Potenziell jedes Gebäude von Naturgefahren betroffen
29.09.2026

Dr. Sebastian Reddemann ist Sprecher des Vorstandes der VHV Allgemeine Versicherung AG/ Foto: © VHV
Wie verändern Extremwetterereignisse die Rahmenbedingungen für Gebäude? Die VHV Allgemeine Versicherung AG geht gemeinsam mit dem Institut für Bauforschung e.V. (IFB) dieser Frage auf den Grund: In der soeben veröffentlichten Studie „Klimawandel und Extremwetterereignisse – Schadenentwicklung und Anforderungen an Wohngebäude“ wird auf Basis langjähriger Versicherungsdaten der VHV Allgemeine deutlich, wie sich Extremwetterschäden entwickeln und bereits in der Schadenrealität widerspiegeln. Sie zeigt zudem, welche Regionen in Deutschland besonders betroffen sind und welche Anforderungen daraus für widerstandsfähigere Gebäude entstehen.
Extremwetter zeigt sich in Deutschland zunehmend vielfältig: Stürme, Starkregen, Hagel, Hochwasser und Hitze treten intensiv und in Kombination miteinander auf – dies hat Folgen für die Planung und den Bau von Gebäuden. In den Jahren 2013, 2022 und 2023 verursachten großflächige Hagelereignisse erhebliche Sachschäden, beispielsweise an Häusern und Autos; 2018 führte Orkan Friederike zu Sturmschäden, während gleichzeitig eine Dürreperiode begann, die bis ins Jahr 2020 anhielt. Im Sommer 2021 folgten auf Hitzewellen schwere Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel sowie die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. 2022 prägten zudem schwere Gewitterlagen mit sogenannten Superzellen das Schadengeschehen, während langanhaltende Regenfälle Weihnachten 2023 in Niedersachsen und im Frühsommer 2024 in Bayern und Baden-Württemberg zu Überflutungen führten.
„Mit unserer Studie machen wir darauf aufmerksam, wie stark Gebäude durch Extremwetter gefährdet sind und wie wichtig Prävention und die richtige Absicherung der Risiken zunehmend werden. Extremwetterereignisse verursachen nicht nur Schäden an Dächern, Fassaden und Kellern von Gebäuden – häufig ist auch die gesamte Gebäudetechnik betroffen. Gleichzeitig beobachten wir auch in der Kfz-Versicherung vermehrt Kumulschadenereignisse infolge von Hagel, Sturm, Hitze, Trockenheit, Starkregen und Überschwemmungen“, so Dr. Sebastian Reddemann, Sprecher des Vorstandes der VHV Allgemeine Versicherung AG.
Fazit der Studie: Extremwetter wird zur Daueraufgabe für den Gebäudesektor
· Schäden entstehen nicht nur durch einzelne Großereignisse, sondern zunehmend auch durch die Häufung vieler lokaler Ereignisse.
· Ein neues Risikobild: Extremwetter kann grundsätzlich flächendeckend auftreten. Die Bedeutung klassischer Risikoregionen nimmt ab, potenziell kann jedes Gebäude überall betroffen sein.
· Kaskadeneffekte berücksichtigen: Länger anhaltende oder rasch aufeinanderfolgende Extremwetterlagen können Schadenwirkungen verstärken und komplexe Schadenzusammenhänge auslösen.
Konsequenzen für die Planung und Baupraxis: Die Studie zeigt, dass Sturm, Hagel, Starkregen, Hitze und Überschwemmungen die Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb deutlich verändern. Widerstandsfähige Gebäude- und Quartierskonzepte rücken daher stärker in den Fokus – von hagelresistenteren Materialien über bessere Entwässerung und Regenwasserrückhaltung bis hin zu wirksamem Hitzeschutz.
„Unser Anspruch als führender Versicherer der Bauwirtschaft ist es, Risiken nicht nur zu versichern, sondern Schäden möglichst frühzeitig zu erkennen und im besten Fall zu vermeiden. Mit der Extremwetterstudie rücken wir deshalb das Thema Prävention in den Vordergrund. Die Studienergebnisse bieten eine wichtige Grundlage, um die Auswirkungen von Extremwettereignissen auf Gebäude zu verstehen und daraus Maßnahmen für langfristig funktionsfähige Gebäude abzuleiten“, erklärt Dr. Sebastian Reddemann. (mho)

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