BdV legt neues Konzept für Schutz gegen Naturgefahren vor
09.07.2026

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Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal fordert der Verbraucherschutzverein Bund der Versicherten e. V. einen grundlegenden Neustart beim Schutz vor Naturgefahren. Die Überschwemmungen im Juli 2021 kosteten 183 Menschen das Leben, mehr als 800 wurden verletzt. Über 85.000 Haushalte waren betroffen. Die Schäden beliefen sich nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums auf mehr als 30 Milliarden Euro.
Durch die Katastrophe wurde die Forderung nach einer Elementarschadenpflichtversicherung laut und die Bundesregierung verständigte sich auf ihre Einführung. Viele unterschiedliche Aspekte sowohl der Gesamtkonzeption wie der Details wurden öffentlich und intern diskutiert. Nach einer ersten Positionierung im Februar 2025 legt der Bund der Versicherten e. V. jetzt ein grundlegend überarbeitetes Impulspapier vor.
Darin trennt der BdV zwischen einer privaten Elementarschadenversicherung für Wohngebäude und der staatlich organisierten Katastrophenvorsorge - aufsetzend auf das Staatsziel des Umweltschutzes, gestärkt durch das Bundesverfassungsgericht 2021. Die Elementarschadenversicherung als Bestandteil jeder Wohngebäudeversicherung soll durch ein gesetzliches Leitbild einen Mindestschutz für die Verbraucher*innen bilden. Eine risikoadäquate Ausgestaltung ist möglich, ebenso zusätzliche individuelle Absicherung durch Angebote der Versicherer.
Zentrale Forderung des BdV ist zudem die Einrichtung einer öffentlichen Stelle zur Katastrophenvorsorge. Sie soll Präventionsmaßnahmen koordinieren, ein öffentliches Naturgefahrenportal unterhalten, einen darauf basierenden Naturgefahrenausweis für Wohngebäude ausstellen sowie Notfall- und Vorsorgepläne entwickeln. Während die Elementarschadenversicherung Schäden durch lokale Unwetterereignisse abdeckt, soll die staatliche Stelle bei großflächigen Naturkatastrophen tätig werden und auch die Schadenhilfe organisieren. Finanziert werden soll sie entweder durch einen Teil der Versicherungssteuer oder durch einen Aufschlag auf die Grundsteuer. Nach Auffassung des BdV sorgt die breite Finanzierung dafür, dass sowohl die Elementarschadenversicherung als auch die staatliche Katastrophenvorsorge für Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlbar bleiben. Die Absicherung wird zügig und sichtbar erhöht. Gleichzeitig werden Prävention, Transparenz und die gesamtgesellschaftliche Resilienz deutlich gestärkt.
„Die Eindämmung der Erderwärmung ist die wichtigste Aufgabe für den Schutz vor Naturgefahren. Daneben müssen wir uns unbedingt auf die nächsten Katastrophen vorbereiten. Die Zeit drängt. Wir können nicht mehr auf eine privatwirtschaftliche Lösung warten, die den Versicherungsunternehmen genehm ist“, sagt BdV-Vorstandssprecher Stephen Rehmke. „Unser Appell an die Verantwortlichen im Bund und in den Bundesländern: Schaffen Sie faire und verlässliche gesetzliche Regeln für die private Elementarschadenversicherung. Und schaffen Sie eine zentrale staatliche Stelle, die aktiv und engagiert die Katastrophenvorsorge vorantreibt und Präventionsmaßnahmen, Notfalleinsätze und Wiederaufbauhilfen koordiniert.“ (mho)

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