Altersvorsorge rückt global verstärkt in den Fokus

22.09.2026

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Persönliche Ersparnisse und Investitionen sind inzwischen die bedeutendste erwartete Quelle für Renteneinkommen: Anleger erwarten, dass sie 42 % ihrer Altersvorsorge selbst finanzieren müssen – noch vor staatlichen Leistungen und Leistungen aus Betriebsrenten. In Asien ist dieser Wert noch höher: Dort erwarten Anleger, mehr als die Hälfte ihrer Alterseinkünfte aus privaten Ersparnissen und Investments bestreiten zu müssen. Das sind Ergebnisse der dritten Auflage der globalen Studie „Decoding Investors“ von Amundi. Mit Fokus auf Privatanleger und Sparer haben die Studienautoren 18.000 Personen in 26 Ländern befragt und deren Ziele, Sorgen, Verhaltensweisen und Informationsquellen rund um Anlageentscheidungen analysiert.

Die aktuelle Ausgabe 2026 zeigt, dass das Thema Altersvorsorge bei den Befragten einen hohen Stellenwert einnimmt. Vielen fehlt jedoch das nötige Selbstvertrauen und Wissen, um Ersparnisse in langfristige Anlagepläne umzumünzen.

Gleichzeitig nennen nur 36 % der Befragten die Altersvorsorge (34 % in Europa gegenüber 40 % in Asien) als Hauptmotivation für ihre Anlageentscheidungen – und von diesen sind lediglich 23 % sehr zuversichtlich, langfristige finanzielle Sicherheit erreichen zu können. 2025 waren dies noch 26 %. Das verdeutlicht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Bedeutung, die Anleger dem Thema Rente beimessen, und ihrer Bereitschaft sowie ihrem Vertrauen, sie auch tatsächlich finanzieren zu können.

Professionelle Beratung wirkt sich erheblich darauf aus, wie sicher sich Anleger in Bezug auf ihre Altersvorsorge fühlen: So ist die Hälfte der Anleger, die Beratung in Anspruch genommen haben, sehr zuversichtlich, ihren Ruhestand finanzieren zu können, verglichen mit nur 14 % derjenigen, die noch nie Beratung in Anspruch genommen haben.

Fast die Hälfte (43 %) der Sparer plant, innerhalb der nächsten zwölf Monate erstmals Geld am Kapitalmarkt anzulegen – ein Wert, der bei 21- bis 30-Jährigen auf 62 % steigt. 39 % werden jedoch von der Angst vor Verlusten zurückgehalten. Die Investitionsbereitschaft variiert stark je nach Land: dänische Sparer liegen vorn (79 %), gefolgt von Singapurern (73 %), während Belgier und Deutsche das geringste Interesse zeigen (24 %).

In der Praxis bedeutet das häufig, dass Menschen länger als nötig Cash halten, anstatt an den Kapitalmärkten aktiv zu werden: Für die Mehrheit (52 %) der Sparer genügt ein Betrag von weniger als sechs Monatseinkommen, um unerwartete Ausgaben aufzufangen. Die meisten halten jedoch deutlich mehr Bargeld vor.

Über das Selbstvertrauen hinaus spielt auch die finanzielle Bildung eine entscheidende Rolle. Die Studie legt einen deutlichen Unterschied zwischen dem Selbstbild der Anleger und ihrem tatsächlichen Finanzwissen offen: 70 % derjenigen, die sich als "Experten" bezeichnen, konnten drei grundlegende Fragen zur Finanzkompetenz nicht korrekt beantworten.

Besonders ausgeprägt ist dieses an der Spitze der Vermögensskala. Wohlhabende Anleger zeigen sich zwar am selbstsichersten, wiesen aber die niedrigsten Finanzkenntnisse auf: Nur 36 % aus dieser Gruppe konnten alle drei Fragen zur Finanzkompetenz korrekt beantworteten. Gleichzeitig suchen sie jedoch auch am häufigsten professionellen Rat (87 %) – verglichen mit 58 % bei Privatanlegern mit weniger Vermögen.

Innerhalb von nur einem Jahr vervierfachte sich die Zahl der Anleger, die KI-Assistenten regelmäßige als Quelle für Anlageideen und -informationen nutzen, auf 19 %. Besonders bemerkenswert: Sieben von zehn Anlegern haben KI bereits genutzt, um Anlageentscheidungen zu treffen. Mehr als die Hälfte von ihnen (59 %) hat die Empfehlungen auch umgesetzt, und fast alle (90 %) zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Auch die sozialen Medien gewinnen an Bedeutung: Fast jeder zweite Investor (46 %) informiert sich über Influencer zu Anlagethemen. Besonders verbreitet ist dies in Indien (68 %) und Brasilien (65 %), während die Anleger in europäischen Ländern wie Frankreich (28 %), Spanien (37 %) und Deutschland (40 %) zurückhaltender sind.

Diese neuen Informationsquellen ersetzen keine professionelle Beratung, sondern ergänzen sie, indem sie Anlegern helfen, Ideen einzuordnen und Empfehlungen zu hinterfragen. Mehr als 60 % der Anleger haben Zugang zu zumindest teilweise professioneller Finanzberatung, die zunehmend digital bereitgestellt wird. 59 % der Befragten erhalten ihre Beratung heute ganz oder teilweise online.

Fannie Wurtz, Deputy General Manager und Head of Clients Group bei Amundi, erläutert: "Die Finanzierung der Altersvorsorge wird weltweit für immer mehr Haushalte zu einer zentralen Frage. Die die dritte Ausgabe unserer Decoding-Investors-Studie macht dabei eine dringende Aufgabe sichtbar: mehr Sparern zu helfen, den Schritt an die Kapitalmärkte zu wagen. Für unsere Branche bedeutet das, Vertrauen aufzubauen, den Zugang zu Finanzbildung – insbesondere über digitale Kanäle – zu verbessern und einfache, transparente und leicht zugängliche Lösungen bereitzustellen. Mit seiner Expertise begleitet Amundi seine Kunden dabei, diese Herausforderung zu meistern – durch Anlagelösungen, technologische Tools und Unterstützung, die auf die langfristigen Bedürfnisse der Altersvorsorge zugeschnitten ist." (mho)

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