PwC-Studie: Bevölkerung sieht Mehrwert in Open Finance
11.08.2026

Maximilian Harmsen, Embedded & Open Finance Lead bei PwC Deutschland. Foto: © PwC
Die Open-Finance-Pläne der EU treffen in der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo: Zwar kennt bereits ein Drittel der Europäerinnen und Europäer das Konzept – ein überraschend hoher Anteil. Doch während knapp ein Drittel der Bevölkerung darin bereits klare Chancen für die eigene Finanzplanung sieht, überwiegen bei der Mehrheit noch Skepsis und Datenschutzbedenken. Unabhängig davon, wann die EU-Verordnung Financial Data Access (FiDA) in Kraft tritt: Der Wandel hin zu Open Finance ist bereits in vollem Gange. Getrieben durch KI und steigende Kundenerwartungen arbeiten erste Akteure bereits unabhängig von der Regulierung an Open-Finance-Lösungen.
Banken und Versicherer haben in diesem Umfeld die besten Karten: Sie genießen einen erheblichen Vertrauensvorsprung gegenüber FinTechs und US-BigTech-Konzernen. Jetzt kommt es darauf an, dieses Vertrauenskapital in innovative, datengetriebene Angebote zu übersetzen. Das sind die zentralen Ergebnisse der „European Open Finance Consumer Survey“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC), für die rund 7.700 Verbraucher in acht europäischen Ländern befragt wurden.
Besonders weit verbreitet ist das Wissen um Open Finance in Spanien (40 Prozent), Polen (39 Prozent) und Italien (38 Prozent), in Deutschland kennt es bereits jede dritte befragte Person. Doch zugleich dominieren Skepsis und Zurückhaltung: 61 Prozent der Befragten in Deutschland sehen eher die Risiken als die Chancen von Open Finance – vor allem beim Datenschutz. Die Kommunikation konkreter Sicherheits- und Kontrollmechanismen wird damit zur entscheidenden Voraussetzung für die Akzeptanz von Open Finance.
Eine weitere zentrale Erkenntnis der Studie: Verbraucher geben ihre Finanzdaten nur dann frei, wenn sie einen spürbaren Nutzen erhalten. In Deutschland steht die Schließung der Rentenlücke als wichtigster Vorteil an erster Stelle (19 Prozent), gefolgt von günstigeren Konditionen und einem lückenlosen Finanzüberblick (jeweils 12 Prozent). Vor allem Menschen mit hohem Einkommen (53 Prozent) und persönlichem Finanzberater (52 Prozent) erhoffen sich optimierte Angebote.
„Die Bereitschaft der Verbraucher, Finanzdaten zu teilen, entsteht nicht durch Regulierung, sondern durch erlebbaren Nutzen – FiDA macht genau diesen Zusammenhang erstmals transparent und strategisch gestaltbar“, erklärt Maximilian Harmsen, Embedded & Open Finance Lead bei PwC Deutschland. (mho)

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