Krisenwährung Dollar

04.03.2026

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Nicht nur Öl zählt zu den Gewinnern der Eskalation im Nahen Osten, auch der US-Dollar legt deutlich zu. Der Greenback verzeichnete den stärksten Zwei-Tages-Anstieg seit fast einem Jahr. Kapital fließt in die klassische Krisenwährung, der Dollar übernimmt wieder die Rolle des Safe Havens. Am Mittwochvormittag wird EURUSD knapp oberhalb von 1,16 gehandelt. Noch zu Beginn des Jahres 2025 notierte das Währungspaar bei rund 1,0350.

Die Kombination aus starkem Dollar und hohem Ölpreis ist jedoch problematisch. Brent wird nahezu ausschließlich in US-Dollar gehandelt. Ein stärkerer Dollar verteuert Energieimporte zusätzlich und erhöht den Preisdruck in Europa und Asien.

Auch die Zinserwartungen spielen eine Rolle. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Dienstag zeitweise über 4,1 Prozent. Der Spielraum für Zinssenkungen in den USA wird kleiner, was den Dollar zusätzlich stützt. Die Dollarstärke ist also nicht nur eine Fluchtbewegung, sondern auch zinsgetrieben.

Für deutsche Anleger mit US-Aktien ist ein starker Dollar grundsätzlich positiv. Der Währungseffekt sorgt kurzfristig für Rückenwind. Wenn US-Aktien unter Druck geraten, kann der feste Dollar einen Teil der Kursverluste abfedern. Solange die geopolitischen Spannungen anhalten, Öl hoch bleibt und die US-Renditen stabil bleiben, dürfte der Dollar strukturell unterstützt bleiben.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.