HDI Rentner-Studie: große Zweifel am Generationenvertrag

02.06.2026

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Rund die Hälfte der Befragten hat wenig Vertrauen in den Generationenvertrag – sowohl in der jungen Generation zwischen 18 und 35 Jahren (51 %) als auch unter den heutigen Rentnern zwischen 63 und 70 Jahren (47 %). Lediglich 17 Prozent der jungen Generation und neun Prozent der Rentner geben an, großes oder sehr großes Vertrauen in das System zu haben. Das sind zentrale Ergebnisse der HDI Rentner-Studie 2026, die ein generationsübergreifendes Stimmungsbild zeichnen.

Als Hauptursachen dafür, dass das Rentensystem unter Druck geraten ist, nennen beide Gruppen vor allem das Missverhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern infolge des demografischen Wandels. Beide Generationen sehen das Nichteinzahlen von Beamten und Selbständigen (junge Menschen: 33 %; Rentner: 71 %) sowie die Vernachlässigung der Reform des Rentensystems (junge Menschen: 42 %; Rentner: 65 %) über einen langen Zeitraum als Hauptfaktoren.

Dazu Holm Diez, Mitglied des Vorstands der HDI Deutschland AG und verantwortlich für das Ressort Leben & Bancassurance: „Unsere Studie zeigt: Die Rentenfrage ist längst kein klassischer Generationenkonflikt mehr, sondern eine gemeinsame Sorge. Gleichzeitig zeigen sich viele Menschen offen für Reformen. Jetzt ist die Politik gefragt, daraus tragfähige und generationengerechte Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Beispielsweise befürworten knapp drei Viertel (74 %) der Befragten der jungen Generation die neue Aktivrente, die Rentnern die Möglichkeit eines steuerfreien Hinzuverdienst von 2.000 Euro nach dem Renteneintrittsalter bietet. Auch unter den Rentnern hätte eine frühere Aktivrente Zuspruch gefunden.

Gleichzeitig zeigt die Studie überraschend viel gegenseitiges Verständnis: 70 Prozent der jungen Generation haben Verständnis für die Kritik der älteren Generation am Rentensystem; unter den Rentnern liegt dieser Wert mit 69 Prozent Verständnis für die Kritik der jüngeren Generation nahezu identisch.

Die Studie zeigt jedoch nicht nur Skepsis gegenüber dem Status quo, sondern auch eine hohe Bereitschaft für Veränderungen und Reformen. Große Zustimmung erhalten unterschiedliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Rentensystems: Unter den Rentnern befürworten 88 Prozent einen höheren Grundfreibetrag; 87 Prozent sprechen sich für eine Erwerbstätigenversicherung aus, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen sollen. 81 Prozent unterstützen die Einführung einer Mindestrente.

In der jungen Generation erhält insbesondere die Mindestrente große Zustimmung (76 %). Ebenfalls hoch ist die Unterstützung für die sogenannte Aktivrente: 74 Prozent der jungen Befragten bewerten entsprechende Modelle positiv. 34 Prozent der heutigen Rentner hätten nach eigenen Angaben ebenfalls länger gearbeitet, wenn ein steuerfreier Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro möglich gewesen wäre.

Fabian von Löbbecke, Vorstand der HDI Lebensversicherung AG, verantwortlich für den Bereich Produkte/Neugeschäft Leben, betont: „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bereit sind, über neue Wege in der Alterssicherung nachzudenken. Dazu zählen neue Finanzierungswege und ergänzende Vorsorgemodelle. Die gesellschaftliche Debatte dreht sich zunehmend nicht mehr um das Ob von Veränderungen, sondern um die Frage, wie faire und langfristig tragfähige Lösungen aussehen können.“ (mho)

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