Unabhängige Vermögensverwalter schlagen sich 2025 besser als die Märkte

04.08.2026

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2025 war zwar kein Rekordjahr für Renditen, trotzdem war es eines der erfolgreichsten Jahre für unabhängige Vermögensverwalter. Der neue Trendmonitor Vermögensverwaltung 2026 (TMVV), eine der größten datengestützten Analysen professioneller Portfolios im deutschsprachigen Raum, zeigt, dass Vermögensverwalter im Verhältnis zu ihren individuell konstruierten Benchmarks überdurchschnittlich erfolgreich waren.

Dafür haben die Experten des Münchener WealthTech-Unternehmens QPLIX und des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) 55.801 reale Kundenportfolios von 121 unabhängigen Vermögensverwaltern ausgewertet. Die Daten offenbaren auch, wer warum besser abschneidet: Portfolios mit Direktanlagen bringen 1,74 Prozentpunkte mehr Rendite pro Jahr, während komplexe Retailprodukte die Performance um 2,01 Prozentpunkte belasten. Performancetreiber waren hingegen aktive Strategien, die sich auf Einzelanlagen und kosteneffiziente ETFs konzentrierten. 

2025: Vermögensverwalter erzielen solide Rendite

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen etwas ernüchternd aus. Konservative Depots erzielten 2025 im Median 4,74 Prozent (Mittelwert: 5,32 Prozent), ausgewogene Depots 6,48 Prozent (Mittelwert: 6,97 Prozent) und chancenorientierte Depots 8,03 Prozent (Mittelwert: 8,36 Prozent). In den Vorjahren lagen die absoluten Renditen deutlich höher. Allerdings muss man die Zahlen im Kontext betrachten: der entscheidende Unterschied liegt im Verhältnis der Performance zur Benchmark.

2024 kamen chancenorientierte Depots auf 11,7 Prozent, ihre Benchmark lag jedoch bei 18,7 Prozent. Ein Rückstand von sieben Prozentpunkten. Ausgewogene Depots erzielten 9,8 Prozent, die Benchmark lag bei 12,9 Prozent – ebenfalls ein deutliches Defizit. Selbst konservative Depots blieben mit 6,3 Prozent unter ihrer Benchmark von 7,2 Prozent. 2025 trafen konservative Depots hingegen ihre Benchmark exakt. Auch ausgewogene Depots erzielten nahezu eine Punktlandung mit 6,48 Prozent bei einer Benchmark von 6,45. Chancenorientierte Depots kamen mit einem minimalen Rückstand von nur 0,55 Prozentpunkten auf 8,03 Prozent gegenüber einer Benchmark von 8,58 Prozent.

Das Besondere: Ihre Benchmark erzielten nicht nur Top-Performer. Die Mittelwerte zeigen, dass auch der Durchschnitt der Vermögensverwalter erfolgreich war. „In volatilen Marktphasen zeigt sich der Wert professioneller Vermögensverwaltung besonders deutlich: Sie ersetzt spontane Entscheidungen durch einen klaren Plan und sorgt dafür, dass langfristige Anlageziele auch während turbulenter Marktphasen konsequent verfolgt werden.“", sagt Kai Linde, Gründer und CEO von QPLIX. In ruhigeren Märkten, in denen der Index keine zweistelligen Kursgewinne liefere, zeige sich eben besonders deutlich, wer sein Handwerk wirklich beherrsche.

Direktanlagen und ETFs sind der größte Renditehebel

Die Daten zeigen, welche Instrumente den Unterschied machen. Portfolios, die konsequent auf Einzelaktien, Direktanleihen und kosteneffiziente ETFs setzen, erzielen im Schnitt 1,74 Prozentpunkte mehr Rendite pro Jahr als Depots, die vollständig mit aktiv gemanagten Publikumsfonds umgesetzt werden. Der Grund liegt auf der Hand: Direktanlagen vermeiden mehrfache Gebührenebenen und ermöglichen eine präzisere Umsetzung der gewünschten Strategie.

Auf der anderen Seite des Spektrums stehen komplexe Retailprodukte wie intransparente Zertifikatstrukturen oder teure Dachfonds mit Schachtelgebühren. Sie belasten die Performance um 2,01 Prozentpunkte pro Jahr. Depots, die pro Jahr mehr als 50% ihres Volumens umschichten, verzeichnen einen signifikanten Performanceverlust von -1,03 Prozentpunkten. „Direktanlagen und ETFs bieten klare Vorteile", sagt Dr. Andreas Ritter, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau (IVA). „Wer auf Kosteneffizienz setzt, schafft sich einen systematischen Renditevorsprung. Unnötig komplexe Produkte tun genau das Gegenteil."