Fast jeder Zweite der Gen Z von Zahlungsbetrug betroffen

17.06.2026

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Der durchschnittliche finanzielle Schaden für Verbraucher durch Betrug im Online-Handel ist in diesem Jahr in Deutschland um fast 50 Prozent auf 394 Euro gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen, die von Betrug betroffen sind, auf ein Viertel gestiegen. In der Gen Z ist innerhalb der letzten 12 Monate sogar fast jeder Zweite Opfer von Betrug geworden. Aus Angst vor Betrug zieht es besonders jüngere Menschen wieder vermehrt in den stationären Handel. Das geht aus einer aktuellen Studie der Finanztechnologie-Plattform Adyen hervor.

KI wird von Verbrauchern weiterhin als relevanter Risikofaktor wahrgenommen – auch wenn die Besorgnis hier im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Zudem zeigt sich auch auf Unternehmensseite ein Anstieg der Betrugsaktivität: Bei 24 Prozent der Händler ist die Zahl der Betrugsversuche in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen.

Deutschland liegt bei Schadenssumme leicht unter europäischem Durchschnitt

Verbraucher in Deutschland, die von Betrug betroffen waren, haben in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich rund 394 Euro verloren – und damit deutlich weniger als im Vorjahr (763 Euro). Höhere Schäden als in Deutschland wurden unter anderem in Polen (560 Euro), Belgien (529 Euro) und Tschechien (477 Euro) angegeben, während Spanien mit 277 Euro den niedrigsten Wert verzeichnet. Mit 394 Euro liegt Deutschland im europaweiten Vergleich der zehn untersuchten Länder auf Platz sieben – und damit unter dem Gesamtdurchschnitt von 415 Euro.

Schäden sinken deutlich – Jüngere häufiger betroffen

Während die finanziellen Schäden pro Betrugsfall zurückgehen, steigt die Zahl der Betroffenen: Inzwischen ist jeder vierte Verbraucher in Deutschland betroffen – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (23 Prozent). Vor allem junge Menschen geraten ins Visier: In der Gen Z war zuletzt fast jeder Zweite Opfer von Zahlungsbetrug (46 Prozent), bei den Millennials mehr als jeder Dritte (38 Prozent). Ältere Generationen sind merklich seltener betroffen – in der Gen X etwa jeder Fünfte (19 Prozent), bei den Babyboomern nur jeder Elfte (9 Prozent).

Bei der Schadenshöhe zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Obwohl die Gen Z häufiger betroffen ist, fallen die Betrugssummen in dieser Altersgruppe deutlich geringer aus als bei älteren Verbrauchern. In der Gen Z liegt der durchschnittliche Schaden bei 376 Euro, während Babyboomer mit 511 Euro zu den am stärksten betroffenen Gruppen in Bezug auf die Schadenshöhe zählen.

Sicherheit treibt Verbraucher zurück in den stationären Handel

Sicherheitsbedenken hinterlassen zunehmend Spuren im Kaufverhalten: Fast jeder fünfte Verbraucher in Deutschland weicht inzwischen aus Angst vor Online-Betrug auf den stationären Handel aus – im Vorjahr war es noch jeder Achte (13 Prozent). Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in der Gen Z, die dem digitalen Einkauf eigentlich am nächsten steht.

Gleichzeitig zeigen sich die Deutschen im europäischen Vergleich vergleichsweise gelassen: Sorgen rund um digitale Zahlungsmethoden äußert hierzulande jeder Fünfte (20 Prozent) – in Europa ist es fast jeder Dritte (29 Prozent). Ähnlich beim Umgang mit gespeicherten Zahlungsdaten: Während europaweit 24 Prozent der Verbraucher Bedenken haben, sind es in Deutschland nur 17 Prozent. Auch die Furcht vor KI-basiertem Betrug ist leicht gesunken – am stärksten ausgeprägt bleibt sie bei den Babyboomern, von denen gut 26 Prozent entsprechende Sorgen äußern.

„Wenn fast jeder zweite junge Verbraucher Erfahrungen mit Zahlungsbetrug macht, ist das längst kein Randphänomen mehr, sondern gelebter Alltag einer ganzen Generation. Gleichzeitig zeigen die sinkenden Schadenssummen, dass bessere Schutzmechanismen wirken. Händler, die jetzt in smarte Betrugsprävention investieren, schützen nicht nur ihr Geschäft – sie stärken das Vertrauen ihrer Kunden nachhaltig“, kommentiert Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH von Adyen.

Unternehmen in Deutschland sind zunehmend von Betrug betroffen

Betrug trifft zunehmend auch Unternehmen: Bei 24 Prozent der Händler in Deutschland ist die Zahl der Betrugsversuche im vergangenen Jahr gestiegen – darunter sowohl klassische Cyberangriffe als auch betrügerische Retouren. Parallel dazu verzeichnet jedes vierte Unternehmen einen Anstieg KI-gestützter Betrugsversuche, was sich bei mehr als jedem fünften Händler bereits in steigenden Betriebskosten niederschlägt.

Die Branche reagiert: Fast ein Drittel der Unternehmen setzt bereits KI ein, um betrügerische Transaktionen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden – und 37 Prozent planen entsprechende Investitionen. Betrug ist damit längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Kostenfaktor im deutschen Handel. (fw)