Am Anfang einer Entwicklung

16.10.2026

Patrick Vogel, Leiter Strategisches Asset Management bei TBF / Foto: © TBF

Die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz ist unbestritten und nicht mehr wegzudiskutieren. Zweifel mögen berechtigt sein, werden aber am Wesenskern der KI wenig bis nichts ändern. Patrick Vogel ist Leiter Strategisches Asset Management und Senior Portfolio Manager bei der TBF Global Asset Management GmbH. finanzwelt sprach mit ihm.

finanzwelt: Herr Vogel, über die KI scheiden sich die Geister. Kritische Stimmen mahnen und erinnern an das Platzen der Blase um die Jahrtausendwende. Wiederholt sich die Geschichte?

Patrick Vogel: Vergleiche hinken oftmals, und so ist es auch in diesem Fall. Wir glauben nach wie vor, dass KI eine große neue Welle in der Technologie darstellt. Diese Megatrends brauchen in der Regel mehrere Jahre, um sich zu entfalten und in ihrer Gesamtheit zur Geltung zu kommen. Der Blick auf die abgelaufene Berichtssaison zeigt, dass die großen US-Unternehmen in diesem Umfeld zum weitaus größten Teil liefern und die an sie gesteckten Erwartungen erfüllen. Ob sich das künftig so fortschreiben lässt, darüber kann man aktuell nur mutmaßen. Doch auch wenn es volatiler zugehen dürfte, sehen wir nicht das Szenario des Platzens einer Blase analog zur Dotcom-Ära.

finanzwelt: Die zunehmende Nutzung der KI ist unbestritten. Energie spielt dabei eine Rolle. Sie ist wertvoll und wichtig. Das führt uns zu Ihrem TBF Smart Power.

Vogel: Der Wesenskern des Fonds betrifft die Veränderung der globalen Stromnachfrage. Dabei wirken mehrere strukturelle Entwicklungen gleichzeitig, zu denen auch die verbreiterte Nutzung der KI zählt. Machen wir uns nichts vor – wir stehen noch am Anfang einer Entwicklung. Das theoretische Anwendungspotenzial reicht weit und umfasst viele Branchen, Abläufe und betriebliche Prozesse. Dabei ist die KI nicht nur in vielen Großunternehmen ein wichtiges Thema, sondern durchdringt zunehmend die gesamte Breite der Wirtschaft.

finanzwelt: Sie sprachen von strukturellen Entwicklungen, die die gesamte Energiewirtschaft/- infrastruktur nachhaltig verändern. Was zählt noch dazu?

Vogel: Die Einflussfaktoren sind vielschichtig. Da Millionen Menschen Künstliche Intelligenz nutzen, nimmt beispielsweise der Rechenbedarf gigantisch zu. Mehr Rechenzentren benötigen mehr Strom. Die KI verändert dabei die Art und Weise, wie Rechenzentren betrieben werden.

finanzwelt: Die Krisen zeigen es – Reindustrialisierung sowie das politische Streben nach Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit sind Themen der Zeit. Das wirkt sich ebenfalls auf den Energiebedarf aus.

Vogel: Absolut. Wirtschaftliche Resilienz zu sichern und zugleich die industrielle Basis im Sinne strategischer Autonomie auszubauen, rücken zunehmend in den Fokus. Diese Reindustrialisierung bedingt den Aufbau neuer Anlagen, die wiederum zusätzliche Netzkapazitäten benötigen. Das Nadelöhr all dieser Entwicklungen ist das Stromnetz, das überaltert als auch technisch nicht auf die neuen Lasten vorbereitet ist. Neubau plus Erneuerung bestehender Infrastruktur sind unerlässlich.

finanzwelt: Um den Bogen zu Ihrem Fonds zu schlagen. Wie positioniert sich der TBF Smart Power?

Vogel: Kerngedanke ist, attraktive Geschäftsfelder entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausfindig zu machen und sich entsprechend zu engagieren. Insofern ist der TBF Smart Power breit aufgestellt, sowohl regional als auch sektoral. Mittlerweile ist der Fonds mehr als 1 Mrd. Euro schwer und knüpft auch 2026 an die sehr guten Wertentwicklungen der Vorjahre an. (ah)