Stärkung des Vertriebs bei der Altersvorsorgereform gefordert

23.09.2026

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Das Spitzentreffen der deutschen Vermittlerschaft in Bonn, bestehend aus dem Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), den Vorsitzenden der Vertretervereinigungen und den Vorständen des Arbeitskreises Vertretervereinigungen der Deutschen Assekuranz e. V. (AVV), verabschiedete am 23. September die Bonner Erklärung „Die Altersvorsorge-Revolution – der Vertrieb im Fokus einer regulatorischen Zeitenwende?“.

Das Spitzentreffen, das rund 40.000 Versicherungsvermittler in Deutschland repräsentiert, unterstützt die Pläne der Bundesregierung für eine kapitalmarktorientierte und leistungsfähige Altersvorsorge. Positiv werden hybride Altersvorsorgemodelle und flexible Auszahlungsoptionen betrachtet.

Die Altersvorsorgereform darf jedoch nicht zu einem reinen Kosten- und Standardisierungsprogramm werden. Insbesondere moniert das Spitzentreffen, dass Beratungspflichten beim Vertrieb zur Disposition gestellt werden. Eine qualifizierte Beratung ist bei der Komplexität von Kapitalmarktprodukten und Fördersystematiken wichtiger denn je. Im Sinne des Verbraucherschutzes fordert daher die deutsche Vermittlerschaft, dass es keinen Vertrieb ohne Beratung geben darf.

Besonders kritisch sieht das Spitzentreffen die Konzentration auf Standardprodukte ohne Beratungspflicht bei der Frühstartrente für Kinder. Denn: Wer junge Menschen dauerhaft für Altersvorsorge und Kapitalmarkt begeistern will, darf qualifizierte Beratung nicht geringschätzen. Moniert werden auch die Pläne der Bundesregierung, nur einzelne Geburtsjahrgänge zu fördern. Schließlich soll die Frühstartrente allen Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren offenstehen.

Auch starre Kostenobergrenzen gefährden nach Ansicht des Spitzentreffens die Vielfalt im Markt. So ignoriert die geplante Abschaffung der Zillmerung, dass gerade am Anfang einer Vertragsbeziehung der Beratungsaufwand am höchsten ist und deshalb vergütet werden sollte.

Die Vermittlerschaft ruft außerdem die Produktanbieter eindringlich auf, partnerschaftlich und fair mit dem Versicherungsvertrieb bei der Altersvorsorgereform zu kooperieren. Schließlich sind die Forderungen aus der Versicherungswirtschaft zur Abschaffung von Beratungspflichten ein direkter Angriff auf den Versicherungsvertrieb. Dies ist inakzeptabel.

In der Summe kann die Altersvorsorge-Revolution nur gelingen, wenn Produktinnovationen, Verbraucherschutz und qualifizierte Beratung gleichermaßen berücksichtigt werden. Wer die Altersvorsorge fördern will, muss daher auch den Versicherungsvertrieb und die Vermittlerschaft stärken. (mho)

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