Baufinanzierungszinsen: Weiterer Aufwärtsdruck
13.10.2026

Marco Schöfl, Director Sales bei Qualitypool. Foto: © Qualitypool
Die Baufinanzierungszinsen in Deutschland sind zuletzt spürbar gestiegen. Hohe Inflationsraten, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Notenbanken belasten den Markt. Nach Einschätzung des Finanzierungsspezialisten Qualitypool ist kurzfristig kaum mit einer Entspannung zu rechnen.
Die Zinsen für Baufinanzierungen haben nach der jüngsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) im September angezogen. Laut dem aktuellen „Qualitypool Zinszoom“ stiegen die Bestzinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung von rund 3,5 auf 3,8 Prozent. Bei 15-jährigen Zinsbindungen erhöhten sie sich von 4,1 auf 4,2 Prozent.
Ein wesentlicher Treiber ist die erneut gestiegene Inflation. Im Euroraum legten die Verbraucherpreise im September nach vorläufigen Angaben um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, nach 3,2 Prozent im August. In Deutschland erreichte die Inflationsrate 3,3 Prozent. Insbesondere die hohen Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen sorgen für zusätzlichen Preisdruck.
Damit wächst die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte der Notenbanken. Während die EZB im Oktober voraussichtlich noch abwarten dürfte, rechnen Marktteilnehmer laut Qualitypool mit einer weiteren Anhebung im Dezember. Auch die US-Notenbank Fed könnte ihre Geldpolitik weiter straffen.
„Zwei große Notenbanken, die darüber nachdenken, ob sie die Leitzinsen weiter anheben wollen, und eine Inflation, die sich vorläufig verfestigt: Das ist kein Umfeld für sinkende Bauzinsen“, erklärt Marco Schöfl, Director Sales bei Qualitypool.
Für Immobilienkäufer und Anschlussfinanzierer empfiehlt Schöfl daher, verschiedene Finanzierungsszenarien frühzeitig durchzurechnen und günstige Konditionen gegebenenfalls über Forward-Darlehen abzusichern. Längere Zinsbindungen könnten zusätzliche Planungssicherheit bieten.
Für die kommenden Monate erwartet Qualitypool eine seitwärts bis aufwärts gerichtete Zinsentwicklung bei weiterhin erhöhten Schwankungen. Mittelfristig dürften vor allem die Energiepreise und die weitere Inflationsentwicklung entscheidend sein. Eine Entspannung der geopolitischen Konflikte könnte den Zinsdruck dagegen verringern. (mho)

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