Zeit fürs Gespräch

01.07.2021

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Die Corona-Pandemie hat tiefe Einschnitte in die Gesellschaft gebracht – auch ökonomisch und vor allem bei Selbstständigen. Den Wunsch nach einer eigenen Immobilie konnte sie aber nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil: Der Boom ist noch stärker geworden. Davon profitieren indirekt auch die Versicherer – und letztlich die Makler.

Eine neue Studie der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft PwC spricht Klartext und stellt alle Erwartungen auf den Kopf. Die Corona-Pandemie, hat den Boom bei Baufinanzierungen in Deutschland nicht ausgebremst, sondern zusätzlich befeuert. Das Neugeschäft der Banken und Sparkassen kletterte im Corona-Jahr 2020 auf 273 Mrd. Euro. Im Jahr zuvor waren es 263 Mrd. Euro. Die Zinserträge erreichten fast 15 Mrd. Euro (2029: 13,8 Mrd. Euro), die Kreditmarge erhöhte sich auf 1,13 % nach 1,12 % im Vorjahr. Die durchschnittliche Laufzeit neuer Kredite lag erstmals über elf Jahren. Während die Genossenschaftsbanken und Bausparkassen ihre Marktanteile im Baukreditgeschäft weiter ausbauten, ging der Marktanteil der Sparkassen zurück. Der Anteil der Privatbanken blieb unverändert. Im regionalen Vergleich verzeichnete Berlin mit 9,6 % das höchste und Bremen mit 3,6 % das niedrigste Wachstum im Kreditbestand. Geklagt wird offenbar vorrangig im Social Web, die Wirklichkeit ist allerdings eine andere. Coronabedingte Beschränkungen, Lockdown und Home-Office – viele träumen nicht erst seit der Corona-Pandemie von mehr Platz in den eigenen vier Wänden und damit verbunden auch vom Eigenheim. Doch insbesondere in Krisenzeiten sollte der Schritt ins Eigenheim gut durchdacht sein. Dazu gehören neben der richtigen Finanzierung auch wichtige Versicherungen.

Auf Lebensrisiken achten

Dabei gibt es dem digitalen Versicherungsmakler Clark zufolge einige Must-haves für Immobilienbesitzer. Klar steht auf Platz Eins die Wohngebäudeversicherung. Sie geht im Übrigen automatisch auf den neuen Besitzer der Immobilie über, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Nachdem die neuen Besitzer ins Grundbuch eingetragen wurden, haben sie einen Monat Zeit, die Versicherung entweder fristlos oder zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Da viele ältere Verträge überteuert sind, kann sich ein Wechsel finanziell lohnen. Dies ist für den Makler also stets ein Gesprächsanlass. Zumal hier unbedingt die möglicherweise noch nicht existente Elementarschadenabsicherung angehängt werden sollte. Dies geht nur im Paket. Und es entsteht Gesprächsbedarf für zahlreiche weitere Absicherungsangebote, die sogar existenziell wichtig sein können. Peter Schnitzler, Bereichsleiter Spartenmanagement Haftpflicht/Sach bei ERGO Group, klärt im Detail auf: „Die wichtigsten Versicherungen für Immobilienbesitzer sind die Haus- und Grundbesitzer- Haftpflichtversicherung, die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung – sofern ein Heizöltank im Haus vorhanden ist – und die Wohngebäudeversicherung.“ In der Wohngebäudeversicherung sei die Schadenquote übrigens besonders hoch. Stefan Hütte, BGV-Abteilungsdirektor Vertrieb/Privat bei den BGV Badische Versicherungen, macht auf Existenzielles aufmerksam: „Wir empfehlen, beim Hauskauf zuerst die finanzielle Absicherung zu klären. Dazu braucht es eine Risiko-Lebensversicherung mit ausreichend Versicherungssumme und Laufzeit für beide Partner. Im Ernstfall kann der Hinterbliebene das Eigenheim damit alleine halten, ohne schnell in finanzielle Nöte zu geraten.“ Lohnfortzahlung-, Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherung in ausreichender Höhe seien zusätzlich wichtig. Handele es sich um ein gemietetes Haus, seien die wichtigsten Versicherungen Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz inklusive Mieter-Rechtsschutz. Vermieter brauchten ebenfalls die umfassende Wohngebäudeversicherung sowie die Hausund- Grund-Haftpflicht und Gewässerschaden-Haftpflicht. Tendenziell sehe man in der Wohngebäudeversicherung die höchsten Schadenquoten, allerdings stark abhängig vom Alter und Zustand der jeweiligen Immobilien. Insgesamt seien allerdings vermietete Wohnobjekte wesentlich schadenträchtiger als selbstgenutzte Häuser. (hdm)