Krankenzusatzversicherungen auf dem Prüfstand

26.02.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover

PKV-Zusatz Stationär: Sieger im Qualitätsvergleich

Die stationäre KV-Zusatzversicherung bezahlt Wahlleistungen im Krankenhaus: Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt- bzw. Privatarztbehandlung und freie Krankenhauswahl. Ergänzt wird das Angebot durch Erstattung teurer Behandlungen jenseits des GKV-Leistungskatalogs, Rooming-in, Vor- und Nachsorge sowie die Übernahme gesetzlicher Zuzahlungen. Über 6,9 Millionen Versicherte verlassen sich auf diesen Schutz.

Die stationäre Zusatzversicherung bietet das höchste Qualitätsniveau unter den KV-Zusatzsparten: Mehr als jeder fünfte der 126 untersuchten Tarife erhält die Note FFF+ „hervorragend", weitere 19 Prozent ein FFF „sehr gut“.

PKV-Zusatz Ambulant: Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge im Test

Mehr als 9,25 Millionen Versicherte zählte der PKV-Verband Ende 2024 im Bereich ambulante Leistungen – dazu zählen Schutz für Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Auch hier bewertet das Rating jeden Aspekt getrennt. Michael Franke erklärt den Ansatz: „Einige Menschen legen vor allem Wert auf Naturheilverfahren wie Akupunktur und TCM, andere auf erweiterten Vorsorgeschutz und Impfungen. Würden wir alle drei zusammenfassen, verlöre das Rating an Aussagekraft – und am Ende blieben nur wenige Tarife übrig, die in allen drei Disziplinen top sind." Fehlt eine Disziplin, erhält der Tarif in diesem Segment die Note F- „ungenügend".

PKV-Zusatz Sehhilfen: Wie gut ist der Schutz für Brillen und Kontaktlinsen?

Wie im Vorjahr erreicht nur jeder achte der 136 Tarife (13 Prozent) die Topnote FFF+. Einer von fünf Tarifen erhält ein „ungenügend", weil er keine Leistungen für Sehhilfen enthält.

PKV-Zusatz Naturheilverfahren: Wenn es mehr als Schulmedizin sein soll

Im Regelleistungskatalog der GKV sind Kosten für Heilpraktiker nicht vorgesehen. Naturheilverfahren werden nur erstattet, wenn sie von Ärzten mit entsprechender Zusatzausbildung erbracht werden.

Zusatzversicherungen für Naturheilverfahren zeigen sich im Vorjahresvergleich kaum verändert. Hervorragende Leistungen (FFF+) bleiben mit nur neun Prozent aller Tarife die Ausnahme. Der Anteil der Tarife mit FFF ist gegenüber 2025 gesunken. 38 Prozent erhalten ein „ungenügend" – damit schneiden überdurchschnittlich viele Tarife schlechter ab als in anderen Bereichen, weil sie nicht auf alternative Heilmethoden fokussieren.

PKV-Zusatz Vorsorge: Wie gut ist privater Vorsorgeschutz?

Das PKV-Zusatz-Rating Vorsorge prüft, welche Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen über das gesetzliche Maß hinaus versichert sind. Angebot und Qualität bleiben auch hier gegenüber dem Vorjahr unverändert. 15 Prozent erreichen ein FFF+, weitere sieben Prozent die Note FFF.

Fazit und Ausblick: Nachfrage bleibt hoch

Angebot und Qualität verharren auf Vorjahresniveau. Solange leistungsstarke Tarife in allen Bereichen zu finden sind, ist das eine gute Nachricht. Der Nachfrage ist unverändert hoch – sie wird durch schlechte Nachrichten zur GKV verlässlich befeuert.

„Dass die PKV durchaus Dynamik entwickeln kann, beweist aktuell vor allem die betriebliche Krankenversicherung. Mehr Bewegung in der PKV-Zusatzversicherung erwarten wir, wenn die lange erwartete Reform der ärztlichen Gebührenordnung verabschiedet ist", sagt Michael Franke. Zusätzliche Einschnitte in der GKV könnten die Produktentwicklung ebenfalls beflügeln. Die ruhige Phase sollten Versicherer nutzen, um Prävention auszubauen und Prozesse weiter zu verschlanken. (mho)

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