Bundestag beschließt Frühstart-Rente

16.10.2026

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Der Deutsche Bundestag hat heute das Frühstartrentengesetz beschlossen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt, dass die Koalition damit ein wichtiges Reformvorhaben für die Altersvorsorge junger Menschen aus dem Koalitionsvertrag umsetzt. „74 Prozent der Eltern bewerten die Frühstart-Rente positiv. Das ist ein starker Rückhalt für den frühen Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge", sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Die Frühstart-Rente gibt jungen Menschen etwas, das sich nicht nachholen lässt: genug Zeit für den Aufbau ihrer Altersvorsorge. Zugleich können Kinder und Jugendliche am eigenen Rentenkapital lernen, was langfristiges Sparen am Kapitalmarkt bewirken kann."

Die Zahlen stammen aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag des GDV. Nur knapp zehn Prozent der Eltern sehen die Frühstart-Rente negativ. An der Frühstart-Rente schätzen Eltern vor allem, dass der Vermögensaufbau für junge Menschen unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern beginnt. 43 Prozent nennen diesen Aspekt als einen der besonderen Vorzüge der Frühstart-Rente. Jeweils rund 38 Prozent nennen außerdem den Einstieg für Kinder aus Familien, die bislang nicht privat vorsorgen, die Chance, dass sich das Geld über Jahrzehnte vermehren kann, sowie den frühen Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge. 31 Prozent schätzen, dass sich Kinder und Eltern frühzeitig mit Geldanlage und Altersvorsorge auseinandersetzen.

Auch dass das Geld tatsächlich für die spätere Rente bestimmt ist, trifft auf Zustimmung. Gut 70 Prozent* der befragten Eltern beurteilen es als positiv, dass die staatlichen Beiträge direkt in einen Altersvorsorgevertrag fließen und grundsätzlich erst im Rentenalter ausgezahlt werden können.

Die breite Zustimmung geht auch mit einer hohen Bereitschaft einher, die staatliche Förderung durch eigene Beiträge zu ergänzen. 76 Prozent* der Eltern können sich grundsätzlich vorstellen, zusätzliches Geld für ein Kind in ihrem familiären oder persönlichen Umfeld einzuzahlen. 43 Prozent sind zu einer regelmäßigen Zuzahlung bereit, für weitere 33 Prozent sind gelegentliche Zahlungen vorstellbar. Ein kategorisches „Nein“ gab es nur von 6 Prozent. Knapp ein Drittel der Eltern (32 Prozent) hält den staatlichen Beitrag von zehn Euro im Monat allerdings für zu gering. 

„Der staatliche Beitrag von zehn Euro ist der Einstieg“, sagt Asmussen. „Jeder Euro, den Eltern, Großeltern, Tanten oder Onkel zusätzlich einzahlen, kann sich später vielfach auszahlen. Die Frühstart-Rente kann damit weit mehr Vorsorge anstoßen, als der Staat selbst finanziert.“ Einmal erklärt, wird die Frühstart-Rente sehr positiv bewertet. Gleichzeitig besteht jedoch noch viel Informationsbedarf. Bevor sie über das Konzept informiert wurden, gaben nur 38 Prozent der befragten Eltern an, von der Frühstart-Rente gehört zu haben und ungefähr zu wissen, worum es dabei geht. 29 Prozent hatten zwar von der Frühstart-Rente gehört, kannten das Vorhaben aber nicht genauer. Weitere 30 Prozent kannten das Vorhaben nicht. Damit wussten knapp 60 Prozent* der Eltern wenig oder gar nichts über die Frühstart-Rente.

Diese Wissenslücken zeigen, wie wichtig verständliche Informationen zur Einführung sind. Wer die Frühstart-Rente nicht kennt, lässt möglicherweise viel Potenzial ungenutzt. Denn die Frühstart-Rente schafft auch einen konkreten Anlass, sich innerhalb der Familie mit Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen. Fast ein Drittel der Eltern nennt das bereits als besonderen Vorteil.

Mit dem heutigen Beschluss ist der Einstieg in eine Altersvorsorge schon im Kindesalter geschaffen. Die Frühstart-Rente startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 mit dem Geburtsjahrgang 2020. Für diese Kinder zahlt der Staat bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in die zusätzliche Altersvorsorge ein. Ab 2027 kommt jeweils der Jahrgang hinzu, der dann sechs Jahre alt wird. Kinder, die beim Start bereits älter sind, erhalten keine staatliche Förderung.

Auch ältere Kinder und Jugendliche haben noch Jahrzehnte für den Kapitalaufbau vor sich. Je früher die Förderung beginnt, desto länger können die Beiträge für ihre spätere Rente angelegt werden. Diese Chance sollte auch ihnen offenstehen. Für eine breitere Förderung sprechen sich drei Viertel der Eltern aus. 54 Prozent wünschen eine möglichst schnelle Ausweitung auf alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Weitere 20 Prozent sprechen sich dafür aus, schrittweise mehrere zusätzliche Jahrgänge einzubeziehen. Nur 8 Prozent der befragten Eltern halten die geplante Ausweitung um einen Jahrgang pro Jahr für ausreichend. (mho)

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