US-Inflationsdaten: Kommt jetzt die große Entwarnung?

11.08.2026

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Am Mittwoch werden die US-Verbraucherpreise (CPI) für Juli veröffentlicht, am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise (PPI). Die Daten dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsänderung der Fed im September bewertet, erklärt Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Datenexperten etoro.

Einen ersten Hinweis auf nachlassenden Preisdruck lieferten die Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag. Das Lohnwachstum verlangsamte sich auf 3,2 Prozent im Jahresvergleich, zudem wurde der Vormonatswert nach unten revidiert. Schwächere Lohnzuwächse können insbesondere den Kostendruck im Dienstleistungssektor dämpfen. Gleichzeitig wächst die Kaufkraft weniger stark, wodurch das Risiko einer überhitzten Konsumnachfrage und damit zusätzlicher Preisdruck abnimmt.

Bislang deutet vieles eher auf eine Normalisierung als auf einen Konjunktureinbruch hin. Sollten CPI und PPI in dieser Woche ebenfalls moderat oder niedriger als erwartet ausfallen, würde das die Hoffnung stärken, dass der Inflationsdruck weiter nachlässt, ohne dass sich die Wirtschaft deutlich abschwächen muss.

Für Unternehmen hat ein nachlassender Preisdruck allerdings auch eine Kehrseite. Kühlt gleichzeitig die Nachfrage ab, wird es schwieriger, höhere Kosten vollständig an die Verbraucher weiterzugeben. Die Preismacht könnte dadurch sinken und Unternehmen müssten Preiserhöhungen begrenzen oder verstärkt mit Rabatten arbeiten. Das würde die Inflation zusätzlich dämpfen, könnte jedoch die Gewinnmargen belasten.

Nach den schwächeren Arbeitsmarktdaten muss die Fed zunehmend zwischen Beschäftigungsrisiken und anhaltendem Preisdruck abwägen. Aktuell wird eine kleine Zinserhöhung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent eingepreist. Fallen CPI und PPI moderat oder niedriger als erwartet aus, würde das gegen eine Straffung sprechen. Sinkende Zinserwartungen könnten sowohl Aktien als auch Anleihen stützen. (fw)