Berlin bleibt Spitzenreiter bei Finanzkriminalität

03.06.2026

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Finanzkriminalität breitet sich global deutlich aus, dabei nutzen Täter verstärkt KI. Laut einer Analyse von BrokerChooser ist Berlin auch auf Basis der Daten für 2025 das Bundesland mit den meisten Finanzdelikten pro 100.000 Einwohner.

Die Hauptstadt erhielt in der neuen Studie einen Indexwert von 7,063 von 10 und ist damit das einzige Bundesland mit einem Indexwert von mehr als 7. Am häufigsten wurden in Berlin Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert: 2.094,2 Fälle pro 100.000 Einwohner. Zwar ist dies nicht der höchste Wert bundesweit, doch Berlin weist für 19 der 80 untersuchten Finanzdelikte den bundesweit höchsten Wert auf, darunter Unterschlagung (243,7 Fälle pro 100.000 Einwohner), Überweisungsbetrug (43,9 Fälle pro 100.000 Einwohner), sowie Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN (134,2 Fälle pro 100.000 Einwohner). Insgesamt ist die Fallzahl an Finanzdelikten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr in Berlin allerdings um 5,4 % gesunken.

Auf dem zweiten Platz in der Studie liegt erneut Bremen mit einem Indexwert von 6,265 von 10. Auch in Bremen sind die Fälle pro 100.000 Einwohner für viele Deliktarten hoch, und in einigen sogar knapp höher als in Berlin. Dazu zählen auch im Jahr 2025 Vermögens- und Fälschungsdelikte, von denen in Bremen 2.099,1 pro 100.000 Einwohner registriert wurden, Waren- und Warenkreditbetrug (442,5 Fälle pro 100.000 Einwohner) und Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (503,8 Fälle pro 100.000 Einwohner). In Bremen wurden außerdem fast fünfmal so viele Fälle von Kapitalanlage- und Anlagebetrug (23,1 Fälle pro 100.000 Einwohner) verzeichnet wie in Berlin. Im Vergleich zu den Zahlen für 2024 sind in Bremen die Fälle von Finanzdelikten im Jahr 2025 um 10,3 % gesunken, ein deutlich positives Ergebnis für die Hansestadt.

Mecklenburg-Vorpommern hatte in 31 von 80 Deliktarten die bundesweit niedrigste Fallzahl pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen, womit dieses Bundesland auch für die Studie zu den Zahlen für 2025 einen Indexwert von nur 3,703 von 10 erhielt. Beispielsweise in der Deliktkategorie Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel wies Mecklenburg-Vorpommern nur 31,7 Fälle pro 100.000 Einwohner auf, was nicht nur bundesweit die niedrigste Zahl war, sondern auch 16mal weniger als die höchste Fallzahl pro 100.000 Einwohner, die in Bremen vorliegt. Weitere Delikte, in denen Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner aufweist, sind Leistungskreditbetrug (2,6 Fälle pro 100.000 Einwohner), Sozialleistungsbetrug (4,6 Fälle pro 100.000 Einwohner), und die Fälschung von unbaren Zahlungsinstrumenten (0 Fälle pro 100.000 Einwohner).

Die Analyse von BrokerChooser hat ergeben, dass im Jahr 2025 Niedersachsen mit einem Indexwert von 6,183/10 das Bundesland mit den besten Aufklärungsquoten über die 80 Deliktarten verteilt ist. Niedersachsen löst damit Mecklenburg-Vorpommern ab, welches die besten Quoten im Vorjahr verzeichnete. Niedersachsen weist eine Aufklärungsquote von über 80 % für 39 der 80 untersuchten Deliktarten auf, sowie die bundesweit höchste Aufklärungsquote (100 %) für Kreditbetrug.

Knapp hinter Niedersachsen auf Platz 2 folgt Mecklenburg-Vorpommern mit einem Indexwert von 6,118/10. Im 2024 erstplatzierten Bundesland liegt die Aufklärungsquote 2025 bei 35 von 80 Deliktarten bei über 80 %, wenn sie auch bei den beiden häufigsten Delikten (Vermögens- und Fälschungsdelikte - 69 % und Waren- und Warenkreditbetrug - 74,2 %) darunter lag. Wie auch die meisten anderen Bundesländer, werden in Mecklenburg-Vorpommern nur ein gutes Drittel der Fälle von Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel gelöst, was zeigt, wie schwer die Strafverfolgung für diesen Tatbestand ist.

Berlin, das Bundesland mit den höchsten Fallzahlen pro 100.000 über die 80 Delikte verteilt, liegt auf Platz 15, was die Aufklärungsquoten angeht, mit einem Indexwert von 3,490/10. Die Quoten für die beiden häufigsten Delikte liegen hier bei nur 45,0 % bzw. 33,6 %, was im Umkehrschluss einer hohen absoluten Zahl an ungelösten Fällen entspricht. Besonders die Quote für Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (7,1 %) sticht als bundesweit niedrigste heraus.

Auf dem letzten Platz liegt Bremen mit einem Indexwert von 2,487/10. Die Hansestadt weist für viele Deliktarten eine erschreckend niedrige Aufklärungsquote auf.  In Bremen liegen alle Aufklärungsquoten in der Tabelle bei unter 50 %. Für Waren- und Warenkreditbetrug (42 %), sowie Kapitalanlage- und Anlagebetrug (6,7 %), hat Bremen außerdem die niedrigsten Aufklärungsquoten bundesweit. (mho)

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