Nürnberger blickt optimistisch in die Zukunft
02.06.2026

Harald Rosenberger, CEO der Nürnberger Versicherung. Foto: © Nürnberger Versicherung
Auf der Hauptversammlung der Nürnberger Beteiligungs-AG zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Harald Rosenberger zufrieden mit dem Verlauf des letzten Geschäftsjahres. „Wir haben 2025 fast alle unsere ambitionierten Ziele erreicht oder übertroffen – angefangen beim Konzernergebnis, über die Produktivitätsverbesserungen bis hin zu großen Fortschritten im Schaden-/Unfallsegment“, sagte Rosenberger gegenüber den Aktionären.
Er ergänzte: „Wir sind zurück in der Spur. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, unsere Transformation zum Präventionsversicherer konsequent weiterzuführen und wieder ertragreich zu wachsen.“ Die Hauptversammlung fand nach dem Eintritt der Vienna Insurance Group (VIG) als neuer Mehrheitsaktionär mit einem grundlegend veränderten Aktionariat statt. Die VIG hatte im Zuge des Erwerbsangebots an die Aktionäre der Nürnberger Beteiligungs-AG 99,2 % der Aktien übernommen. Die Genehmigung der Übernahme durch die Behörden erfolgte Mitte Mai.
„Die Zugehörigkeit zur VIG wird uns sehr helfen – insbesondere beim Erfüllen regulatorischer Anforderungen, bei der IT-Modernisierung oder durch den Zugang zu Know-how, zu Produkten und Lösungen einer internationalen Gruppe aus 50 Gesellschaften“, betont Rosenberger. „Ich bin sicher, dass Kundinnen und Kunden, Vertriebspartner, aber auch die Mitarbeitenden künftig von einer noch stärkeren Nürnberger profitieren werden.“ Fitch Ratings hatte in diesem Zusammenhang erst vor wenigen Tagen das Finanzstärke-Rating der Nürnberger Versicherungen auf A+ erhöht und dabei auf die Übernahme durch die VIG sowie auf die verbesserte Ertragslage hingewiesen.
CFRO Dr. Peter Ott berichtete in seiner Rede im Detail über das Geschäftsjahr 2025: „Unser Konzernergebnis liegt mit 46,8 Mio. Euro etwa 16 % über dem Plan. Zudem konnten wir die Kosten erheblich senken und sind dank des abgeschlossenen Effizienzprogramms ‚Fit für die Zukunft‘ deutlich produktiver geworden.“
Der Versicherer hatte das Einsparziel des Effizienzprogramms von ursprünglich 75 Mio. Euro im Verlauf des Geschäftsjahres 2025 noch einmal erhöht. Insgesamt konnte die Nürnberger bis Ende 2025 mehr als 85 Mio. Euro an Einsparungen realisieren. Die Auswirkungen werden sich vollständig jedoch erst im Geschäftsjahr 2026 zeigen. Der Konzern hat im Zuge des Effizienzprogramms insgesamt rund 600 Arbeitsplätze abgebaut. Die Trennung von den betroffenen Mitarbeitenden erfolgte einvernehmlich auf der Basis eines mit dem Betriebsrat vereinbarten Sozialplans. Betriebsbedingte Kündigungen gab es nicht.
Darüber hinaus hob der CFRO insbesondere die deutlich auf 302 % verbesserte Solvenzquote (Vorjahr 247 %) der Nürnberger hervor. Auch die Sanierung des Schaden-/Unfall-segments kam 2025 schneller voran als geplant. Die Maßnahmen führten zu einer Ergebnisverbesserung von 119 Mio. Euro auf -38,2 Mio. Euro. „Spätestens im nächsten Jahr wollen wir auch in diesem Segment wieder schwarze Zahlen schreiben“, kündigte Ott an. Die gebuchten Bruttobeiträge gingen leicht auf 3,52 Mio. Euro zurück. Dieser Rückgang folgte dem verstärkten Fokus auf strategisch bedeutsamere Sparten sowie den Sanierungsmaßnahmen im Schaden-/Unfallsegment. Der Versicherer geht für 2026 von einem weiteren leichten Rückgang aus, bevor die Bruttobeiträge im Konzern 2027 wieder wachsen sollen.
Der Vorstand bekräftigte das Ergebnisziel für 2026. Danach strebt die Nürnberger im laufenden Jahr ein HGB-Ergebnis im Konzern in Höhe von 80 Mio. Euro an. Die Hauptversammlung stimmte dem Vorschlag des Vorstands zu, vom Bilanzgewinn 2025 pro Aktie 2,00 Euro als Dividende auszuzahlen (Vorjahr 0,14 Euro). Das bedeutet eine Ausschüttung von 23 Mio. Euro. (mho)

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