
„Gerade 50- bis 60-Jährige können noch etwas für ihre Versorgungslage tun“
Christian Nuschele, Head of Distribution Standard Life Deutschland und Österreich, zieht aus der diesjährigen Ruhestandsbefragung folgende Schlussfolgerung: „Auch die zweite Auflage unserer Umfrage zeigt eine große Unsicherheit bezüglich der Absicherung im Alter. Gerade die 50- bis 60- Jährigen machen sich offensichtlich große Sorgen um die finanzielle Ausgestaltung ihres Ruhestandes.“ Es gebe allerdings auch eine gute Nachricht, so Nuschele: „Dies ist ein sehr guter Zeitpunkt, sich intensiv mit der finanziellen Planung des Ruhestands zu beschäftigen. Ich kann jeden in dieser Altersgruppe nur ermutigen, Entscheidungen nicht weiter aufzuschieben und sich Rat bei einem unabhängigen Experten für Ruhestandsplanung einzuholen.“ (mho)

Staatliche Leistungen für Assistenzhund





