BU-Leistungspraxisstudie 2026
09.06.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover
Billiger ist nicht automatisch schlechter – zumindest nicht im Ernstfall. Das zeigt die neue BU-Leistungspraxisstudie 2026 von Franke und Bornberg. Trotz des anhaltenden Preisdrucks im Markt für Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlen die untersuchten Versicherer: Die Anerkennungsquote liegt unabhängig von der Rentenhöhe stabil bei knapp 80 Prozent. Doch der Druck in der Branche macht sich bemerkbar – die durchschnittliche Regulierungsdauer ist 2024 erneut gestiegen, von 189 auf 201 Tage.
Der Kontext ist entscheidend: Laut dem map-report Nr. 943 – BU-Stabilitätsrating 2026 von Franke und Bornberg unterschreiten einzelne Versicherer die Marktdurchschnittsprämie um 40 Prozent und mehr. Gleichzeitig wachsen Leistungsversprechen: Nachversicherungsgarantien, AU-Bausteine, Günstigerprüfungen und Umtauschoptionen setzen die Preisgestaltung zusätzlich unter Druck. Da liegt die Frage nahe: Zahlen die Versicherer wirklich – und wie verlässlich?
Die BU-Leistungspraxisstudie 2026 von Franke und Bornberg analysierte 36.128 Leistungsfälle aus dem Jahr 2024 – das entspricht mehr als 60 Prozent aller BU-Leistungsfälle am deutschen Markt. Die 16 teilnehmenden Versicherer repräsentieren einen Gesamtbestand von 9,31 Millionen BU-Versicherten. Insgesamt wurden im BU-Markt 2024 ca. 58.000 Leistungsfälle registriert. Damit ist diese Untersuchung die umfangreichste ihrer Art in Deutschland.
Die Daten wurden per Stichprobe überprüft, was ihre hohe Qualität und Belastbarkeit belegt. Das Stichprobenverfahren sichert die statistische Validität der Ergebnisse. Für Verbraucher und Berater liefert die Studie damit das umfassendste Bild der tatsächlichen Regulierungspraxis in der BU.
„Der anhaltende Preiswettbewerb im BU-Markt wirft eine entscheidende Frage auf: Halten die Versicherer im Leistungsfall, was sie versprechen? Unsere Studie gibt darauf eine klare Antwort – und zeigt zugleich, wo die Branche noch Handlungsbedarf hat. Steigende Regulierungsdauern sind kein Kavaliersdelikt, wenn Menschen in einer existenziellen Situation auf ihre Leistungen warten müssen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.
Die Gesamtanerkennungsquote liegt unabhängig von der Rentenhöhe bei knapp 80 Prozent. Das ist ein belastbarer Beleg dafür, dass berechtigte Ansprüche in der Mehrheit der Fälle anerkannt werden. Fast 60 Prozent der Ablehnungen erfolgen aus medizinischen Gründen – der versicherte BU-Grad wurde nicht erreicht.

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